Jürgen Klopps Aussagen in Richtung Bundestrainer Julian Nagelsmann schlagen weiter hohe Wellen, auch MagentaTV-Expertenkollege Thomas Müller bekommt sein Fett weg.
Getty Images SportJürgen Klopp kriegt mächtig Gegenwind: "So einen Spruch kannst du mit einem Bierchen an der Bar machen"
Deutschlands ehemaliger Nationalspieler Andreas Möller sagte im 'Doppelpass' bei Sport1 über Klopp: "Ich finde, das geht nicht. So einen Satz finde ich respektlos. Wir wissen ja, was daraus gemacht wird. Das ist ein No-Go. Wenn Klopp Bundestrainer wäre und im Hintergrund solche Sachen laufen würden - da wäre er auch nicht amüsiert."
Stein des Anstoßes war ein Gespräch zwischen Klopp und Müller am Rande des Eröffnungsspiels der Weltmeisterschaft zwischen Mexiko und Südafrika im Aztekenstadion von Mexiko-City am Donnerstag. Beide stellten dabei ihre Wunschformationen für das DFB-Team beim Auftakt gegen Curacao zusammen. Dabei entwickelte sich der launige Dialog, der unter anderem bei Möller auf wenig Verständnis traf.
"Völlig überraschend hält Thomas Müller nicht mit seiner Meinung hinterm Berg", kommentierte Klopp eine Aussage Müllers. Er ergänzte: "Und zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch, noch." Während die beiden Experten sich an der Seite von Moderator Johannes B. Kerner sichtlich köstlich amüsierten, entgegnete Müller: "Kloppo, wir haben Juni. Du bist schon im September."
Möller, der 1990 mit Deutschland in Italien Weltmeister geworden war, nahm die Situation mit Befremden wahr: "Das kommt mir ein bisschen wie Gaudimax vor. Jeder zweite Satz ist ein Joke, es wird nur gelacht. Es fehlt mir echt die Sachlichkeit."
Getty ImagesAndreas Möller über Jürgen Klopp und Thomas Müller: "Ich kann das gar nicht ernst nehmen"
Konkret wunderte sich der Ex-Profi auch, dass Klopp und Müller eine offensive Mittelfeldreihe mit Stuttgart-Stürmer Deniz Undav im Zentrum für Bayerns Jamal Musiala ins Gespräch brachten. "Ich kann das gar nicht ernst nehmen", so Möller. "Wirtz, Musiala, Havertz - solche Spieler zu haben, ist ein Traum." Deswegen seien sie auch gesetzt.
Nagelsmann reagierte auf der Pressekonferenz vor dem deutschen WM-Auftakt am Sonntagabend gegen Curacao (19 Uhr) souverän auf das Nebengeräusch aus Mexiko. Deutschland habe "viele Experten, auch Thomas und Jürgen sind coole Jungs", sagte er: "Sie hatten viel Erfolg in der Fußballwelt. Sie können über alles reden, was sie wollen. So ist das eben."
Klopp, der trotz eines langfristigen Vertrags als Fußballchef von Red Bull immer wieder als möglicher Nagelsmann-Nachfolger beim DFB gehandelt wird, ruderte bereits zurück. "Wen sollen wir kritisieren - wir haben noch keine Sekunde gespielt?", fragte er: "Weder den Trainer und schon gar nicht Musiala, den wir alle lieben." Man habe "nullkommanull" Kritik üben, sondern nur "Möglichkeiten aufzeigen" wollen.
Stefan Effenberg kritisiert Jürgen Klopp: "Absolutes No-Go"
Eine Relativierung, die derweil Möllers Ex-Mitspieler Stefan Effenberg wenig besänftigte. Auch er kritisierte Klopp im 'Doppelpass' mit deutlichen Worten: "Das geht nicht, er spricht vor einem Millionen-Publikum. Auch mit dem Lachen hintenraus. So einen Spruch kannst du mit einem Bierchen an der Bar machen, wenn du allein bist. Aber nicht vor einem Millionen-Publikum, das ist ein absolutes No-Go."
Weiter führte der ehemalige Nationalspieler und Champions-League-Sieger mit Blick auf die Situation aus Nagelsmanns Perspektive aus: "Er weiß gar nicht, wie er darauf antworten soll. Ein Bundestrainer erwartet, dass wir kritisch reden können über die Aufstellung die Taktik. Aber man sollte ihn schon unterstützen, bevor das erste Spiel angepfiffen wird. Und nicht sagen, er macht noch die Aufstellungen."
Der deutsche Kader für die WM 2026
Position Spieler Verein Rückennummer Tor Oliver Baumann TSG Hoffenheim 12 Tor Manuel Neuer FC Bayern München 1 Tor Alexander Nübel VfB Stuttgart 21 Defensive Waldemar Anton Borussia Dortmund 3 Defensive Nathaniel Brown Eintracht Frankfurt 18 Defensive Pascal Groß Brighton & Hove Albion 13 Defensive Joshua Kimmich FC Bayern München 6 Defensive Felix Nmecha Borussia Dortmund 23 Defensive Aleksandar Pavlovic FC Bayern München 5 Defensive David Raum RB Leipzig 22 Defensive Antonio Rüdiger Real Madrid 2 Defensive Nico Schlotterbeck Borussia Dortmund 15 Defensive Angelo Stiller VfB Stuttgart 16 Defensive Jonathan Tah FC Bayern München 4 Defensive Malick Thiaw Newcastle United 24 Offensive Nadiem Amiri Mainz 05 20 Offensive Maximilian Beier Borussia Dortmund 14 Offensive Leon Goretzka FC Bayern München 8 Offensive Kai Havertz FC Arsenal 7 Offensive Assan Ouedraogo RB Leipzig 25 Offensive Jamie Leweling VfB Stuttgart 9 Offensive Jamal Musiala FC Bayern München 10 Offensive Leroy Sane Galatasaray Istanbul 19 Offensive Deniz Undav VfB Stuttgart 26 Offensive Florian Wirtz FC Liverpool 17 Offensive Nick Woltemade Newcastle United 11

