Seit 1956 wird der beste Fußballer der Welt alljährlich mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet. Und zwar von der französischen Fachzeitschrift France Football, die eigens für den Ballon d'Or eine Website samt Social-Media-Accounts betreiben lässt. Die meisten Posts bekommen einige hundert Likes und ein paar Dutzend Kommentare.
AFPGewinnt Lionel Messi den Ballon d'Or? Ein Social-Media-Post entfacht die Debatten
Anders war es bei einem Beitrag vom Donnerstagnachmittag, in dem folgende Frage aufgeworfen wurde: "Kann man den Ballon d’Or gewinnen, ohne für einen europäischen Verein zu spielen?" Im beigefügten Link heißt es in vielen Worten ausformuliert natürlich: Ja. Bebildert ist der Beitrag mit einem Foto von Cristiano Ronaldo. Hintergrund sind aber natürlich Lionel Messis herausragende Leistungen bei der WM.
Der Post bekam tausende Likes, in den Kommentaren entbrannten große Debatten über Messis Chancen (und die Bebilderung). War das womöglich ein Hinweis, dass der 39-jährige Argentinier von Inter Miami bei der Gala am 26. Oktober in London zum neunten Mal den Ballon d'Or verliehen bekommt? Letztlich liegt die Entscheidung in der Hand von 100 stimmberechtigten Sportjournalisten, je einem aus den 100 bestplatzierten Ländern der FIFA-Weltrangliste.
Lionel Messi führte Argentinien im Alleingang ins WM-Finale
Bis dato hat nur einmal ein außerhalb Europas aktiver Spieler den Ballon d'Or gewonnen: Lionel Messi 2023 kurz nach seinem Wechsel zu Inter Miami. Wobei er damals für die Saison 2022/23 geehrt wurde, in der er noch für Paris Saint-Germain gespielt hatte. Grund für seine Wahl war aber natürlich der WM-Titel mit Argentinien im Dezember 2022.
Vor Beginn dieser WM galt Messi als praktisch chancenlos. Er schoss zwar viele Tore für Miami und gewann die MLS, international hat dieser Titel aber keine Relevanz. Dann führte Messi Argentinien jedoch mit acht Toren und vier Assists praktisch im Alleingang ins Finale, wo am Sonntag Spanien wartet. Bei den Buchmachern ist Messi mittlerweile Favorit auf den Ballon d'Or. Sollte er tatsächlich die Auszeichnung bekommen, wäre es letztlich der Lohn für exakt acht WM-Spiele. Mit dem Finale endet der Bewertungszeitraum offiziell.
Vor den Halbfinals galten noch Englands Harry Kane und Frankreichs Kylian Mbappe als Topfavoriten. Beide spielten individuell überragende Saisons, verpassten mit ihren Klubs FC Bayern und Real Madrid aber den Gewinn der Champions League. Durch das jeweilige Ausscheiden im WM-Halbfinale gehen sie auch beim zweiten großen Turnier des Jahres leer aus. Hoffnung machen sollte ihnen aber ausgerechnet Messi. Er holte 2010 den Ballon d'Or in einem WM-Jahr, ohne das Turnier oder die Champions League gewonnen zu haben.
AFPLionel Messi würde nicht der älteste Titelträger werden
Von den realistischen Kandidaten auf den diesjährigen Titel ist neben Messi nur noch der Spanier Lamine Yamal dabei. Mit dem FC Barcelona gewann der 19-Jährige immerhin die spanische Meisterschaft, bei der WM blieb er bis dato aber hinter den Erwartungen zurück. Der einzige halbwegs realistische Kandidat vom Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain ist Titelverteidiger Ousmane Dembele.
Jude Bellingham und Michael Olise dürften sich durch das Verpassen des WM-Finals aus der Verlosung verabschiedet haben. Einige Buchmacher nahmen mittlerweile dafür Spaniens Rodri (Sieger von 2024) in ihre Favoritenlisten auf, wobei er auf eine enttäuschende Saison mit Manchester City zurückblickt.
Sollte Messi mit 39 Jahren zum neunten Mal den Ballon d'Or gewinnen, würde er seine Führung in der ewigen Bestenliste weiter ausbauen. Auf Platz zwei folgt sein ewiger Widersacher Ronaldo mit fünf Auszeichnung. Zum ältesten Titelträger der Geschichte wäre Messi aber nicht werden, das ist der Premierensieger von 1956, die englische Fußballikone Stanley Matthews mit 41 Jahren.
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