Coventry City war bestens auf das Ende der so langen Leidenszeit vorbereitet. Während "Super Frank" Lampard in Blackburn mit Spielern und Fans im schieren Überschwang eskalierte, flimmerte schon ein aufwändiger Clip durch die Sozialen Medien. Auf antiken Röhrenfernsehern neben angestaubten Sportwagen erschienen Bilder vom tränenreichen Abstieg aus der englischen Premier League im Jahr 2001 mit dem damaligen Versprechen "We'll be back." Und der Schnitt auf die Auflösung: "We are back!" Twentyfive years of hurt sind seit Freitag wie weggefegt.
Getty Images SportErstaunliche Parallelen zu Manchester City: Frank Lampards emotionaler Triumph mit Coventry
Champions League oder Aufstieg? Frank Lampard rankt seine Erfolge
Sichtlich bewegt war Lampard, der den Aufstieg auf eine Stufe mit seinen Triumphen mit dem FC Chelsea stellte.
"Es ist definitiv mit da oben", sagte der 47-Jährige gegenüber SkySports. "Ich hatte das Glück, in großartigen Chelsea-Mannschaften zu spielen. Die Champions League und die Meisterschaft zu gewinnen, war einfach unglaublich."
Und Lampard weiter: "Dass wir das mit diesem Verein unter den gegebenen Umständen geschafft haben, ist für mich Overachieving. Ich will die Spieler dort keineswegs herabsetzen. Sie haben ihr Spiel durch reine harte Arbeit auf ein neues Niveau gehoben, und ich bin sehr stolz darauf, ihr Trainer zu sein."
Getty Images SportDoug King holt Coventry City aus der Versenkung
Das Leben ist nicht allzu leicht in Coventry, dieser mitunter düsteren Industriestadt, die im 2. Weltkrieg so unter den deutschen Luftangriffen und in jüngerer Vergangenheit unter wirtschaftlichem Niedergang gelitten hatte. Und dann fiel auch noch der Stolz der Stadt in sich zusammen: Coventry City, viele Jahre lang Erstligist, 1987 FA-Cup-Sieger, 1992 Gründungsmitglied der Premier League.
Nach dem Abstieg aus der Erst- ging es bis 2017 in die Viertklassigkeit hinab. Und binnen acht Jahren aus dieser aufs höchste Level zurückzukehren, ist im erzkapitalistischen Verdrängungswettbewerb überaus bemerkenswert. Ein Wunder indes ist es nicht: Auch in Coventry wird mit viel Geld hantiert.
Der Aufschwung Citys ist eng mit Doug King verbunden. Der schwer vermögende Geschäftsmann wurde 2023 zum Alleinbesitzer des Klubs, brachte nach wilden Jahren unter den Voreignern der Sisu Capital Limited Ruhe in den Klub - nachdem er allerdings wegen unpopulärer Personalentscheidungen wie der Trennung vom zweimaligen Aufstiegstrainer Mark Robins kräftige Schelte kassiert hatte.
Nicht nur die Farben: Erstaunliche Parallele zu ManCity
King aber installierte Lampard für Robins, und der 106-malige Nationalspieler, zuvor auf seinen Trainerstadtionen (Derby, Chelsea, Everton) nicht unbedingt allzu glücklich agierend, passte perfekt zu Coventry. In seiner Debütsaison verpasste Lampard den Aufstieg knapp, nun marschierte er durch.
"GOING UP!" prangte am Samstagmorgen in den größtvorhandenen Lettern auf der Titelseite des Coventry Telegraph, versehen mit dem Hinweis: "Die Super-Sky-Blues sind dort, wo sie hingehören." Dort, in der Erstklassigkeit, wo einst Klublegenden wie Rekordtorwart Steve Ogrizovic, "Mr. Magic" Tommy Hutchinson oder Torjäger Dion Dublin wirkten.
In der Premier League muss sich Coventry freilich zunächst wieder hinten anstellen. Der Kader mit dem Ex-Schalker Haji Wright (16 Saisontore) und dem dänischen Regisseur Victor Torp ist zwar stark - die Kluft in England zwischen zweiter und erster Liga aber riesig, der Klassenerhalt für einen Aufsteiger stets eine hohe Hürde.
Allerdings gibt es da ein Vorbild, ebenfalls in Himmelblau: Ein Mitabsteiger Coventrys war 2001 - Manchester City. Und das hat sich seitdem, nun ja: gut erholt.
Championship 2025/26: Die Spitzengruppe im Saisonendspurt
Stand: 18.4.2026, 12 Uhr
Rang
Spiele
Team
Tore
Punkte
1
43
Coventry City
85:43
86
2
41
Ipswich Town
71:42
75
3
42
FC Millwall
56:47
73
4
42
FC Southampton
73:50
72
5
42
FC Middlesbrough
62:42
72
6
42
Hull City
64:60
68
HAT IHNEN DIESE STORY GEFALLEN?
Fügen Sie GOAL.com als bevorzugte Quelle bei Google hinzu, um mehr von uns zu lesen




