Der langjährige Top-Schiedsrichter Manuel Gräfe hat dem FC Bayern eine längere Auszeit für Joshua Kimmich und Michael Olise infolge ihrer durch Zeitspiel verhängten Gelbsperren gegen Atalanta Bergamo prognostiziert.
AFP"Die UEFA wird feststellen, dass ...": Dem FC Bayern München droht bei Joshua Kimmich und Michael Olise der Worst Case
FC Bayern München: Werden Joshua Kimmich und Michael Olise länger als ein Spiel gesperrt?
Kimmich und Olise hatten sich kurz nacheinander bei Standardsituationen und dem Stand von 6:0 ihre dritte Verwarnung im laufenden Wettbewerb abgeholt und verpassen dadurch das höchstwahrscheinlich bedeutungslose Rückspiel am kommenden Mittwoch. Ein für die Bayern ausnahmsweise zu verschmerzender Ausfall der Schlüsselspieler, die nun nach aktuellem Stand der Dinge ohne Sorgen in ein potenzielles Viertelfinale gegen Real Madrid oder Manchester City gehen können.
Doch geht es nach Gräfe, werden beide zumindest das Hinspiel verpassen, sollten die Bayern erwartungsgemäß in die Runde der letzten acht Teams einziehen. Der 52-Jährige verwies auf die UEFA-Disziplinarordnung, in der es heißt, dass zusätzliche Sperren, wie sie einst Sergio Ramos im Jahr 2019 ereilte, nur bei "klarer absichtlicher Erlangung einer Gelben oder Roten Karte" verhängt werden. "Nun ist das mit Absicht genauso schwierig zu belegen wie beim Handspiel, da man nicht in die Köpfe hineinschauen kann, aber deshalb gibt es eine indirekte Beweisführung", schrieb Gräfe auf Twitter.
AFPDroht dem FC Bayern der Worst Case? "Alles andere wäre überraschend"
Zwar sei Kimmichs Erläuterung der Situation, in der er die Gelbe Karte gesehen hatte, ein "guter Versuch", werde einer Prüfung der UEFA jedoch nicht standhalten. Kimmich hatte darauf verwiesen, keine freie Anspielstationen gehabt zu haben und wollte auch nicht ins gegnerische Pressing spielen. "Die UEFA wird sich daraufhin die Bilder anschauen und feststellen, dass der Ball am Anfang gut spielbar war (Tah war frei)", erläuterte Gräfe diesbezüglich weiter.
Kimmich habe "auch lang schlagen können und da die Bayern sonst auch ganz eng am eigenen Strafraum sowie viel gepresster aufbauen, dürfte insofern die Argumentation nicht überzeugen", argumentierte Gräfe. Erschwerend hinzukomme der Spielstand von 6:0, bei dem es keinen Grund für Zeitspiel gebe, daher "wäre alles andere als eine Ermittlung und Sperre überraschend".
FC Bayern: Bei der UEFA "weiß jeder, was dort abgelaufen ist"
Allerdings räumte Gräfe auch ein, dass die UEFA womöglich bei ihren Highlightspielen im Viertelfinale die "Top-Spieler an Bord haben will" und daher Kimmichs Argumentation "gut genug" sein könne. Aber: "Bei der UEFA sitzen auch keine Amateure und jeder weiß, was dort abgelaufen ist."
Aktuell sieht es jedoch danach aus, dass den beiden Bayern-Stars kein weiteres Spiel auf der Tribüne droht. Einerseits teilte die UEFA mit, dass zunächst der offizielle Spielbericht ausgewertet werde. "Sobald Vorfälle gemeldet werden, werden Verfahren eingeleitet. Sollten diese zu Disziplinarmaßnahmen führen, werden diese auf der UEFA-Disziplinar-Homepage veröffentlicht", heißt es in einem Statement des Verbands.
Die L'Equipe berichtete jedoch bereits, dass der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas keine Auffälligkeiten bei Kimmich oder Olise vermerkt habe. Insofern wäre eine Sperre dann doch - anders als von Gräfe behauptet - sehr überraschend.
AFPDie nächsten Spiele des FC Bayern München
- 14. März: Bayer Leverkusen vs. FC Bayern (Bundesliga)
- 18. März: FC Bayern vs. Atalanta Bergamo (Champions League)
- 21. März: FC Bayern vs. Union Berlin (Bundesliga)
- 4. April: SC Freiburg vs. FC Bayern (Bundesliga)
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