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"Davon sagen sie in ihrem Statement nichts": Dem FC Bayern München wird ein großer Vorwurf gemacht

Der ehemalige FCB-Profi Dietmar Hamann hat deutliche Kritik an Bayern Münchens Entscheidung geübt, nach der umstrittenen Gelb-Roten Karte für Offensivspieler Luis Diaz beim 1:1 in Leverkusen Einspruch gegen die damit verbundene Sperre einzulegen.

  • Dietmar Hamann wirft dem FC Bayern Doppelmoral vor

    "Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig. So eine Reaktion nach einem Spiel, in dem der Schiedsrichter ein gutes Spiel gepfiffen hat", schimpfte TV-Experte Hamann am Sonntagabend bei Sky90. Was den 52-Jährigen besonders stört: Bayern lasse außen vor, dass sie in jüngerer Vergangenheit auch schon selbst von strittigen Schiedsrichterentscheidungen profitierten. Beispielsweise beim 5:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim Anfang Februar, als Schiedsrichter Tobias Stieler das Einsteigen von TSG-Verteidiger Kevin Akpoguma gegen Diaz im Strafraum neben einem Elfmeter für den FCB auch noch mit Rot bestrafte und das Topspiel damit frühzeitig vorentschied anstatt Fingerspitzengefühl walten zu lassen.

    "Gegen Hoffenheim hat dies das Spiel entschieden, weil das nach zehn Minuten passierte. Davon sagen sie in ihrem Statement nichts. Und ein Weltverein legt Protest ein gegen eine gelb-rote Karte, wo der Spieler versucht, einen Elfmeter zu schinden", kritisierte Hamann weiter. Er führte als weiteres Beispiel für eine Bevorteilung der Bayern die umstrittene Rote Karte gegen Borussia Mönchengladbachs Rocco Reitz beim 4:1-Sieg des FCB Anfang März an, als Reitz' Halten gegen FCB-Stürmer Nicolas Jackson in einem ähnlichen Fall wie bei Hoffenheims Akpoguma als Notbremse gewertet wurde.

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    Gelb-Rot für Bayerns Luis Diaz? Schiedsrichter Christian Dingert gab Fehler zu

    Diaz hatte am Samstag in der 84. Minute bei Leverkusens Keeper Janis Blaswich eingefädelt, um einen Strafstoß herauszuholen. Dass der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Christian Dingert ausblieb, konnten die Bayern zwar nachvollziehen - dass er Diaz wegen einer vermeintlichen Schwalbe dessen zweite Verwarnung zeigte und den Kolumbianer so mit Gelb-Rot vom Platz stellte, sorgte jedoch für mächtig Ärger.

    Hamann hatte sich derweil schon am Samstag auf die Seite des Unparteiischen gestellt und betont, dessen Entscheidung gegen Elfmeter und für Gelb-Rot absolut nachvollziehen zu können. Dingert selbst gab derweil einen Fehler zu, was Bayerns Sportvorstand Max Eberl als "sehr ehrenvoll" lobte.

  • Auch Friedhelm Funkel hat kein Verständnis für den FC Bayern München

    Am Sonntag hatte der FCB dann gegenüber Sky bestätigt, beim DFB-Sportgericht gegen Diaz' Sperre vorgehen zu wollen. Stand jetzt würde der 29-Jährige das kommende Bundesligaspiel gegen Union Berlin am Samstag gesperrt verpassen. "Wir betrachten die Entwicklung der letzten Wochen mit Sorge. Die Leistung in Leverkusen war der Höhepunkt einer Phase, in der wir immer wieder mit fragwürdigen Entscheidungen konfrontiert waren. Ob beim HSV, in Dortmund oder in Leverkusen - es gab eben immer wieder strittige Szenen, die oft gegen uns liefen", sagte Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen zu dem Einspruch. Er führte aus: "Der DFB ist gefordert, das Niveau der Leistungen seiner Schiedsrichter zu verbessern. Dass Christian Dingert seinen Fehler eingesteht, ist ehrenwert, aber das alleine hilft uns nicht."

    Auch der ehemalige Bundesliga-Trainer Friedhelm Funkel (u.a. Eintracht Frankfurt und 1. FC Köln) äußerte derweil Unverständnis für Bayerns Maßnahme: "Fakt ist, mit dem Einspruch werden die Bayern überhaupt keinen Erfolg haben. Warum sie das machen, weiß ich nicht", sagte Funkel bei Sky90 und schlug in eine ähnliche Kerbe wie Hamann: "Sie sprechen nur aus ihrer Sicht, dass sie benachteiligt worden sind, und nicht davon, dass andere Vereine auch benachteiligt werden. Man muss dazu sagen, dass der FC Bayern in den letzten Wochen auch Schiedsrichterentscheidungen bekommen hat, die sie bevorteilt haben – gegen Hoffenheim zum Beispiel. Direkt am Anfang die rote Karte, dadurch haben sie dieses Spiel im Grunde so klar gewonnen, weil sie fast die komplette Spielzeit mit einem Mann mehr gespielt haben. Und das ist auch in der einen oder anderen Situation so – dann reden sie nicht davon, dass sie bevorteilt werden. Und das finde ich einfach nicht korrekt."

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  • LUIS DIAZ BAYERN MÜNCHENGetty Images

    FC Bayern München: Die nächsten Spiele des FCB

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    • 21. März: FC Bayern vs. Union Berlin (Bundesliga)
    • 4. April: SC Freiburg vs. FC Bayern (Bundesliga)
    • 11. April: FC St. Pauli vs. FC Bayern (Bundesliga)