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Emiliano Buendia Aston Villa Freiburg ratings GFX 2:1GOAL

Bei zwei Final-Toren von Aston Villa: Der Premier-League-Trend verwirrt den SC Freiburg

Der SC Freiburg musste sich Aston Villa im Endspiel der Europa League in Istanbul mit 0:3 (0:2) geschlagen geben. Dabei hielt der Bundesligist bis kurz vor der Pause gut mit, ehe ein Doppelschlag der Engländer schon für die Vorentscheidung sorgte. Hier kommen drei Dinge, die im Finale auffielen. 

  • NOAH ATUBOLU FREIBURG IMAGO / Anadolu Agency

    Noah Atubolu: Reicht seine solide Vorstellung im mutmaßlichen Abschiedsspiel für den nächsten Transfer-Rekord?

    Während sich die Freiburger in Istanbul vergeblich abmühten, Aston Villa Paroli zu bieten, machte eine Nachricht die Runde: Der SCF wird angeblich einen Rekordtransfer tätigen, denn nie zuvor legten die Breisgauer 15 Millionen Euro für einen Spieler hin; dazu könnten wohl noch drei Millionen Euro als Boni kommen. Kommen soll laut Bild Torhüter Mio Backhaus von Werder Bremen

    Dass das bedeutet, dass SCF-Keeper Noah Atubolu am Mittwoch sein letztes Spiel für seinen Klub gemacht hat, dürfte damit klar sein. Denn schließlich macht niemand einen Spieler zu seinem Rekord-Einkauf, um ihn dann auf die Bank zu setzen. Atubolu steht also vor seinem Abschied – und dürfte den Freiburgern eine satte Ablösesumme einbringen, denn schließlich steht er noch bis 2027 unter Vertrag. 

    Schon vorher wurde darüber spekuliert, dass die Premier League der nächste Karriereschritt des 23-Jährigen ist. Ein europäisches Finale gegen einen Verein aus ebenjener Liga ist dann die große Chance, noch einmal Werbung in eigener Sache zu machen. Und das tat Atubolu am Mittwoch durchaus. 

    Schon nach drei Minuten war er in einer zunächst zählen ersten Hälfte gefordert: Er faustete den Schuss von Morgan Rogers zur Seite und entschärfte damit die erste gefährliche Situation. Auch danach war er oft bei der Sache, wenn Aston Villa hoch presste und das Freiburger Aufbauspiel verkomplizierte. Bei den beiden Traumtoren der Engländer war er kurz vor der Pause chancenlos, genau wie auch beim 0:3 nach dem Seitenwechsel. 

    Es war ein Auftritt von Noah Atubolu, bei dem er zwar nicht Highlight an Highlight reihte, aber sich auch keinen Patzer leistete und bewies, dass er der Aufgabe im größten Spiel der Freiburger Klub-Geschichte mit 23 Jahren gewachsen war. Dass nun ein Klub aus England kommt und für ihn 30 Millionen Euro oder mehr auf den Tisch legt, bleibt dem Keeper und den Freiburgern zu wünschen. Denn dann wäre Atubolu wie Backhaus ein Rekordtransfer der Breisgauer. Bislang sind die 25 Millionen Euro für Kevin Schade und Merlin Röhl unübertroffen.

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  • YOURI TIELEMANS ASTON VILLA Getty Images

    Aston Villa präsentiert spezielle Stärke aus der Premier League

    "Macht dieser Mann den Fußball kaputt?", lautete die ketzerische Frage. Das Schweizer Boulevard-Blatt Blick meinte Nicolas Jover, der in Deutschland ziemlich unbekannt sein dürfte. Der Mann ist beim neuen englischen Meister Arsenal angestellt – und kümmert sich dort ausschließlich um die Standard-Situationen. Und das mit großem Erfolg, siehe erster Premier-League-Titel seit 22 Jahren für die Gunners

    18 Tore machte Arsenal nach Standardsituationen in dieser Saison und ist damit der Vorreiter eines Trends in England. "Meinem Fußballherz gefällt das nicht", gestand Liverpool-Trainer Arne Slot. Bei den Ecken und Freistößen wird der Torhüter zugestellt bis angegangen, bei Einwürfen sich erst einmal ein Handtuch geschnappt, um den bestmöglichen Grip bei der Spielfortsetzung zu haben. "Man muss es akzeptieren", stöhnte Slot. 

    Dass Aston Villa den Trend zur Fokussierung auf Standards mitmacht, bekam am Mittwoch auch der SC Freiburg zu spüren. Die ruhenden Bälle, vor allem die Ecken, machten den Titeltraum des Bundesligisten im Europa-League-Finale kaputt. Denn was das Team aus Birmingham bei den Eckstößen aus dem Hut zauberte, verwirrte die Freiburger regelmäßig. Mal gab es eine kurze Variante, mal einen Schlag auf den zweiten Pfosten, mal einen Chip in die Mitte. 

    Die beiden ersten Tore fielen im Anschluss an Standardsituationen, als der SC Freiburg völlig ungeordnet war: Beim 1:0 rückte Youri Tielemans völlig ungedeckt in den freien Raum und verwandelte die starke Hereingabe noch stärker per Direktabnahme. Und beim 2:0 passten die Absprachen beim SCF nicht, sodass Emiliano Buendia ungestört Maß nehmen konnte und die Kugel mit links im Winkel versenkte. In der zweiten Halbzeit kam nach einer Ecke auch noch ein Pfostenkopfball von Amadou Onana für die Engländer hinzu. 

    Viel wahrscheinlicher, als dass Nicolas Jover den Fußball kaputt macht, ist, dass auch in der Bundesliga in der kommenden Saison noch viel mehr Wert auf Standards gelegt wird. Der SC Freiburg als Leidtragender und eigentlich hierzulande ebenfalls ein Standardspezialist kann seit Mittwoch noch einmal aus erster Hand berichten, wie wichtig die ruhenden Bälle sein können. 

  • JOHAN MANZAMBI FREIBURG Getty Images

    Johan Manzambi hat für den SC Freiburg keinen magischen Moment mehr in petto

    In der gerade abgelaufenen Bundesliga-Saison gab es einige Kandidaten für den Titel "Entdeckung des Jahres": Kölns Said El Mala und Bayerns Lennart Karl gehören dazu, beide dürfen als Lohn mit dem DFB-Team zur Weltmeisterschaft fliegen. Leipzigs Yan Diomande verzauberte die Fans und Experten mit seinen Qualitäten im Eins-gegen-Viele und wird schon als 100-Millionen-Euro-Transfer gehandelt. Und auch der SC Freiburg hatte mit Johan Manzambi einen Spieler, der sich mit seinen magischen Momenten einen Namen machte. 

    Der Schweizer Nationalspieler ist mit 35 Millionen Euro Marktwert aktuell der wertvollste Kicker im SCF-Kader – und entsprechend hoch waren die Freiburger Hoffnungen, dass er auch im Europa-League-Finale am Mittwoch mit magischen Momenten eine entscheidende Rolle spielen kann. Dass das vielleicht etwas zu viel erwartet ist von einem Spieler, der vor nicht einmal 16 Monaten noch mit der zweiten Freiburger Mannschaft in der Regionalliga gegen den FC 08 Homburg spielte, machte der Abend in Istanbul deutlich. 

    In der ersten Halbzeit begann Manzambi nervös und leistete sich einige Ballverluste und Fehlpässe. Immerhin holte er für die Freiburger Freistöße heraus, die jedoch nichts einbrachten. Nachhaltig in Erinnerung blieb von ihm ein Schuss aus der Distanz, den Villa-Keeper Emiliano Martinez ohne größere Probleme hielt (34.) – und ein Kopfball aus Abseitsposition nach dem Seitenwechsel (80.). 

    Mit der Physis der Engländer hatte Manzambi – wenig überraschend – zu kämpfen. Deshalb rückte er im zweiten Durchgang weiter nach innen, um das Spiel mit mehr Raum vor sich zu haben. Das Duell war zu diesem Zeitpunkt aus Freiburger 0:2-Sicht allerdings schon vorentschieden, auch Manzambi mit etwas mehr Zeit und Platz konnte nicht dafür sorgen, dass der SCF noch einmal von der Wende träumen durfte. Der Schweizer blieb bis zum Ende bemüht, aber einen magischen Moment gab es von ihm im Endspiel nicht. 

    Was nicht war, kann aber noch werden: Die Saison ist für Johan Manzambi noch nicht zu Ende, denn er wurde vom Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin für die WM in den USA, Kanada und Mexiko nominiert. Sollte er dort, beginnend mit den Gruppenspielen gegen Katar, Bosnien und Kanada, glänzen, könnte er seinen Marktwert noch steigern und vielleicht auch zu einer der Entdeckungen der WM für ein noch größeres Publikum werden. 

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