Uruguays Shooting-Star Diego Laxalt: Offen für Neues

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Auf der ganz großen Bühne präsentierte sich Diego Laxalt hervorragend. Nach seinen WM-Auftritten stehen die Interessenten Schlange.


HINTERGRUND

Diego Laxalt fällt auf. Der Mann, der für Uruguay in den entscheidenden WM -Partien als Linksverteidiger auflief, ist ein Spieler, der in Erinnerung bleibt. Zu Beginn des Turniers war seine Frisur, die feingeflochtenen langen Cornrows, der Hauptgrund dafür, aber im Laufe der Endrunde wurde seinem Trainer, seinen Mitspielern und auch Fans und Experten klar, dass auch seine Leistungen etwas Besonderes sind.

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Vor drei Jahren noch schaffte es der 25-Jährige beim kleinen FC Empoli regelmäßig nicht einmal in den Kader – und nach der WM in Russland sind nun auf einmal unzählige Klubs angeblich hinter ihm her. Die Spekulationen überschlagen sich geradezu, allein aus der Bundesliga sollen mit Schalke, Wolfsburg, Stuttgart und Gladbach gleich vier Vereine am Linksfuß dran sein. Für Diego Laxalt dürfte die WM damit zu einem Sprungbrett geworden sein. Dass er selbst offen für etwas Neues ist, dürfte dabei außer Frage stehen.

DIEGO LAXALT URUGUAY

Seine Neugier und seine Aufgeschlossenheit waren auch die Ursache für seine außergewöhnliche Frisur. "Normalerweise habe ich einen Afro", bekannte er und änderte seinen Style, als die Tochter des Chelsea-Scouts in Uruguay ihm erklärte, dass ihn mit seiner Löwenmähne kein Verein in die Premier League holen würde. Laxalt ist nicht der typische verwöhnte Jungprofi, der sich darstellen will, sondern ein eher bodenständiger Typ, der im Laufe der Jahre nun seine Wünsche der Kindheit abarbeitet.

Diego Laxalts Hobbys: Oldtimer-Auto und Klavierspielen

Da wäre zum einen eines seiner Autos, das in der Werkstatt seines Vaters in Montevideo geparkt steht. "Niemand außer mir darf es dort anfassen", sagt Laxalt über den getunten BMW-Oldtimer aus den Siebziger Jahren. Dieses Auto ist sein ganzer Stolz, denn er hatte sich als Kind geschworen, dass er sich später einmal genau solch ein Gefährt kauft, als er dieses BMW-Modell immer an seinem Bolzplatz hatte vorbeifahren sehen.

Zum anderen hat Laxalt angefangen, Klavierspielen zu lernen – genau wie er es als Kind immer wollte. "Vorher habe ich immer mit 'Call of Duty' entspannt, aber das ist überhaupt nicht dasselbe", sagte er. Laxalt geht es darum, seinen Horizont zu erweitern und für seine 25 Jahre wirkt er sehr reif und entschlossen.

Die Entschlossenheit spiegelt sich auch in seinen Auftritten auf dem Platz wider. Im dritten Gruppenspiel gegen Russland stand Laxalt zum allerersten Mal überhaupt in seiner Karriere in Uruguays Startelf. Er erzielte mit einem abgefälschten Schuss beim 3:0-Sieg ein Tor und überzeugte auch danach mit seinem Einsatz, seiner Lauffreude und seinen Flanken. Im Achtelfinale gegen Portugal gelangen ihm mehr Ballgewinne und Tacklings als allen anderen Uruguay-Spielern.

Uruguays starke Aushilfe hinten links

Dabei ist Laxalt eigentlich bei seinem Klub FC Genua im linken Mittelfeld zuhause – und als sein Vorbild nannte er bei seiner Präsentation bei Inter Mailand im Jahr 2013 den Niederländer Edgar Davids, und damit einen gefürchteten Sechser, als sein Vorbild. Als Uruguays Nationaltrainer Oscar Tabarez jedoch nach dem ersten WM-Spiel Martin Caceres von der linken auf die rechte Seite zog, wurde für Diego Laxalt der Weg freigemacht und er durfte als Linksverteidiger ran. Kein großes Problem für den Mann, der offen für Neues ist.

DIEGO LAXALT URUGUAY

Seine Flexibilität gepaart mit seinem Einsatzwillen und seinen technischen Fähigkeiten, die er nun auf der größten aller Bühnen gegen Superstars wie Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappe präsentieren durfte, machen Diego Laxalt verständlicherweise nun zu einem der begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt. Angeblich will Genoa rund 20 Millionen Euro Ablöse für den Mann, für den der Klub vor zwei Jahren nur rund sechs Millionen Euro an Inter Mailand gezahlt hat.

Angesicht der Fähigkeiten von Diego Laxalt scheint der Preis durchaus gerechtfertigt zu sein – und vielleicht hat sich der Linksfuß ja als Kind vorgenommen, einmal in der Bundesliga zu spielen. An der Bereitschaft, etwas Außergewöhnliches zu machen, etwas Neues zu wagen, sollte sein Transfer in jedem Fall nicht scheitern.

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