Terror-Experte: "Angst vor der Bombe über den Stadien"

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Die Angst ist groß, dass Stadien vermehrt als mögliche Anschlagsziele zählen könnten. Ein Experte sprach über neue Sicherheits-Maßstäbe, die kommen werden.

Als Folge der Terror-Anschläge von Paris erwartet der international renommierte Experte Rolf Tophoven einschneidende Veränderungen für die Sicherung künftiger Sport-Großereignisse. "Es ist die Angst vor der Bombe, die über den Stadien schwebt, erst recht seit Paris", sagte der Direktor des Essener Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik am Dienstag beim TV-Sender Sky Sport News HD. Deswegen "wird es so sein, dass sportliche Großereignisse immer mehr zu reinen Polizeiveranstaltungen werden".

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Eine solche Entwicklung hält Tophoven schon für die bevorstehende Fußball-EM 2016 in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) und die Olympischen Spiele kurz darauf in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) "wegen der immensen Sicherheitsvorkehrungen und Kosten" für unvermeidlich: "Wir müssen davon ausgehen, dass Sport, Politik und Terror immer enger zusammenrücken. Wir müssen davon ausgehen, dass auch gerade Anschläge auf sportliche Großereignisse massiv ins Kalkül der Terroristen und in ihre strategischen Planungen einbezogen werden."

Tophoven sagt erhebliche Anpassungen der Sicherheitsvorkehrungen an die weltweit veränderte Gefährdungslage voraus: "Die Sicherheitskonzepte werden in 10, 20 Jahren ganz anders sein als heute", meinte der Grefrather Fachbücherautor. Seiner Ansicht nach müsse die Polizei in Zukunft bei ihren Planungen die Sicherheit nicht mehr nur alleine auf den Rängen, sondern "für den äußersten Fall" auch im Innenraum von Arenen berücksichtigen: "Es geht ja nicht mehr wie früher um Schlägereien oder alkoholisierte Fans."

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