Kontern sich die Roten Teufel ins Halbfinale?

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Belgien ist mehr als ein Geheimfavorit der EM. Vom 0:2-Schock gegen Italien zum Auftakt haben sich die Roten Teufel erholt und beeindrucken vor allem mit ihrem Konterspiel.

Was war das für ein Fehlstart, den Belgien gegen die italienische "Senioren-Auswahl" hinlegte. Nach dem 0:2 zum EM-Auftakt wurden die Roten Teufel von der Presse hingerichtet und Trainer Marc Wilmots abermals angezählt. Wie schnell sich die Dinge im Fußball ändern können, zeigten die darauf folgenden Tage und Wochen. Die unterschätzten italienischen "Opas" sind auf einmal einer der großen Favoriten und die Belgier haben sich eindrucksvoll im Turnier zurück gemeldet.

Mit seither drei Siegen und 8:0 Toren zeigten es Wilmots & Co. den Kritikern. Als Gruppenzweiter hinter der Squadra Azzurra erreichte man das Achtelfinale und entging so dem Duell mit Titelverteidiger Spanien. Gegen Ungarn lieferten die Roten Teufel dann eine nahezu perfekte Leistung ab. Und die heimische Zeitung De Standaard stellte die Frage: "Wer soll diese Roten Teufel stoppen?".

Diese Frage darf man vor dem Viertelfinale gegen Wales (um 21 Uhr im LIVE-TICKER) durchaus wörtlich nehmen, denn eine große Stärke der Schützlinge von Marc Wilmots ist das Konterspiel. Hier sind sie mit den pfeilschnellen Kevin De Bruyne, Eden Hazard oder auch Yannick Carrasco bestens aufgestellt. Die Hälfte seiner acht Tore schoss Belgien nach schnellen Gegenstößen - damit haben sie jetzt bereits einen neuen Rekord bei einer EM-Endrunde (seit detailierter Datenerfassung 1980) aufgestellt. Bei der EM 2016 haben die schnellen Teufel vier der insgesamt elf Kontertore im Turnierverlauf erzielt. 

Einen besonderen Anschauungsunterricht erhielten die Ungarn, die in der Schlussphase aufgrund des Rückstandes hinten aufmachen mussten. Das herausragende 3:0 von Eden Hazard (siehe Grafik unten) entstand genauso aus einem Konter wie das 4:0 Carrascos. Ein weiteres Ass im Ärmel von Wilmots ist die starke Bank: Wenn der Gegner müde wird, kann er nach Belieben mit Spielern nachlegen, die perfekt in dieses System passen und die sich bietenden Räume nutzen. Sechs der acht belgischen Treffer fielen erst in den letzten 30 Minuten - auch ein Resultat dieser Taktik.


Die Grafik zeigt den belgischen Konter, den Eden Hazard (10) zum 3:0 gegen Ungarn abschloss. Eingeleitet wurde der Angriff von Thomas Meunier (16), dann ging es über Carrasco (11) und De Bruyne (7) blitzschnell nach vorne.

Die Waliser werden im Viertelfinale am Freitagabend (21 Uhr im LIVE-TICKER) versuchen, genau diesen Vollgas-Fußball zu verhindern. So lange sie nicht in Rückstand geraten, kann das funktionieren. Die Belgier sind in jedem Falle haushoher Favorit. Alle andere als das erste Halbfinale bei einem großen Turnier seit 30 Jahren - bei der WM 1986 verlor man 0:2 gegen Argentinien - wäre angesichts des Gegners eine Blamage für die Superstars um Eden Hazard & Co.

"Ein Finale gegen Deutschland wäre natürlich genial", denkt Trainer Wilmots bereits weiter. Auf dem Papier ist das absolut realistisch, wartet nach dem Duell mit Wales in einem möglichen Halbfinale der Sieger der Partie Polen gegen Portugal. Die Roten Teufel werden aber gewarnt sein, in der EM-Qualifikation war Wales bereits Gruppengegner. Belgien kam daheim nicht über ein 0:0 hinaus und verlor in Cardiff mit 0:1. Das Tor schoss natürlich Gareth Bale.  

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