Russlands Nationaltrainer Leonid Slutsky rechnet nach den Sanktionen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wegen den Krawallen von Marseille nicht mit einem EM-Ausschluss seiner Mannschaft. "Wir sind sicher, dass wir nicht rausgeworfen werden", sagte der Coach einen Tag vor dem zweiten Gruppenspiel am Mittwoch (15.00 Uhr im LIVE-TICKER) in Lille gegen die Slowakei: "Unsere Fans werden keinen Grund für einen Ausschluss liefern."
Die UEFA-Disziplinarkommission hatte dem russischen Verband RFS nach den Ausschreitungen im Spiel gegen England am vergangenen Samstag (1:1) die dunkelgelbe Karte gezeigt. Russland spielt bei der EURO auf Bewährung: Sollte es wieder zu Krawallen russischer Fans im Stadion, wird die Sbornaja ausgeschlossen.
Vorwürfe an britische Medien
Stürmer Artem Dzyuba verteidigte indes die russischen Fans vehement und warf den britischen Medien politisch motivierte Berichterstattung vor. "Das ist wahrscheinlich", antwortete der Angreifer von Zenit St. Petersburg auf eine entsprechende Frage: "Wir sehen ja, worüber die britischen Medien sprechen. Sie sprechen über die WM 2018 und dass sie Russland vielleicht weggenommen werden muss." England hatte sich ebenfalls um die Ausrichtung der WM 2018 beworben, die im Dezember 2010 an Russland vergeben wurde.
Die Darstellung der Krawalle von Marseille sei einseitig. "Ich verstehe die britischen Medien nicht, die die englischen Fans als Engel darstellen. Es ist eine 50/50-Sache. Es sind nicht nur Russen schuld", sagte Dzyuba.
Auf den Einwand, dass es Videos und eindeutige Angaben der Polizei zu den Gewalttaten russischer Hooligans gebe, antwortete er: "Wir sehen nur Ausschnitte. Sie haben Informationen der französischen Behörden, ich habe andere Informationen." Außerdem wolle er über Sport sprechen: "Wir wollen keine Politik im Fußball, lasst uns über Fußball reden und nicht über Straßenschlachten."



