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HD Gareth McAuley Northern IrelandGetty Images

Nordirland: Verrückte Fans feiern EM-Debüt

Eddie Irvine kennt seine Pappenheimer ganz genau. Der Monstertrip eines Unerschrockenen über mehr als 2000 km überrascht den früheren Formel-1-Piloten daher überhaupt nicht. "Die meisten Leute aus Nordirland sind verrückt", sagte Irvine dem SID , "aber das müssen sie auch sein." Vor allem, wenn das nötige Kleingeld fehlt.

So erging es Darren Dunne, einem dieser verrückten Vögel von der Insel. Weil er sich weder den Flug von Belfast nach Nizza noch die passende Unterkunft leisten kann, reiste er kurzerhand mit seinem grünen Wohnwagen aus dem beschaulichen Donaghadee nach Südfrankreich, wo am Sonntag (18.00 Uhr im LIVE-TICKER ) die Nordiren gegen Polen ihr EM-Debüt feiern.

Exakt 2046 Kilometer sind das, Dunne und seine klapprige Kiste haben es mittlerweile auch deshalb zu Berühmtheit gebracht. "Wir hoffen, dass es nicht regnet. Die Farben sind nicht wasserfest", sagte Dunne dem Magazin 11Freunde. In weißen Lettern wird etwa Nordirlands Legende George Best gehuldigt, auch Fan-Liebling Will Grigg ist auf dem Gefährt erwähnt, in dessen Inneren sich unzählige Liter des regionalen Likörweins Buckfast befinden.

Es ist daher gar nicht so unwahrscheinlich, dass sich die Wege mit Irvine kreuzen werden. "Wenn in Frankreich das Guiness ausgeht, machen wir einfach mit dem nächsten Drink weiter", verspricht Irvine. Ob die Speicher an der Cote d'Azur ausreichend mit dem rauchigen Extra Stout gefüllt sind? "Nach dem Mittagessen", sagt er jedenfalls, werde es "nichts mehr zu trinken geben. Man sollte also lieber früher in der Stadt sein."

Überraschung gegen Lewandowskis Polen?

Der 50-Jährige selbst wird gemeinsam mit seinen Cousins das erste EM-Spiel in der nordirischen Geschichte live im Stadion verfolgen. Und nach Ansicht der Spieler selbst ist durchaus möglich, dass die Mannschaft von Trainer Michael O'Neill schon gegen die Polen um Starangreifer Robert Lewandowski für eine Überraschung sorgt.

"Es ist absolut in Ordnung, wenn uns die Leute unterschätzen. Das können sie ruhig tun", sagte Mittelfeldspieler Oliver Norwood - und warnte: "Aber wenn sie es tun, dann werden sie den Schock ihres Lebens erfahren."

Ein Grund für die Zuversicht ist Kyle Lafferty. Oder besser gesagt: dessen aktuelles Wohlbefinden. Am Mittwoch konnte der 28-jährige Torjäger wegen einer Leistenblessur nur auf dem Ergometer trainieren, am trainingsfreien Donnerstag folgte jedoch via Twitter mit dem Daumen nach oben die Entwarnung - und die Kollegen atmeten auf.

"Das Team gibt mir täglich das Gefühl, dass ich etwas bewegen kann", sagte Lafferty: "Wir sind in Frankreich, um unsere Fans stolz zu machen. Wir wollen als eine Mannschaft in Erinnerung bleiben, die einen weiten Weg zurückgelegt hat." Darren Dunne hat das schon hinter sich.

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