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Fans Nordirland 12062016Getty Images

Nordirland verliert und feiert - "Werden es weiter versuchen"

Die nordirischen Fans sangen. Und hüpften. Und klatschten. Dabei hatten ihre Helden die EM-Premiere doch verloren. 0:1 gegen Polen. Aber das scherte die fast 15.000 Anhänger im Stade de Nice in keinster Weise. Die "Green and White Army" wurde gefeiert. Ohne Kompromisse. Hätte das Endergebnis nicht in großen Ziffern auf der Anzeigetafel geprangt - anhand der Lautstärke der Fanlager wäre es nicht möglich gewesen, den Sieger des Duells der kommenden deutschen Gruppengegner zu ermitteln.

"Danke für die unglaubliche Unterstützung. Ich wünschte, wir hätten euch mehr Grund zum Feiern gegeben", sagte Kapitän Steven Davis nach der knappen Niederlage und bat die Fans: "Glaubt weiter an uns, wir werden es weiter versuchen." Das hatten die Nordiren bereits gegen die Polen getan. Sie glaubten an sich. Sie versuchten alles. Voller Leidenschaft, mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln.

Eines wurde gegen die Polen um Star-Stürmer Robert Lewandowski trotz aller Unterstützung von den Rängen und bei allem Einsatz auf dem Rasen aber doch deutlich: Mit ihren fußballerisch limitierten Mitteln dürften die Nordiren auch in den Spielen gegen die Ukraine (16. Juni) und Deutschland (21. Juni) nicht über die Rolle des sympathischen Außenseiters hinauskommen. Aber damit können sie leben.

"Haben uns nicht blamiert"

"Wir sind enttäuscht, aber wir haben uns nicht blamiert. Vom Kollektiv her, von der Einstellung her, konnten wir nicht mehr erwarten", sagte Trainer Michael O'Neill. Man möge bitte nicht vergessen, ergänzte er: "Wir haben Spieler aus der zweiten englischen Liga, andere kommen in ihren Klubs kaum zum Einsatz. Und hier treten sie gegen Gegner an, die höchstes Niveau gewohnt sind. Für viele meiner Spieler war das hier das größte Spiel bisher."

Für viele nordirische Fans war es das auch. Zehntausende verfolgten in Belfast das Spiel auf einer Großbildleinwand. Immer wieder gehört: DER Fansong - "Will Grigg's on fire". Unzählige Male schallte die an den 1990er-Jahre-Hit "Freed from desire" angelehnte Hymne auf Stürmer Will Grigg auch durch die Pubs und natürlich durch das Stadion in Nizza. Dass Grigg gegen Polen nur auf der Bank saß - egal.

"Am Donnerstag werden wir die Dinge richtig stellen"

Kyle Lafferty, Stürmer von Norwich City und so etwas wie der Star Nordirlands, haderte dagegen tatsächlich etwas damit, dass das Team eingeschüchtert gewesen sei: von der Unterstützung, von der Größe und der Wichtigkeit des Turnier. "Das war kein nordirischer Auftritt", sagte Lafferty, nach dem in seiner Heimat auch ein Pub und derzeit auch der Flughafen in Belfast benannt ist. Er versprach: "Am Donnerstag werden wir die Dinge richtig stellen."

Ein tragisches Ereignis überschattete allerdings die Partystimmung der Nordiren. In der Nacht zu Montag starb nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP ein Fan in Nizza bei einem Sturz von einem Geländer.

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