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Neuer ist überzeugt: "Es war keine Rote Karte"

Hamburg. Nach der enttäuschenden Leistung gegen den Hamburger SV sind Teile der Spieler des FC Bayern frustriert. Trotz bekannter Dominanz blieb der Rekordmeister bei der Schießbude der Bundesliga ohne eigenen Treffer. Viel Glück hatte Torhüter Manuel Neuer in der Nachspielzeit, als er nach einem riskanten Ausflug inklusive Handspiel auf Höhe der Mittellinie nur Gelb sah.

"Wir müssen mehr, mehr arbeiten", forderte Pep Guardiola nach dem schlechtesten Saisonstart der Münchner seit vier Jahren. Der Rekordmeister erzielte in vier Partien nur fünf magere Tore. Deshalb schimpfte Abwehrchef Jerome Boateng: "Da gibt es keine Ausreden, es muss einfach mehr von uns kommen."

Der Rekordmeister hatte zwar knapp 74 Prozent Ballbesitz, konnte jedoch kein Kapital daraus schlagen und kam selten zu zwingenden Chancen. "Wir hatten Probleme im Aufbauspiel und sind zu selten in die torgefährliche Zone gekommen", analysierte Manuel Neuer, der in der Nachspielzeit vor einem Platzverweis stand, als er weit außerhalb des Strafraumes den Ball mit der Hand abwehrte.

Neuer: "Handspiel war beste Parade des Spiels"

Für den Nationaltorhüter war der Fall klar: "Es kann keine Rote Karte sein, weil mindestens zwei Spieler hinter mir waren. Man kann die Rote Karte fordern - das ist mir egal, aber ich glaube nicht, dass es eine war." Er schätzte die Situation so ein: "Ich bin rausgegangen und hatte eine Eins-gegen-Eins-Situation gegen einen Hamburger vereitelt, habe den Ball vorbeigelegt, um lange nach vorne zu spielen. Dann bekomme ich einen Tritt an die Hacke. Wenn ich mich fallen lasse, gibt es Freistoß. Aber ich habe weitergemacht, hatte dann den Ballverlust und habe anschließend meine beste Parade des Spiels gezeigt - absichtlich."

Für Philipp Lahm ist insbesondere die Offensive gefordert: "Es ist nicht so, dass wir zuwenig Torchancen haben. Wir haben genug. Nur machen wir die nicht rein." Die schwere Champions-League-Partie gegen Manchester City steckte Bayern offensichtlich noch in den Knochen. Aufgrund der Verletztenmisere und den vielen englischen Wochen wird es laut Guardiola noch dauern, bis der Motor perfekt läuft: "Bis Dezember wird es schwer."

Frischer Wind beim HSV

Anders die Gefühlslage beim Hamburger SV: "Die Ansprache vor dem Spiel war emotional. Das war eine richtige Gänsehautstimmung. Die Motivation, die er uns mitgab, war der ausschlaggebende Punkt", lobte Tolgay Arslan den neuen Trainer Josef Zinnbauer. Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer ergänzte: "Er versprüht eine unglaubliche Energie und Motivation."

"Mirko Slomka hat die Mannschaft in einem Top-Zustand hinterlassen", dankte Zinnbauer seinem Vorgänger und fügte hinzu: "Die Mannschaft ist brutal intakt, da sind keine faulen Eier drin."

Der FC Bayern steht somit mit acht Punkten aus vier Partien auf dem vierten Tabellenplatz und trifft am Dienstag im Spitzenspiel auf Aufsteiger SC Paderborn. Die weiterhin sieglosen Hamburger wollen am Mittwoch in Mönchengladbach ihren ersten Dreier einfahren.

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