Emmanuel Adebayor, Miralem Pjanic oder Sadio Mane sind nur einige Beispiele für Stars, die in jüngerer Vergangenheit aus der Nachwuchsakademie des FC Metz den Sprung nach ganz oben schafften. Und in ihrem Schatten schickt sich in Lothringen ein neuer Überflieger an, Großes zu leisten. Gestatten: Ismaila Sarr.
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Der 19-jährige Flügelspieler hat sich als spektakuläre Verstärkung für Metz' A-Team entpuppt, das in der Ligue 1 gerade um den Klassenverbleib fightet. Und er schickt sich an, in die Fußstapfen seines senegalesischen Landsmannes Mane zu treten, der beim FC Liverpool in dieser Saison einer der besten Offensivspieler der Premier League ist.
Bisher gleicht Sarrs Laufbahn tatsächlich jener von Mane. Beide lernten auf der Generation Foot, einer inzwischen rennommierten Fußball-Akademie im Senegal. Der FC Metz, der eine Partnerschaft mit eben jener Talentschmiede pflegt, holte sie nach Europa. Und sowohl Mane als auch Sarr gelingt dort der Durchbruch, noch ehe sie ihr 20. Lebensjahr vollenden.
Furchtlos wie Mane
Doch während Metz zu Manes Zeiten in die Drittklassigkeit abstieg, haben Sarr und Co. derzeit gute Karten, weiterhin in Frankreichs Beletage zu bleiben. Der Shootingstar aus Afrika hat daran durchaus großen Anteil.
Furchtlos tritt Sarr auf, ist dynamisch, hat große Stärken im Dribbling, geht häufig mit Mut in Eins-gegen-Eins-Situationen. Vier Ligue-1-Tore sind dem Teenager schon geglückt, das wichtigste davon am vergangenen Wochenende.

Etwa die Hälfte der ersten Halbzeit war absolviert im Derby gegen den Nachbarn und Erzrivalen Nancy. In der eigenen Hälfte kam Sarr an den Ball, lief mit raumgreifenden Schritten auf die gegnerischen Verteidiger zu. Am Strafraum angekommen hatte er dann auch noch Muße und Kraft, die Kugel im Eck zu versenken.
Schon jetzt gilt jener Treffer in Metz als einer der bedeutendsten in der Geschichte des Klubs. Nicht nur wegen seiner Qualität, sondern auch deshalb, weil er in einem Derby zustande kam, noch dazu in einem, das im Abstiegskampf vorentscheidenden Charakter gehabt haben könnte.
"Er ist ein Spieler, der außergewöhnliche Angriffe kreieren kann", sagt sein Trainer Philippe Hinschberger. "Bei diesem Tor hat er untermauert, dass er in der Lage ist, in sinnvollen Bereichen den Ball zu gewinnen und aus seiner Geschwindigkeit Profit zu schlagen."
Schon zum zweiten Mal hatte Sarr das Tor des Spieltags in der Ligue 1 erzielt. Eine Woche zuvor traf er mit einer akrobatischen Volleyabnahme, die im ebenfalls enorm wichtigen Abstiegskrimi gegen Caen einen Punkt sicherte.

Zweifellos erlebt Sarr eine phänomenale Debüt-Saison im Profi-Bereich. Von kleineren Problemchen blieb auch er dabei aber nicht verschont.
Muskuläre Schwierigkeiten legten ihn phasenweise lahm, zuweilen war er nicht mehr als ein Joker. Auch deshalb stand er nur in etwa der Hälfte aller Partien in der Ligue 1 (18 von 35) in der Startelf.
Dennoch lief es alles in allem mehr als zufriedenstellend für Sarr. Belohnt wurde er unter anderem mit dem Debüt in Senegals A-Nationalelf. Bei seinem ersten Einsatz wurde er ausgerechnet für Mane eingewechselt, später stand er beim Afrika-Cup im Kongo als jüngster Spieler des Turniers im Kader.
"Sarr wird Leuten den Kopf verdrehen"
"Er hat sich in den acht Monaten, die er hier ist, toll entwickelt", lobt Metz-Coach Hinschberger. All seine vier Treffer gelangen Sarr, nachdem er Anfang Februar vom Afrika-Cup zurückkehrte. Drei davon gehen als abolsute Traumtore durch.
"Wenn wir Tore wie dieses sehen", sagte Hinschberger nach Sarrs spektakulärem Volley gegen Caen, "wird er Leuten den Kopf verdrehen. Vielleicht nicht überall auf der Welt, aber zumindest in Frankreich."
Vier Jahre hat er noch Vertrag in Metz. Dass er so lange im Nordosten Frankreichs bleibt, erscheint derzeit unwahrscheinlich. Viel eher darf man ihm zutrauen, ebenso wie Mane über die Grenzen der Grande Nation hinaus für Furore zu sorgen. Vielleicht ja auch in der Premier League.



