Neben dem unvergleichlichen Talent von Lionel Messi auf dem Rasen sticht vor allem seine Treue gegenüber dem FC Barcelona hervor. Seit seinem 13. Lebensjahr spielt der Argentinier für die Katalanen - damals bezahlten die Blaugrana noch die Hormonbehandlung für den zarten Teenager. Wegen einer landesweiten Wirtschaftskrise konnte sich dies sein vorheriger Klub, Newell's Old Boys, nicht mehr leisten.
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Während Messi sich dazu entschieden hat, seine Karriere dort zu beenden, wo alles begann, setzte er mit seiner Vertragsverlängerung ein Zeichen für weitere Jahre in Barcelona. Seine Einstellung ist lobenswert, doch für viele Spieler in der heutigen Zeit untypisch.
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Die Mehrheit der Fußballer, vor allem Argentinier und Südamerikaner, hat meist keine Wahl und wechselt ihren Verein spätestens alle zwei Jahre. Auf einem Kontinent, auf dem der ständige Wechsel Teil des Spiels ist, gehören auch Präsentationen und neue Verträge dazu und Städte, die kein Heimatgefühl vermitteln. Man muss nur auf die Familie von Messi schauen und erkennt die Realität des Fußballs für diejenigen, die nicht mit einem solchen Talent gesegnet sind.

Maxi Biancucchi, der Cousin von 'La Pulga', unterschrieb in diesem Sommer auch einen neuen Vertrag. Der zierliche Angreifer, der wie Messi in Rosario aufgewachsen ist, träumte von einer Karriere bei den Newell's Old Boys, als er zum Profi aufstieg. Nun unterschrieb er beim paraguayischen Klub Rubio Nu, seinem 13. Verein in den letzten 13 Jahren.
Titel und Heldenstatus
Auf alle Fälle hatte Biancucchi bisher eine erfolgreiche Karriere, mit einer handvoll Titeln und als Idol bei dem südamerikanischen Schwergewicht Flamengo. Aber als Wandervogel in der Fußballbranche ist er nun eben ständig in Bewegung, Verträge mit einer Laufzeit von zwölf Monaten lassen ihm keine andere Wahl, als immer vor einer ungewissen Zukunft zu stehen.
Kurioserweise haben weder Biancucchi noch sein jüngerer Bruder Emanuel - der aktuell vereinslos ist, nachdem er Rubio Nu kurz vor der Ankunft seines Bruders verlassen musste - lange Zeit in Argentinien gespielt. Das ist aber nicht ungewöhnlich, da viele Spieler alle vier Ecken Südamerikas abklappern, um sich ein Leben aufzubauen. Bei Biancucchi ist es jedoch die Angst, die ihn bisher davon abgehalten hat.
"Wenn es nach mir gehen würde, hätte ich bereits für Newell's gespielt, aber ich muss an meine Familie denken. Ich glaube, dass die Menschen in Argentinien zu aggressiv sind und das lässt mich zögern", betonte Maxi im Gespräch mit der DPA 2013, als er für Vitoria in Brasilien spielte. "In Argentinien gehst du zum Eckball und wirst von Polizeischildern geschützt. Das ist ein komisches Gefühl. Wir leben im Jahr 2013, da sollte es nicht so sein."
Keine Einladung zu Messis Hochzeit
Auch auf der gesellschaftlich wohl glamourösesten Veranstaltung des Jahres in Argentinien, der Hochzeit von Lionel Messi und Antonella Roccuzzo, standen die beiden Cousins Maxi und Emanuel nicht auf der Gästeliste. Angeblich ist der Grund ein Zwist zwischen den beiden Vätern, bei dem Jorge ein Veto bei Claudio Biancucchi, der früher für die Stiftung von Messi arbeitete, eingelegt hat. Viele Fans bombardierten Maxi mit Fragen, warum er denn nicht zu der Hochzeit kommt, doch er hüllte sich in Schweigen. Am Tag der Hochzeit machte er stattdessen ein Barbecue mit seinem Bruder - fernab von all dem Ruhm und Glamour.
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Biancucchi versuchte stets, seinen eigenen Weg in der Welt des Fußballs zu gehen und sich aus dem Schatten seines begnadeten Cousins zu lösen: "Es ist ganz einfach im Fußball. Wenn du gut spielst, applaudieren die Fans und wenn du schlecht spielst, dann wirst du beleidigt. Da ist es egal, ob du der Cousin von Maradona, Pele oder sonst jemandem bist. Leo ist ein phänomenaler Spieler und eine noch größere Person, aber ich möchte nach dem beurteilt werden, was ich auf dem Platz mache."

Ruhm, Berühmtheit und Reichtum, wie es 'La Pulga' erlebt, ist nicht in Reichweite für den Wandervogel Maxi. Doch trotz allem, sollte seine Karriere morgen enden, kann Biancucchi auf einige schöne Erfolge zurückblicken. Mit Sportivo Luqueno gewann er 2007 die Apertura - eine Meisterschaft, die der Erste der Hinrunde gewinnt. Dies war er der dritte Titel in der Vereinsgeschichte seines damaligen Klubs und der erste Triumph seit 1953 für den Vorstadtverein aus Asuncion. Es ist nicht weniger ein Meisterwerk, als wenn Messi mit Barcelona das Triple holen würde.
Wenn man die Fans von Flamengo oder Olimpia nach Biancucchi fragt, dann sprechen alle von einem ehemaligen Idol - und das, obwohl er eine Rückkehr zu seinen Ex-Vereinen in diesem Sommer ablehnte. Am Ende ist es vielleicht nicht der Glitzer und Glamour aus LaLiga, aber Maxi hat bewiesen, dass er es verdient hat, wegen seinen eigenen Leistungen in Erinnerungen zu bleiben und nicht wegen seines begnadeten Cousins.

