Ibrahimovic vor "Krieg von Solna": "Will unbedingt zur EM"

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Stephen Pond
Im "Krieg von Solna" soll General Ibrahimovic den Unterschied machen. Ganz Schweden träumt vor dem Play-off-Duell mit Dänemark von der EM-Teilnahme.

Für Gladbachs Oscar Wendt wird es "Krieg und mehr Kampf als Fußball", für Superstar Zlatan Ibrahimovic wohl nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zur EURO 2016. "Was ich derzeit tue, ist mehr als genug", sagte Schwedens Angreifer in der ihm eigenen Art und ergänzte vor dem brisanten Play-off-Hinspiel gegen den Nachbarn Dänemark: "Ich will die EM in Frankreich unbedingt spielen."

Wenn am Samstag ab 20.45 Uhr im schwedischen Solna der Ball rollt, ruhen die Hoffnungen einer ganzen Nation auf "Ibrakadabra". Und der 34-Jährige Star von Paris St. Germain ist sich der Schlüsselrolle bewusst, spricht von einer "unglaublich großen Verantwortung." Angst zu Scheitern? "Ich bin nicht gestresst", sagte der frisch gebackener Fußballer des Jahres entspannt: "Ich habe schon Schweden und Frankreich in der Fußball-Welt populär gemacht. Ich freue mich auf die Duelle."

Von Freundschaft kann beim Kräftemessen der Erzrivalen keine Rede sein. Zwar findet die Partie in der "Friends Arena" statt, während der 90 Minuten aber herrscht bittere Feindschaft. "Spiele gegen Dänemark sind etwas Besonderes. Es ist immer Krieg, wenn wir gegen sie spielen", sagte Wendt und fuhr siegessicher fort: "Wir haben einen der besten Spieler der Welt und die bessere Mannschaft."

Genutzt hat das zuletzt aber reichlich wenig, zumindest gegen Dänemark und in den Play-offs. Auf dem Weg zur WM-Endrunde 2014 scheiterte "Tre Kronor" in den beiden Entscheidungsspielen an Portugal, gegen die Dänen verließ man zuletzt viermal in Serie den Platz als Verlierer. "Ich denke aber", sagte Schwedens Coach Erik Hamren optimistisch, "dass unsere Zeit nun gekommen ist."

"Fühle mich stärker als im Vorjahr"

Das Gefühl haben freilich auch die Dänen, die ebenso wie die Slowenen in ihrer Ausscheidung mit der Ukraine (18.00 Uhr) auf den Heimvorteil im Rückspiel bauen. "Es ist immer ganz speziell, die Angelegenheit vor den eigenen Fans zu entscheiden", sagte Dänemarks Trainer Morten Olsen. Nur allzu gerne erinnert sich der 66-Jährige, der nach der EM aufhören wird, an den 10. Oktober 2009, als seiner Mannschaft die WM-Qualifikation vor heimischer Kulisse gelang - mit einem Sieg gegen Schweden.

Der Europameister von 1992 könnte auch in diesen Tagen wieder von einer geschlossenen Teamleistung profitieren. Im Sturm wirbelt "Lord" Nicklas Bendtner, in Sachen Selbsteinschätzung und Extraversion so etwas wie die dänische Kopie von Ibrahimovic. Das schwedische Original soll zudem in der Abwehr Simon Kjaer bremsen. "Er hat schon Cristiano Ronaldo gestoppt", sagte Dänemarks Erik Sviatchenko über Kjaer, "also wieso nicht auch Zlatan?"

Ganz einfach: Weil dieser bekanntlich Gott ist - zumindest nach eigener Auffassung. "Ich fühle mich gut und stärker als im Vorjahr", sagte Ibrahimovic: "Und stellen Sie sich mal vor, was ich leisten würde, wenn ich noch jung wäre."

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