Zum zweiten Mal binnen vier Tagen haben die französischen Behörden während der Europameisterschaft den russischen Fan-Anführer und Rechtsaktivisten Alexander Schprygin ausgewiesen. Schprygin sei in ein Flugzeug nach Moskau gesetzt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Paris.
Der russische Nationalist war bereits am Samstag im Zusammenhang mit Fan-Krawallen abgeschoben worden. Er reiste aber per Flugzeug nach Barcelona und von dort mit dem Auto wieder nach Frankreich ein. Beim dritten und letzten Vorrundenspiel der russischen Nationalmannschaft am Montag in Toulouse gegen Wales (0:3) war Schprygin erneut vorläufig festgenommen worden. Zuvor hatte er damit geprahlt, doch wieder im Stadion zu sein.
Schprygin ist Mitarbeiter des rechtsextremen russischen Parlamentsabgeordneten Igor Lebedew, er gilt als aggressiver Nationalist. Er zählte zu jenen Fans, die im Zusammenhang mit den blutigen Fan-Krawallen am 11. Juni in Marseille festgenommen worden waren. Ein erneuter kurzfristiger Einreiseversuch ist unwahrscheinlich, die russische Mannschaft ist mittlerweile aus dem EM-Turnier ausgeschieden.

