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Joachim Low Germany 11162015Getty

EM-Countdown beginnt: Personalsorgen bei Bundestrainer Löw

Im WM-Finale 2014 die Helden, knapp zwei Jahre später nur noch Statisten: Dass Mario Götze auf Vorlage von Andre Schürrle den 1:0-Siegtreffer gegen Argentinien erzielte und Deutschland den vierten WM-Stern bescherte, ist längst Geschichte. Zur 100-Tage-Frist vor dem Start der EM-Endrunde in Frankreich (10. Juni und Juli) am Mittwoch teilen die beiden Protagonisten von Maracana dasselbe Schicksal, das am vergangenen Samstag auch das Dilemma von Bundestrainer Joachim Löw offenbarte.

Beim 2:0-Erfolg von Rekordmeister Bayern München beim VfL-Wolfsburg saß Götze einmal mehr 90 Minuten auf der Bank, Schürrle musste bis zur 72. Minute auf seine Einwechslung bei den Wölfen warten. 18 Tage vor der Nominierung von Löw für die ersten beiden Länderspiele des Jahres am 26. März in Berlin gegen England in Berlin und drei Tage darauf in München gegen Italien sind die beiden Weltmeister nur noch zweite Wahl.

Personalsorgen bei Bundestrainer Löw

Doch das sind nicht die einzigen Probleme von Löw, der knapp drei Monate nach den verheerenden Terroranschlägen von Paris diese Woche wieder in die französische Hauptstadt reist. Am Donnerstag werden die Trainer der 24 Teams 99 Tage vor dem EM-Start in der Nähe des Eiffelturms auf das Turnier eingestimmt.

Löw, der ebenso wie sein Stab derzeit in der Bundesliga und in halb Europa seine Kandidaten unter die Lupe nimmt, muss sich auch um seinen Kapitän Bastian Schweinsteiger und vor allem um Abwehrchef Jerome Boateng sorgen, der wegen einer schweren Muskelverletzung frühestens im April wieder trainieren  kann. "Er schafft das", sagt Löw, der Schweinsteiger stützt. "Er ist nach wie vor ein Weltklasse-Spieler und unumstritten unser Kapitän", hatte der 55-Jährige unlängst festgestellt, als sich sein derzeit angeschlagener (Innenbandanriss) emotionaler Leader  nach schwachen Leistungen für Manchester United auf der Insel heftig kritisiert wurde.

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In Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes, der auch auf der vom DFB veröffentlichten Liste der 31 EM-Kandidaten steht, ist ein weiterer WM-Champion wegen einer Muskelverletzung noch einige Zeit außen vor. Und Holger Badstuber, dem noch Außenseiterchancen für die EM eingeräumt worden waren, wurde von einer Knöchelfraktur erneut zurückgeworfen.

Löw bleibt trotz dieser Verletzungen noch ganz ruhig. Schließlich gab es vor der WM in Brasilien in Torwart Manuel Neuer oder auch Schweinsteiger und Sami Khedira drei Sorgenkinder, die dann durch gezielte Arbeit im Trainingslager wieder rechtzeitig fit wurden. Richtig fit werden muss offenbar auch wieder Khedira, der nach seinen schwachen Leistungen für Juventus Turin gegen Bayern München in der Champions League und gegen Inter Mailand von der italienischen Presse kritisch beurteilt wurde.

Zahlreiche Profis außer Form

Nicht stabil sind in dieser Saison aus unterschiedlichen Gründen auch die Leistungen von Karim Bellarabi und Christoph Kramer (beide Leverkusen), Schalkes Aufsteiger Leroy Sane, Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul) und Schürrles Teamkollegen Julian Draxler und Max Kruse. Löw dürfte sich auch bei diesen Profis Gedanken machen müssen.

Es gibt aber auch positive Nachrichten für Löw. Der vor der WM aussortierte Mario Gomez trifft für Besiktas Istanbul nach Belieben und Abwehrspieler Robert Huth, der 2009 sein letztes Länderspiel bestritt, bringt Woche für Woche bei Englands Überraschungs-Tabellenführer Leicester City hervorragende Leistungen. Doch Löws Begeisterung für den 31-Jährigen hält sich in Grenzen. Skhodran Mustafi, Matthias Ginter und Antonio Rüdiger sind für den Bundestrainer offenbar die besseren Alternativen. Aber auch Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) wurde von Löw mehrfach beobachtet.

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