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Felix Brych Schiedsrichter 17102015Getty Images

Doch keine Phantom-EM für Brych: DFB-Schiri darf endlich pfeifen

Das lange Warten hat ein Ende: Die EM bleibt für den deutschen Schiedsrichter Felix Brych doch kein "Phantomturnier". Der Münchner gehörte am Montag zu den letzten drei Nominierten in der ersten "Referee-Runde" und kommt am Donnerstag in der 16. EURO-Partie zu seinem ersten Einsatz. Der Jurist, der als einer von 18 EM-Unparteiischen in Frankreich dabei ist, pfeift in Lens das brisante Bruderduell der Gruppe B zwischen England und Wales (15.00 Uhr im LIVE-TICKER).

Damit macht Brych ("Unser Ziel muss es sein, möglichst viele Partien zu bekommen und die möglichst sauber zu pfeifen") seinen "Grand Slam" perfekt. Der 40-Jährige war schon bei den Olympischen Spielen 2012 in London, dem Confed Cup 2013 und der WM 2014 (beide in Brasilien) im Einsatz.

Zum EM-Team von Brych gehören seine Assistenten Mark Borsch (Mönchengladbach) und Stefan Lupp (Zossen), die Torrichter Marco Fritz (Korb) und Bastian Dankert (Rostock), sowie der Ersatz-Assistent Marco Achmüller (Bad Füssing).

Phantomtor haftet an Brych

Was Brych trotz seiner Karriere-Höhepunkte bei den großen Turnieren aber immer noch umtreibt, wurde am letzten Spieltag der abgelaufenen Bundesliga-Saison deutlich - natürlich in Sinsheim. Vor dem Spiel zwischen 1899 Hoffenheim und Schalke 04 (1:4) warf Brych mit seinen Assistenten immer wieder Bälle ans Außennetz. Diesmal ging keiner rein - anders als an diesem unglückseligen 18. Oktober 2013.

Als Brych an jenem Freitagabend vor knapp drei Jahren den Kopfballtreffer von Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) anerkannte, obwohl der Ball durch ein Loch im Netz von außen im Tor gelandet war, stand die Überschrift über seinem Werdegang trotz aller Turnier-Teilnahmen fest: Phantomtor-Schiedsrichter. Diesen Makel wird Brych, der seit 2004 in der Bundesliga pfeift und schon drei Jahre später zum FIFA-Referee aufstieg, nicht mehr los. Da helfen weder die Ehrungen zum deutschen Schiedsrichter des Jahres (2013 und 2015) noch die Berufungen für Endspiele (Europa League 2014, DFB-Pokal 2015).

Vielleicht sah Brych auch deshalb seiner ersten EURO mit großer Demut entgegen. "Ein Final-Wunsch wäre Utopie. Dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle, die wir nicht beeinflussen können", sagte Brych, der neben der Schiedsrichterei als Abteilungsleiter für Talentförderung und Unparteiische beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) arbeitet: "Ich möchte mit meinem Team vor allem eine gute Zeit haben. Wenn wir das schaffen, haben wir schon viel erreicht."

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