Auch abseits des Platzes wird Jerome Botaeng seiner Rolle als Führungsspieler gerecht. Nach dem 0:0 der deutschen Nationalmannschaft im zweiten EM-Spiel gegen Polen sprach der Verteidiger in der Mixed Zone Klartext.
Jerome, wie bewerten Sie das Resultat?
Jerome Boateng: Wir haben gekämpft und als Team gut nach hinten gearbeitet. Insgesamt standen wir auch besser als gegen die Ukraine. Offensiv war es aber viel zu wenig. Dafür ist die ganze Mannschaft verantwortlich. So können wir froh sein, dass es 0:0 ausgegangen ist. Da muss mehr kommen!
Gegen die Ukraine hat es in der Defensive nicht gestimmt, nun hakte es in der Offensive.
Boateng: Es war letztes Mal nicht nur die Abwehr. Wenn es vorne nicht stimmt, kann es auch hinten nicht stimmen und andersherum genauso. Es war zu wenig Bewegung vorne, das geht nicht. Gegen so tiefstehende Mannschaften muss man mehr in Laufwege investieren.
Wo steht die Mannschaft momentan?
Boateng: Das ist schwer zu sagen. Das zweite Spiel ist nicht optimal gelaufen. Jetzt müssen wir versuchen, besser zu spielen.
Sie haben kurz nach Abpfiff gesagt: "Wenn wir so weitermachen, kommen wir nicht weit." Wie haben Sie das gemacht?
Boateng: Wir müssen aufwachen! Wir wissen, dass unsere Gegner defensiv spielen und müssen schlicht mehr investieren und uns mehr Torchancen erarbeiten. Es geht nicht von alleine, heutzutage sowieso nicht. Die kleinen Teams haben aufgeschlossen, lauern auf Konter oder Standardsituationen. Wir können und müssen viel besser spielen.
Was hat konkret gefehlt?
Boateng: Das Tempo, die Bewegung. Wir müssen den Ball schneller laufen lassen und vorne öfter in die Tiefe gehen und nicht nur warten, bis wir den Ball in die Füße bekommen.
Ist der Übergang von 2014 auf 2016 doch schwieriger als ursprünglich angenommen?
Boateng: Es ist ein anderes Turnier. Die Mannschaften sind noch defensiver eingestellt, da manche Gruppendritte auch noch weiterkommen. Da müssen wir Lösungen finden, auch mal über die Außen durchkommen und Flanken bringen.
Gegen Nordirland wird es nun im letzten Gruppenspiel nochmal spannend.
Boateng: Es geht um was, das ist für uns vielleicht gar nicht schlecht. Wir müssen alle zusammen zeigen, was für eine Mannschaft wir sind.
Sie haben mit Robert Lewandowski das Trikot getauscht. Was hat er gesagt?
Boateng: Er hat gratuliert und gesagt, dass ich gut gespielt habe. Das habe ich zurückgegeben. Es ist schwierig, ihn in den Griff zu bekommen, aber wir haben es als Team gut gemacht. Er hatte, glaube ich, keine richtig gute Chance.
Goal-Journalisten werden ausgestattet mit dem Samsung Galaxy S7 und Gear 360

