DFB stellt EM-Sicherheitskonzept auf den Prüfstand

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Nach den Terroranschlägen von Paris stellt Weltmeister Deutschland sein Sicherheitskonzept für die EM-Endrunde 2016 auf den Prüfstand.

"Die Sicherheit für das Turnier in Frankreich wird natürlich bedingt durch die Vorfälle von Paris eine noch größere Herausforderung für uns als sie ohnehin schon war. Wir müssen jetzt zusammenstehen und dafür sorgen, dass alles Menschenmögliche getan wird, um bei der EURO die bestmögliche Sicherheit zu garantieren", sagte Hendrik Große Lefert dem SID.

Der Sicherheitsbeauftragte des DFB betonte zudem, dass die Vorbereitungen auf Frankreich in Sicherheitsfragen eine besondere Herausforderung sei, "die wir intensiv annehmen müssen". Aber auch in der Vergangenheit habe die Sicherheit bereits eine übergeordnete Rolle gespielt, so bei der Heim-WM 2006 und zuletzt vor allem auch 2010 in Brasilien.

"Sehr große Herausforderung"

Auch DFB-Interimspräsident Rainer Koch äußerte sich entsprechend in der Bild-Zeitung: "Natürlich müssen wir uns auch beim DFB Gedanken über erweiterte Sicherheitsmaßnahmen bei der EM machen". Dies gelte aber nicht nur für den DFB: "Für die Franzosen wird die Sicherheit bei der EM eine sehr große Herausforderung."

Die deutsche Mannschaft hatte wegen der erhöhten Gefährdungslage am Freitag nach der 0:2-Niederlage gegen Frankreich die Nacht in den Katakomben des Stade de France verbringen müssen. Hendrik Große Lefert glaubt, dass die Vorfälle von Paris künftig auch die Maßnahmen bei der deutschen Mannschaft selbst betreffen: "Auch da muss man ein Spagat hinbekommen. Zum einen müssen die notwendigen Vorkehrungen zum Schutz der Spieler getroffen werden, zum anderen müssen Spieler und Trainer und alle, die dazugehören, den Kontakt zur Außenwelt so normal wie möglich halten."

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff sagte zu Wochenbeginn, dass man hinsichtlich der EM natürlich noch einmal über alle Aspekte nachdenken und entsprechen nachjustieren werde. "Die Geschehnisse werden natürlich auf die EM Auswirkungen haben. Über konkrete zusätzliche Maßnahmen werden wir sprechen müssen." Bundestrainer Joachim Löw äußerte: "Ich bin sicher, dass die Regierung alles tun wird, dass die Sicherheit gegeben ist. Es macht wenig Sinn über ein anderes Land zu diskutieren."

Keine Diskussionen über Alternativen

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Trotz der Terroranschläge mit 132 Toten soll die EURO im kommenden Sommer in neun französischen Städten ausgetragen werden. "Letztlich ist es nicht entscheidend, wo die EM stattfindet, weil diese schrecklichen Attentate überall passieren können", sagte Weltmeister Jerome Boateng dem kicker. Das unterstrich auch Bundestrainer Joachim Löw: "Ich bin sicher, dass die Regierung alles tun wird, dass die Sicherheit gegeben ist. Es macht wenig Sinn, über ein anderes Land zu diskutieren."

Im Stade de France, in das die Terroristen offensichtlich eindringen wollten, finden das Eröffnungsspiel und das Finale der EM statt. Dennoch solle man nicht in Panik verfallen, sagte Große Lefert: "Eine hundertprozentige Sicherheit kann es im gesellschaftlichen Raum nie geben. Dessen muss sich jedermann bewusst sein. Wir dürfen jetzt aber trotz der schlimmen Vorfälle nicht den Fehler machen, unser Leben von der Angst diktieren zu lassen. Aber wir müssen nach wie vor immer aufmerksam und wachsam sein. Nicht nur im Fußballstadion."

Sicherheitsexperte Helmut Spahn hatte im SID-Gespräch das Sicherheitskonzept der  Franzosen als " verbesserungsfähig" bezeichnet. "Man hat bei den Anschlägen in Paris einmal mehr das Gefühl gewonnen, dass sich die Franzosen in diesen Fragen zu sehr abschotten und auf Ratschläge anderer verzichten. Die Franzosen müssen sich bei diesem Thema der Welt öffnen, damit sich die Gäste sicher fühlen", sagte der frühere DFB-Sicherheitschef.

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