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DFB-Kommentar: Warum Mario Gomez' Ausfall am schwersten wiegt

08:00 MESZ 05.07.16
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Löw hat keinen zweiten Mittelstürmer im Kader, deshalb wiegt Gomez' Ausfall besonders schwer. Nun muss Müller in vorderster Front spielen. Ein Kommentar.

Mindestens drei, womöglich vier wichtige Spieler werden der deutschen Nationalmannschaft im EM-Halbfinale gegen Frankreich fehlen. Die Sperre von Mats Hummels ist bitter, die verletzungsbedingten Ausfälle von Sami Khedira und eventuell Bastian Schweinsteiger sind ärgerlich. Am meisten weh tut jedoch das EM-Aus von Mario Gomez.

Hummels kann in Person von Benedikt Höwedes oder Shkodran Mustafi zwar nicht gleichwertig, aber ohne schwerwiegenden Qualitätsverlust ersetzt werden. Khedira zeigte bislang mäßige bis ordentliche, aber keineswegs herausragende Leistungen, Schweinsteiger spielte gegen Italien solide - nicht mehr. Mit Julian Weigl und Emre Can stehen zwei junge, schon international erfahrene Ersatzmänner bereit. Insbesondere der Dortmunder besticht mit einer Pass- und Ballsicherheit, die seinesgleichen suchen und könnte damit sogar eine Bereicherung fürs deutsche Spiel darstellen.

Aber Gomez? Der kann nicht ersetzt werden, schon gar nicht Eins-zu-eins. Weil er als Spielertyp ein Unikat ist im Kader des DFB-Teams. Weil er sich im Turnierverlauf als immens wichtiger Bestandteil entpuppte. Weil er als Vollstrecker und als Vorbereiter glänzte. Und nicht zuletzt, weil er seinen Mitspielern wertvolle Freiräume schaffte.

"Mario ist jemand, der Gegenspieler durch seine körperliche Präsenz bindet. Er kann aus einer Chance ein Tor machen, hat einen Abschluss wie nur wenige andere Mittelstürmer. Mit seinen Bewegungen ist er im Sechzehner gefährlich, hat dazu eine gewisse Kopfballstärke. Das wird uns fehlen", weiß Joachim Löw ganz genau um die Qualitäten seines Schützlings und den damit verbundenen Verlust. Besonders ärgerlich ist Gomez’ Verletzung im Hinblick aufs Halbfinale. Die Innenverteidigung ist Frankreichs womöglich einzige echte Schwachstelle, bei hohen Bällen hat der Gastgeber Probleme.

Jetzt muss Müller vorne stürmen

Klar, da sind Mario Götze, Julian Draxler und Thomas Müller, theoretisch auch noch Lukas Podolski und Andre Schürrle, die vorne drin spielen können. Gute Jungs, bloß keine Mittelstürmer. Wie sehr das Spiel des Weltmeisters darunter leiden kann, war in den ersten beiden Gruppenspielen gegen die Ukraine und Polen streckenweise zu sehen.

Nur hilft all das Jammern nichts, das weiß Löw am Besten. Er könnte und sollte nun auf Müller in vorderster Front setzen. Zuletzt agierte der bereits zentraler als noch zu Turnierbeginn und war in der Folge besser ins Spiel eingebunden. In der Rolle des Stürmers könnte er seine Stärken im Pressing womöglich noch effektiver einsetzen. Und, wichtiger, die Wahrscheinlichkeit auf seinen ersten EM-Treffer würde auf dieser Position weiter ansteigen. Denn eine Gemeinsamkeit gibt es zwischen Gomez und Müller: Beide sind Knipser - und können aus einer Chance ein Tor machen.

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