David Kopacz: Das BVB-Talent spielt um seine goldene Zukunft

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Schnell, offensivstark und flexibel: David Kopacz ist eine Geheimwaffe in der Jugend von Borussia Dortmund. In Polen ist er deshalb hochangesehen.


HINTERGRUND

Die Nervosität bei David Kopacz steigt von Woche zu Woche. Der U19-Spieler von Borussia Dortmund spielt in dieser Saison um seine Zukunft im Profifußball. Der 18-Jährige ist in seinem zweiten A-Jugend-Jahr beim Deutschen Meister der Vorsaison. Zum Titelgewinn hatte der in Iserlohn geborene polnische Jugendnationalspieler maßgeblich beigetragen. Auch in dieser Saison läuft es für Kopacz schon wieder glänzend: In neun Spielen stand der offensive Mittelfeldspieler auf dem Platz, schoss dabei vier Tore. Damit soll noch lange nicht Schluss sein - auch wenn Kopacz inzwischen sogar als Außenverteidiger zum Einsatz kommt.

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Dabei war es wohl purer Zufall, dass Kopacz für den BVB aufläuft. Sein Mitspieler und Kumpel Robin Wodniok, der seit fast zwei Jahren verletzungsbedingt kein Spiel mehr für die Schwarz-Gelben gemacht hat, empfahl den Verantwortlichen Kopacz. "Robin sagte seinem Trainer, dass er einen Freund hat, der noch besser ist als er. Im Herbst luden sie meinen Sohn zum Test ein", sagte Peter Kopacz, Vater von David, der polnischen Zeitung Przeglad Sportowy. Dies ist inzwischen einige Jahre her - und sein Sohn hat sich beim BVB prächtig entwickelt, spielte zuletzt sogar für die polnische U21-Nationalmannschaft.

Kopacz "ein besonderer Spieler"

Für BVB-Jugendexperte Niklas Kuhr, der mit einigen Gleichgesinnten den Twitteraccount BVBJugend betreibt, war die Entwicklung absehbar. "Ich habe Kopacz das erste Mal in der U16 des BVB spielen sehen gegen Ende der Saison 14/15", sagte er Goal. Damals spielte der BVB beim abstiegsbedrohten FC Iserlohn. "Auf dem Papier war das Spiel eine klare Sache, aber auf dem Platz lief es ganz anders. Die Iserlohner vergaben Großchance um Großchance, der BVB hingegen fand kein Mittel gegen die defensiv gut organisierten Sauerländer", erinnert sich Kuhr. Nur ein Spieler stach damals heraus: David Kopacz.

"Er versuchte es immer wieder mit Dribblings und Einzelaktionen. In der 65. Minuten donnerte er den Ball aus 20 Metern in den Winkel und der BVB gewann äußerst schmeichelhaft mit 1:0. Am Ende stand Kopacz mit aufgeschürften Knien und erschöpft am Seitenrand, weil er sich auf dem Kunstrasen immer wieder in Zweikämpfe geschmissen und sich aufgerieben hatte. Spätestens nach dem Spiel war ich überzeugt davon, dass aus David ein besonderer Spieler werden kann", sagt Kuhr.

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Das haben auch die Trainer erkannt - vor allem in Polen. Durch das polnische Rekrutierungsprogramm fiel er den Scouts auf, die seine Leistungen gleich an den Verband weitergaben. Dieser lud Kopacz in die U15-Nationalmannschaft ein. Seitdem kickt er für das Heimatland seiner Eltern. Damit das so bleibt, debütierte der erst 18-jährige Kopacz im Oktober für die U21 Polens. "Ich war nervös", sagte er über den Moment. Kein Wunder, war er doch mit Abstand der jüngste Spieler im Kader von Nationaltrainer Czeslaw Michniewicz. Überraschend kommt es nicht, dass Kopacz schon in diesem jungen Alter in der U21 spielt. Schon in der U19 Polens war er ein Leistungsträger und sogar Kapitän der Mannschaft.

Auftritte als Rechtsverteidiger ungewohnt

Der 1,80 Meter große Kopacz ist ein Spieler, der seinen Weg geht. Seit er denken kann, spielt er im offensiven Mittelfeld. Seine herausragenden technischen Fähigkeiten, seine Uneigennützigkeit, sein hohes läuferisches Tempo, sein starker Antritt und seine Gelassenheit machen Kopacz aus. Diese Eigenschaften machen ihn enorm flexibel, weshalb ihn sein A-Jugend-Trainer Benjamin Hoffmann bei Borussia Dortmund zuletzt sogar als Rechtsverteidiger aufbot. "Auch wenn er auf einigen Positionen besser oder schlechter aufgehoben ist, bringt er doch die fußballerische Klasse und auch Spielintelligenz mit, um auf vielen unterschiedlichen Positionen zu spielen", sagt Jean Debinski Goal. Er betreibt zusammen mit Kuhr den Twitteraccount 'BVBJugend' und kennt sich vor allem im polnischen Fußball gut aus.

Doch mit der neuen Position kann sich Kopacz noch nicht so ganz anfreunden. "In der Abwehr gibt es andere Verhaltensweisen", sagte er Przeglad Sportowy. "Wenn ich auf dieser Position bleiben soll, muss ich dies lernen. Aber ich hoffe, dass ich in die Mitte zurückkehren werde", sagte der 18-Jährige. Kopacz will lieber gestalten, die Räume in der Offensive nutzen und seine Mitspieler in Szene setzen. Auf der Außenverteidigerposition kommt er nicht so richtig zum Zuge, auch wenn er dort seine anderen Stärken ausspielen kann. "Er geht sehr weite Wege und gehört regelmäßig zu den laufstärksten Spielern", sagt Debinski. "Dazu kommen sein gutes und präzises Passspiel sowie die guten Flanken."

Also hat er doch eine Zukunft auf den Außenpositionen? Ein Blick zu den Profis von Peter Bosz, der Kopacz im Sommer bereits in Testspielen einsetzte, verrät, dass gerade dort durchaus Bedarf besteht. Kopacz könnte auf der Rechtsverteidigerposition seinen polnischen Landsmann Lukasz Piszczek beerben. Auch Kopacz spielt wie "Piszu" eher unauffällig. "Er ist oft einer der Spieler, der nicht groß auffällt, wenn er auf dem Platz steht, bei dem es aber eben genau dann auffällt, wenn er nicht spielt", beschreibt Debinski diese Eigenschaft.

Für Kopacz ist diese Saison eine entscheidende. Im Sommer 2018 läuft sein Juniorenvertrag aus. Erste Gespräche über einen Profivertrag hat es bereits gegeben. Der 18-Jährige spielt also um seine Zukunft bei der Borussia - oder zumindest im Profifußball. Dass er eine hat, davon ist Kuhr überzeugt. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Er vereint Technik, Dribbelstärke und fußballerische Klasse mit Kampf und Einsatzwille. Eine Mischung, die ihn unglaublich flexibel einsetzbar und schwer berechenbar macht", sagte er.

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