Direkt nach der Auslosung ging für Weltmeister Deutschland die Mission "Rekord-EM-Titel" in die heiße Phase. Teammanager Oliver Bierhoff , Bundestrainer Joachim Löw und seine Assistenten steckten die Köpfe zusammen und gingen mit der Gewissheit über Gruppengegner, Termine und Spielorte in die konkrete Planung für die EM-Endrunde 2016 (10. Junin bis 12. Juli) in Frankreich. "Wir haben vieles vorgeplant, jetzt geht es in die Detailarbeit", erklärt Bierhoff: "Wir sind froh, endlich konkret werden zu können."
Es geht vor allem um die heiße Phase nach dem letzten Bundesliga-Spieltag. Die genaue Datierung des bereits sicheren Trainingslagers in Ascona am Lago Maggiore, wo das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sich schon auf die EM 2008 vorbereitet hatte. Die beiden letzten Testspielgegner zwischen dem Start der Vorbereitung und dem ersten Turnierspiel am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine. Und die genauen Termine für den kurzen Heimat-Tripp, den die Spieler nach der Rückkehr aus der Schweiz einlegen dürfen, und der Abreise ins Teamquartier in Evian-les-Bains am Genfer See.
"Gehören zu den Favoriten"
"Wenn wir das richtig vorbereiten, gehören wir zu den Favoriten", sagt Bierhoff, der vom Einfluss organisatorischer Perfektion auf sportliche Leistung überzeugt ist. Im Kinofilm "Die Mannschaft" erzählte er nach der WM 2014 vom Einfluss des Teamquartiers und von der Initialzündung durch die Ankunft und erste Fähr-Überfahrt am Mittag.
Im Stade de France von St. Denis - jenem Stadion, in dem die deutsche Delegation am 13. November Zeuge der Terroranschläge von Paris wurde und in das sie bereits am 16. Juni zum zweiten Gruppenspiel gegen Polen zurückkehrt - soll am 10. Juli auch der vierte EM-Triumph nach 1972, 1980 und 1996 folgen. Damit wäre Deutschland wieder alleiniger Rekordchampion, nachdem die Spanier durch ihre beiden Erfolge bei den jüngsten Turnieren 2008 und 2012 aufgeschlossen haben.
Testspiel gegen britischer oder osteuropäischer Gegner
Direkt startete nach der Auslosung laut Bierhoff der "Run" auf den besten Testspielgegner. Nachdem Deutschland Polen, die Ukraine und Nordirland zugelost wurden, sind für die DFB-Elf ein osteuropäischer oder britischer Gegner vorstellbar. Eine weitere Option ist die Nachholung des aus Sicherheitsbedenken abgesagten Länderspiels gegen die Niederlande.
Aber auch gegen vermeintlich schwächere Gegner spielte die Nationalmannschaft vor einigen Turnieren, um sich mit einigen Toren noch einmal Selbstvertrauen zu holen. Einer der beiden noch zu vereinbarenden Tests könnte im Trainingslager in der Schweiz stattfinden, zudem sind Mönchengladbach und Augsburg im Gespräch. Es wäre das erste Länderspiel in der bayerischen Schwabenstadt seit 1985.
Das Trainingslager im Tessin wird voraussichtlich zwölf Tage dauern, danach wird Löw seinen Spielern wie 2014 noch einmal zwei oder maximal drei Tage zu Hause bei ihren Familien gönnen. Spätestens fünf Tage vor dem ersten Spiel, also am 7. Juni, muss das Löw-Team sein Quartier beziehen, wahrscheinlich wird es noch einen oder zwei Tage früher in Evian aufschlagen.
Im Mai wird Löw eventuell nochmal auf Aktualitäten reagieren müssen, je nachdem, welche Teams am 21. Mai das DFB-Pokalfinale bestreiten oder ob Bayern München oder gar der VfL Wolfsburg mit den EM-Kandidaten Max Kruse, Julian Draxler und André Schürrle am 28. Mai im Champions-League-Endspiel steht. Auch davon hängt ab, ob der Bundestrainer vor der Benennung seines endgültigen Aufgebots am 31. Mai einen vorläufigen Kader mit mehr als 23 Spielern berufen wird, um hohe Trainingsqualität garantieren zu>
