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Ligue 1

Aus der Ligue 1 zum Superstar: David Trezeguet

13:30 MESZ 16.04.17
David Trezeguet, AS Monaco
Der Franko-Argentinier wuchs in Südamerika auf, doch er wurde in der Ligue 1 ausgebildet und eroberte danach die Fußballwelt.

Beides waren harte Volleyschüsse, die er mit seinem eigentlich schwächeren Fuß abfeuerte.

David Trezeguet trug sich gleich doppelt in die Geschichtsbücher ein. Es waren die beiden größten Momente einer bemerkenswerten Karriere - und sie lagen elf Jahre auseinander. Was sie einte: Beide Augenblicke wurden in verschiedenen Erdteilen groß gewürdigt.

Trezeguet wurde als Kind argentinischer Eltern in Frankreich geboren - und er vereinigte das Beste aus diesen beiden Fußball-Welten. Seine großartige Karriere fand ihren Anfang und ihr Ende in Südamerika. Dort wurde er ausgebildet, um sich in der Ligue 1 durchzusetzen und dort setzte er den Schlusspunkt seiner Laufbahn.

Davids Vater Jorge war selbst Profifußballer und hatte in den späten Siebzigern Buenos Aires verlassen, um in Nordfrankreich beim FC Rouen zu spielen. Während seiner Zeit beim Klub wurde der kleine David geboren, der in seiner Karriere alle gesetzten Ziele erreichen sollte.

Jorge kehrte in seiner Laufbahn zu den Chacarita Juniors nach Buenos Aires zurück und meldete den achtjährigen David beim kleinen Verein Platense an.

"Mit 15 war er schon 1,80 Meter groß. Er war dünn, aber gleichzeitig stark", sagte sein damaliger Teamkollege Marcelo 'Cacho' Espina, der dem damals 17-Jährigen unfreiwillig zu seinem Debüt im Juni 1994 verhalf, weil er sich eine Sperre eingehandelt hatte.

"Er war sehr trickreich und hatte eine Qualität, die nur wenige Spieler haben: Er konnte den Ball sehr gut mit beiden Füßen schießen", erinnerte sich Espina.

Schon bald hatte der Teenager das Interesse der ausländischen Klubs auf sich gezogen - und sein französischer Pass war dabei von Vorteil. Paris Saint-Germain war an ihm dran, doch am Ende machte Monaco das Rennen um seine Unterschrift. Als Unbekannter verließ er seine Heimat - und damit verpasste er auch die Chance, mit einem von Argentiniens Großklubs auf Titeljagd zu gehen.

"Mein Ziel war es einfach, nach Frankreich zu gehen. Ich habe nicht darüber nachgedacht, was ich dafür in Argentinien aufgegeben habe", sagte er FIFA.com. "Wenn man begeisterungsfähig ist und nicht lange nachdenkt, wird alles gut. Für mich war es in Frankreich eine einmalige Erfahrung", sagte Trezeguet.

Trezeguet wechselte als Leihspieler ins Fürstentum und durfte danach einige Jahre in der Reservemannschaft verbringen, bevor er auf die große Bühne gelassen wurde. In seinen ersten beiden Spielzeiten mit dem Klub absolvierte er nur neun Pflichtspiele für das erste Team.

Im Jahr 1997 kam schließlich seine Zeit: Das Vertrauen von Trainer Jean Tigana zahlte sich schnell aus, denn aus Trezeguet wurde 'Trezegol': In seiner ersten Ligue-1-Saison erzielte er 18 Treffer und lag damit nur drei Tore hinter dem Torschützenkönig Stephane Guivarc'h. Monaco landete auf dem dritten Platz und qualifizierte sich für die UEFA Champions League.

"Als mich Tigana nach Monaco geholt, wusste er nicht viel über mich, aber er hat mir eine Chance gegeben. Dann war er im Anschluss sehr geduldig mit mir und hat mir die Möglichkeit gegeben, mich zu entwickeln", erinnerte sich Trezeguet bei World Soccer. "Unter ihm wurde ich mutiger", fügte er hinzu.

Trezeguet wurde zu Frankreichs Nachwuchsspieler des Jahres gewählt und im Sommer sogar Weltmeister - und damit fing seine Karriere in Europa richtig an. In den folgenden beiden Spielzeiten legte Trezeguet 38 Tore nach und führte Monaco in der Saison 1999/2000 zum Titel in der Ligue 1.

Dann kam der erste der beiden Volleys: Bei der EM 2000 erzielte Trezeguet das Golden Goal im Finale. Monaco konnte ihn nun nicht mehr halten - und deshalb ging es für den Angreifer kurz danach nach Italien zu Juventus.

Während seiner erfolgreichen Zeit in Turin holte er zwei Meisterschaften in der Serie A. Und vor dem Ende seiner internationalen Karriere 2008 hatte er 71 Länderspiele für Frankreich auf seinem Konto.

"Frankreich hat mir viel gegeben", sagte er. "Aber in meinem Herzen bin ich immer Argentinier geblieben", ergänzte er. Und um genauer zu sein: Sein Herz gehörte River Plate.

"Als sich die Möglichkeit ergab, hierher zu kommen, habe ich nicht zweimal darüber nachgedacht", sagte er, nachdem er auf mehr als eine Million Euro verzichtet hatte, um einen Abstecher in die arabische Fußball-Welt abzukürzen. Er wollte lieber zu River Plate und 2012 dem Klub nach dem ersten Abstieg seiner Vereinsgeschichte wieder auf die Beine helfen.

"Ich möchte ein Teil der Geschichte dieses Vereins werden", sagte er. Und das gelang ihm - mit einem weiteren Linksschuss: Trezeguet war es, der den sofortigen Wiederaufstieg mit seinem Doppelpack perfekt machte.

"Das war etwas ganz Besonderes", sagte er. "Das ist eine größere Sache für mich als das Tor bei der EM 2000", ergänzte er.