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Argentina v Benin - International FriendlyGetty Images Sport

Argentiniens Verbandsboss Claudio Tapia wird bei Lionel Messis Abschiedsspiel übel beleidigt

Lionel Messi absolviert sein letztes Länderspiel im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft. An einem emotionalen und eigentlich gelungenen Abend für den achtmaligen Ballon-d'Or-Sieger gibt es aber auch einige Misstöne.

Viele davon bekam der argentinische Verbandspräsident Claudio Tapia ab. Der AFA-Boss gilt trotz der sportlichen Erfolge der letzten Jahre als extrem unbeliebt. Unter anderem gibt es Korruptionsvorwürfe. Dazu werfen ihm viele Fans vor, die Albiceleste häufig in Freundschaftsspielen gegen nominell schwache Gegner zu lukrativen Konditionen antreten zu lassen, um Geld in die Kasse zu spülen.

Am Dienstagabend entlud sich der Frust gegen Tapia nach der offiziellen Zeremonie im ausverkauften El Monumental von Buenos Aires."Chiqui Tapia, Du Ratte", sangen viele der 85.000 Anhänger unter anderem. Es gab auch noch weitaus schlimmere Beleidigungen. Außerdem zeigen Videos bei Social Media, dass skandiert wurde: "Verdammt sei die Mutter, die Dich geboren hat."

Befeuert wurde die Wut auf Tapia offensichtlich durch die Drohnenshow direkt im Anschluss an den 3:0-Erfolg bei Messis letztem Länderspiel gegen Benin. Alle Spieler verweilten auf dem Rasen, um sich das überdimensionale Spektakel über dem Stadion anzusehen. Allerdings begann dies tatsächlich mit einer Werbeeinblendung. Es erschienen das Logo und der Schriftzug des Versicherungsunternehmens 'Sancor Seguros'. Mit diesem arbeitet Messi seit 2018 zusammen.

Neben der Wut auf Tapia bekam auch das Unternehmen direkt im Anschluss bei Social Media einen Shitstorm ab. Kleine Fußnote der Drohnenshow: Messi schoss dabei den Ball mit dem rechten Fuß, ist aber seit jeher ein gefürchteter Linksfuß.

Argentina v Benin - International FriendlyGetty Images

Dass sein Abschied aus der Albiceleste nach 208 Länderspielen zu einer kommerziell geprägten Veranstaltung werden könnte, soll Messi übrigens selbst nicht geschmeckt haben. Die Gazzetta dello Sport schrieb im Vorfeld, Messi sei gar nicht sonderlich scharf darauf gewesen, ein Abschiedsspiel in dieser Form zu bekommen. Stattdessen vermutete der 39-Jährige hinter der Idee eher eine gerne genommene Gelegenheit der AFA, mit seinem Namen noch einmal ordentlich Kasse zu machen, bevor er der Landesauswahl Lebewohl sagt.

Keine Abschiedsbotschaft des FC Barcelona für Lionel Messi

Ebenfalls bemerkenswert an Messis großem Abend: Sein Ex-Klub PSG, bei dem er von 2021 bis 2023 spielte, schickte ihm eine Abschiedsbotschaft. Bei X schrieb der Champions-League-Sieger der letzten beiden Jahre: "Das Ende eines unvergesslichen Kapitels mit Argentinien. Genieße es, Leo." Von Messis langjährigem Verein FC Barcelona kam dagegen zunächst nichts.

Einige Stunden später schrieben die Blaugrana dann bei Social Media zu einem Bild Messis vom Triumph bei Olympia vor 18 Jahren: "Von dieser Goldmedaille in Peking 2008 bis zu einer unvergesslichen Karriere, bei der er jeden Schritt mit La Albiceleste Geschichte schrieb. Herzlichen Glückwunsch, Leo, dass du Argentiniens Trikot noch ikonischer machst!"

Das Verhältnis des Rekordtorjägers zu Barca gilt seit der geplatzten Vertragsverlängerung vor dem PSG-Wechsel als mindestens angespannt.

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