Am Dienstag läuft Lionel Messi (39) zum letzten Mal im Dress der argentinischen Nationalmannschaft auf. Die ultimative Würdigung darf der Verband AFA dem langjährigen Kapitän aber anschließend nicht zuteil werden lassen.
So ist es im Sport nicht unüblich, dass herausragende Spieler von ihren Teams geehrt werden, indem ihre Rückennummern nicht mehr vergeben werden. "Jersey Retirement" heißt das im US-Sport, wo beispielsweise die Trikots von Franchise-Legenden in der NBA unter das Stadiondach gezogen werden.
Auch im Fußball gibt es solche Fälle: Beim FC Bayern darf zum Beispiel niemand mehr mit der '5' auflaufen, um die Leistungen Franz Beckenbauers für den deutschen Rekordmeister zu würdigen.
Weitere prominente Beispiele:
- SSC Neapel vergibt wegen Diego Maradona die '10' nicht mehr.
- Ajax Amsterdam vergibt wegen Johan Cruyff die '14' nicht mehr.
- Milan vergibt wegen Paolo Maldini und Franco Baresi die '3' und die '6' nicht mehr.
- West Ham United vergibt wegen Bobby Moore die '6' nicht mehr.
In obige Liste wird Lionel Messis legendäre '10' bei der Albiceleste allerdings nicht aufgenommen. Zwar äußerte AFA-Boss Claudio Tapia (59) öffentlich den Wunsch, Messis Nummer dauerhaft nicht mehr zu vergeben. Trotz aller Verdienste und des Heldenstatus', den der Stürmer von Inter Miami in seiner Heimat mittlerweile genießt, ist dies aber nicht möglich.
Getty ImagesDas liegt an den Statuten des Weltverbands FIFA. Die Regularien erlauben es schlichtweg nicht, eine Zahl zwischen 1 und 23 bzw. 26 außen vor zu lassen. Daher muss bei WM-Endrunden und der Copa America der Kader durchnummeriert sein. 2002 probierten die Argentinier schon einmal, die '10' als Hommage an Idol Diego Maradona freizulassen. Das scheiterte aber am Veto der FIFA und so trugt Ariel Ortega bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea die Nummer.
Allerdings hat die AFA die Möglichkeit, die '10' in Freundschaftsspielen und Partien der WM-Qualifikation nicht zu vergeben. So, wie am vergangenen Mittwoch beim Sieg im Test gegen Bolivien (4:0).
Für die Übernahme der '10', die zuvor unter anderem eben auch Diego Maradona und Juan Roman Riquelme trugen, gibt es mehrere Kandidaten. Als heißester von ihnen gilt Nico Paz (22) von Como 1907. Auch ein Wechselmodell mit verschiedenen Trägern ist im Gespräch. Als weitere Optionen werden Alexis Mac Allister (27), der die '10' auch beim FC Liverpool trägt, Enzo Fernandez (25, Manchester City) und Franco Mastantuono (19, AC Florenz) gehandelt.
Wie viele Länderspiele absolvierte Lionel Messi für Argentinien?
Am 6. Oktober wird Messi in Buenos Aires beim Freundschaftsspiel gegen Benin sein offizielles Abschiedsspiel bekommen. In der argentinischen Hauptstadt soll La Pulga "den Abschied bekommen, den er wirklich verdient, hier in Argentinien", ließ Tapia in einem Video auf X verlauten.
Messi bestritt seit seinem Debüt 2005 207 A-Länderspiele, in denen er 125 Tore erzielte. Die Laufbahn des achtmaligen Ballon-d'Or-Siegers in der Albiceleste war lange von schmerzhaften Niederlagen bei großen Turnieren geprägt. Dies wandelte sich in den vergangenen Jahren unter anderem mit zwei Triumphen bei der Copa America sowie als Krönung dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Katar. Bei der vergangenen WM-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko führte Messi Argentinien nochmal ins Endspiel und zeigte dabei starke Leistungen.
Einige Wochen nach dem verlorenen Finale von New Jersey gegen Spanien (0:1) verkündete er in einer emotionalen Botschaft seinen Rücktritt. "Es war eine Entscheidung, die wehtat - und die mir auch jetzt noch tief im Inneren wehtut -, aber ich verstehe, dass die Zeit dafür gekommen ist", schrieb er bei Social Media. "Ich habe es immer geliebt, bei der Nationalmannschaft zu sein. Ich habe immer alles gegeben und jetzt habe ich nichts mehr zu bieten - und außerdem kommen großartige junge Spieler nach, die ihren Platz verdient haben."
Er ergänzte: "Ich schwöre euch, ich habe immer alles gegeben – nicht nur in den letzten Jahren, in denen wir alles gewonnen haben, sondern auch davor. Ich habe immer gekämpft und mich für dieses Trikot verausgabt, um euch Freude zu schenken und euch durch den Fußball stolz darauf zu machen, Argentinier zu sein."
Getty ImagesEr gehe "mit der Ruhe und dem Stolz, euch gemeinsam mit meinen Mitspielern Traum-Momente geschenkt zu haben. Es war verrückt, das alles mit euch erleben zu dürfen. Ich liebe euch!", so Messi: "Danke, Gott, dass du mich zum Argentinier gemacht hast."



