Amir Abrashi Albanien 15062016Getty Images

Amir Abrashi: Eine multinationale Erfolgsgeschichte

Amir Abrashi ist in der Schweiz geboren, er spielt für Albanien - seinen kometenhaften Aufstieg bis hin zur EM-Teilnahme hat der 26-Jährige allerdings einem Deutschen und einem Italiener zu verdanken. "Ich habe das Glück", sagt Abrashi, "von zwei hervorragenden Fachleuten profitieren zu können."

Der eine ist Gianni de Biasi, 60 Jahre alt und Trainer der albanischen Fußballer. Im Nationalteam ist Abrashi eine unverzichtbare Stütze - genau wie beim SC Freiburg, wo der 1,72 m kleine Mittelfeldspieler tagtäglich mit Christian Streich arbeitet. "Wir passen gut zusammen. Wir sind beide sehr emotional", sagt Abrashi über die Beziehung zum Freiburger Coach.

Erst zur Saison 2015/16 war Abrashi in den Breisgau gewechselt, er kam vom Schweizer Rekordmeister Grasshopper Club Zürich und behauptet nach nur einer Spielzeit, dass "ich taktisch noch von keinem Trainer so viel gelernt habe wie von Streich." Und die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit.

Streich, der schon aus Prinzip keine einzelnen Spieler hervorhebt, verzichtet auch bei Abrashi auf lobende Worte. Zeichen seiner Anerkennung sind dann doch schon eher die folgenden Zahlen: 33 Spiele bestritt Abrashi für den Sport-Club in der Aufstiegssaison. In einem Spiel fehlte er wegen einer Gelb-Sperre - Freiburg verlor ohne ihn beim 1. FC Nürnberg.

Es sind diese Fakten, die auch Abrashis Spielweise perfekt symbolisieren. Er läuft und läuft und läuft, koordiniert im Mittelfeld - und langt auch mal hin, wenn es denn nötig ist. "Meine Spielweise ist in Deutschland gefragt", sagt Abrashi, der zehnmal die Gelbe Karte gesehen sah und forsch ergänzt: "Ich werde mich auch in der Bundesliga durchsetzen."

Im Fokus steht aktuell aber noch die EURO in Frankreich mit dem EM-Debütanten. Dort solle "der Amir ruhig noch ein bisschen buckeln", hatte SC-Teamkollege Florian Niederlechner vor dem Turnierstart gesagt. Abrashi befolgte die Worte, vor dem letzten Gruppenspiel gegen Rumänien am Sonntag in Lyon war er schon wieder in den beiden Partien gegen die Schweiz (0:1) und Frankreich (0:2) 191 Minuten auf dem Platz gestanden.

"Der Aufstieg mit Freiburg hat mir noch einmal einen Schub gegeben", sagte Abrashi, der sich in der albanischen Auswahl mittlerweile pudelwohl fühlt: "Früher war es ein Kommen und Gehen, heute sind wir eine zusammengeschweißte Gruppe, die sich nur noch punktuell verändert."

Dass er überhaupt für Albanien spielt, hat er übrigens einem weiteren Deutschen zu "verdanken". Der frühere Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hatte vorerst nicht auf ihn gesetzt und gefordert, dass sich Abrashi gedulden müsse. "Die Abkehr von der Nati schmerzte", sagt Abrashi, "aber sie war ein wichtiger Schritt für meine Karriere."

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