Albanien: Regierung will Sportwetten ab 1. Januar 2019 verbieten

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Die Regierung Albaniens will den entsprechenden Gesetzesentwurf dem Parlament demnächst vorlegen. Premierminister Rama findet deutliche Worte.

Die albanische Regierung möchte der organisierten Kriminalität durch Glücksspiel im Land Herr werden und plant ein Verbot von Sportwetten zum 1. Januar 2019. Premierminister Edi Rama erklärte, dass "alle Wettbüros, die sich in Albanien wie die Pest verbreitet haben", zum Jahreswechsel geschlossen werden sollen.

Dies sei "eine schmerzhafte, aber unverzichtbare Entscheidung", führte der sozialistische Politiker aus. Dem Parlament soll der entsprechende Gesetzesentwurf in den kommenden Wochen zur Abstimmung vorgelegt werden.

Verbot von Sportwetten "im Interesse der albanischen Bevölkerung"

Das Verbot sei "im Interesse der albanischen Bevölkerung", sagte der stellvertretende Innenminister Besfort Lamallari, "auch wenn diese Entscheidung finanzielle Auswirkungen auf den Staatshaushalt hat".

Laut dem albanischen Finanzministerium geben die 2,8 Millionen Einwohner des Mittelmeerstaates pro Jahr insgesamt 140 bis 150 Millionen Euro in den 4200 Wettbüros aus. Albanien nimmt jährlich rund 54 Millionen Euro an Steuern durch das Wettgeschäft ein. Allerdings überwiegen nach Ansicht der Regierung die Schattenseiten.

Der albanische Meister Skenderbeu Korca schrieb zuletzt Negativschlagzeilen im Zusammenhang mit Wettmanipulationen: 53 Spiele soll der Klub seit 2010 verschoben haben. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) sperrte den achtmaligen Titelträger im vergangenen Sommer für zehn Jahre von allen europäischen Wettbewerben aus. Weiter wurde Skenderbeu mit einer Million Euro Strafe belegt.

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