FC Bayern: Transferstreit? Flick nimmt Salihamidzic in Schutz - Hudson-Odoi und Dest waren Wunschtransfers

Hansi Flick gibt einen Einblick in die Transferüberlegungen des FCB - und nimmt dabei Hasan Salihamidzic in Schutz.

Bayern-Trainer Hansi Flick hat bestätigt, dass sich der FCB vor der Saison um Chelseas Callum Hudson-Odoi und Sergino Dest von Ajax Amsterdam bemüht hat. Der Erfolgscoach dementierte jedoch, dass es bei diesen Personalien zu einem Widerspruch zwischen ihm und Sportvorstand Hasan Salihamidzic gekommen sei. Diesen nahm er sogar in Schutz.

"Es wird immer gesagt, Hudson-Odoi und Dest wären meine Wunschspieler gewesen, es waren unsere Wunschspieler", betonte Flick vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Lazio Rom am Mittwochabend bei Sky. Beide anvisierten Transfers platzten jedoch: Während sich Rechtsverteidiger Dest dem FC Barcelona anschloss, konnte sich der Rekordmeister mit den Blues nicht auf die Parameter einer Leihe Hudson-Odois einigen.

FC Bayern: Flick geht nicht auf Konflikt mit Salihamidzic ein

Unter anderem sollte der FC Bayern dem Spieler laut Sport Bild eine bestimmte Zahl an Einsätzen zusichern, im Falle des Nicht-Einhaltens hätte es sogar zu Strafzahlungen kommen sollen. Desweiteren sollte eine Kaufpflicht in Höhe von 77 Millionen Euro im Leihvertrag verankert werden. Die Münchner lehnten diese Bedingungen ab.

Statt Hudson-Odoi und Dest kamen Bouna Sarr, Douglas Costa und Eric Maxim Choupo-Moting zum Champions-League-Sieger. "Wir haben uns dazu entschieden, dass wir Spieler für die Breite dazunehmen wollen und das haben wir gemacht", sagte Flick nun zu den Transfers und stellte fest, dass diese Breite nun "gut besetzt" sei. Auf den Konflikt mit Salihamidzic, der nach Informationen von Goal und SPOX im Januar besonders aufgrund von Transferfragen eskaliert sein soll, wollte er nicht näher eingehen.

Flick Salihamidzic Bayern
Bild: Getty Images

Während sich der Sportvorstand im Sommer für einen Kauf von Leroy Sane stark gemacht haben soll, galt Flick als Fürsprecher von Kai Havertz und Timo Werner. Dazu meinte er: "Es ist auch zu lesen, dass Leroy nicht mein Wunschspieler gewesen wäre, ich hätte eher Werner und Havertz gewollt. Ich hätte am liebsten alle drei. Das weiß Brazzo genauso", erklärte Flick.

"Aber", so der 56-Jährige: "Wir haben uns alles für Leroy entschieden. Er zeigt, was für eine Qualität er hat." Es sei außerdem gerade in Coronazeiten "für einen Sportvorstand nicht einfach, Spieler zu holen", führte Flick, der damit sogar Salihamidzic öffentlich in Schutz nahm, aus.

Flick über Sane beim FC Bayern: "Teilweise im Standby"

Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Defiziten im Defensivspiel zeigte sich Sane zuletzt deutlich verbessert: "Im Training sieht man immer wieder seine Klasse. Er hat eine Leichtigkeit im Spiel, ist teilweise ein Künstler, der teilweise ein bisschen im Standby ist - das hat er abgelegt. Ich habe gesagt, wir brauchen Zeit und die hat er bekommen. Jetzt zeigt er, was er kann", erklärte Flick.

In der Frage nach einer möglichen Leihe von Ersatzkeeper Alexander Nübel wollte sich Flick nicht in die Karten schauen lassen. Nübel, der gegen Lazio zu seinem erst dritten Pflichtspieleinsatz kam, sei ein "herausragender Torhüter", der jetzt zeigen könne, was er kann. "In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie es weitergeht."

Für die Tatsache, dass sich Nübel mehr Einsätze gewünscht hätte, zeigte Flick Verständnis: "Ich verstehe den Verein, ich verstehe den Spieler. Aber er ist unser zweiter Torwart, weil er hinter dem besten Torwart der Welt ist. Ich bin zu meinen Spielern immer offen und ehrlich."

Von einer Mindestanzahl von Spielen, die Nübel bei seiner Unterschrift versprochen sein sollen, wollte Flick nichts wissen: "Er wurde vor meiner Zeit geholt. Deshalb habe ich die Details nie gewusst."

Am Dienstag hatte Flick bereits betont, in puncto Aufstellung seine Linie durchzuziehen. "Es ist auch so, dass ich dafür da bin, um Entscheidungen zu treffen, wer spielt, wer nicht spielt. Das ist meine Aufgabe und da lasse ich mir auch nicht reinreden." Er kenne die Verträge der Spieler nicht.

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