FC Bayern München: Die möglichen Nachfolger von Robert Lewandowski

Das Transfertheater ist beendet! Robert Lewandowski wechselt für einen Fixbetrag von 45 Millionen Euro zum FC Barcelona - und Bayern München fehlen auf einen Schlag 50 Tore. Jene erzielte der polnische Superstar in der abgelaufenen Saison für den deutschen Rekordmeister.

Da stellt sich zurecht die Frage, wie Trainer Julian Nagelsmann den Abgang Lewandowskis auffangen will und wer den 33-Jährigen beim FC Bayern München ersetzen könnte? GOAL und SPOX zeigen die Kandidaten.

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    SASA KALAJDZIC (25, VfB Stuttgart, Vertrag bis 2023)

    Schon lange bevor der Abgang von Lewandowski beim FC Bayern so richtig konkret wurde, wurde Sasa Kalajdzic als möglicher Zugang bei den Roten gehandelt. Der 25-Jährige gilt als kopfballstarker Zentrumsstürmer, der gleichzeitig auch mal einen Ball im Mittelfeld festmachen kann.

    Das Gerücht um einen Wechsel zu Bayern ist zuletzt aber erkaltet, nachdem der Rekordmeister laut übereinstimmenden Medienberichten Abstand von einer Verpflichtung genommen hat. "Es gibt keine Angebote", erklärte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat kürzlich Sky.

    Aktuell erscheint ein Wechsel ins Ausland und besonders in die Premier League wahrscheinlicher, auch ein Verbleib beim VfB über 2023 hinaus ist denkbar. "Wir sind in hervorragenden Gesprächen mit Sasa über seine Situation", so Mislintat.

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  • Cristiano Ronaldo Manchester UnitedGetty Images

    CRISTIANO RONALDO (37, Manchester United, Vertrag bis 2023)

    Auch Cristiano Ronaldo wird nicht der Nachfolger von Robert Lewandowski beim FC Bayern München. Zwar würde der 37-Jährige Manchester United nach Informationen von GOAL und SPOXgerne verlassen und wurde im Zuge dessen auch den Bayern angeboten.

    Die FCB-Bosse um Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic wurden zuletzt zwar nicht müde, Ronaldo über den grünen Klee zu loben, dementierten aber einen Wechsel an die Isar entschieden. "Ich habe ganz großen Respekt vor Cristiano Ronaldo, seinen Erfolgen und seiner Karriere. Aber nochmal, bei uns war und ist das kein Thema", so Salihamidzic bei Sport1.

    "Ich liebe Cristiano Ronaldo und jeder weiß, was das für ein fantastischer Spieler ist. Aber jeder Verein hat ja eine bestimmte Philosophie und ich bin mir nicht sicher, ob es das richtige Signal für den FC Bayern und die Bundesliga wäre, wenn wir ihn jetzt holen würden", fügte Kahn an. "Solch ein Wechsel passt nicht unbedingt zu den Ideen, die wir hier beim FC Bayern verfolgen."

  • ONLY GERMANY Mathys Tel Rennes 2022imago images

    MATHYS TEL (17, Stade Rennes, Vertrag bis 2024)

    Mathys Tel passt da schon deutlich besser zu den Ideen der Bayern-Bosse. Der 17-Jährige soll unbedingt von Stade Rennes zu den Bayern gelotst werden, das letzte und zweite Angebot in Höhe von 22 Millionen Euro wurde aber abgelehnt.

    Mit der Familie des Spielers und auch Tel selbst sollen sich die Bayern bereits einig sein, noch hapert es aber an der Ablöse. Deshalb wollen Brazzo und Kahn nun nachbessern und Rennes eine dritte, verbesserte Offerte unterbreiten.

    "Tel ist zweifellos ein unglaubliches Talent, aber wir sind ganz entspannt. Wir beobachten weiterhin den Markt und versuchen, den Kader ausgewogen zu halten. Dazu gehören natürlich auch Spieler, die sich noch entwickeln können, wenn ältere Spieler sie an die Hand nehmen", sagte Kahn der BamS. Tel wäre also ein Mann für die Zukunft und sicherlich kein direkter Lewandowski-Ersatz.

  • Harry Kane, Germany vs England 2022 Nations LeagueGetty

    HARRY KANE (28, Tottenham Hotspur, Vertrag bis 2024)

    Der Pole dürfte ohnehin nicht wirklich eins zu eins zu ersetzen sein, wenngleich Harry Kane ihm noch am nähesten kommen dürfte. Nachdem Jerome Boateng ihn bei den Bayern ins Gespräch gebracht hatte, wurden auch prompt einige Gerüchte laut.

    Kane ist bislang mit Tottenham titellos, sein Vertrag läuft noch bis 2024. Der 28-Jährige gilt als Klubikone und ist unantastbar, ein Transfer in diesem Sommer ist für die Bayern deshalb finanziell nicht zu stemmen. "Er ist bei Tottenham unter Vertrag. Klar, ein absoluter Top-Stürmer, aber das ist doch alles Zukunftsmusik", erklärte Kahn der BamS.

    Sollte Kane aber wirklich nochmals eine neue Herausforderung mit Titelgarantie suchen, könnte eine Verpflichtung im kommenden Sommer interessant werden und Kane bei nur noch einem Jahr Vertragslaufzeit einigermaßen erschwinglich werden.

  • Victor Osimhen Napoli Inter injury 2021-22Getty

    VICTOR OSIMHEN (23, SSC Neapel, Vertrag bis 2025)

    Der italienische Corriero dello Sport hatte Anfang Juni auch Victor Osimhen als möglichen Lewandowski-Nachfolger ins Spiel gebracht. Napoli soll den 23-Jährigen allerdings nur für eine Summe ab 100 Millionen Euro abgeben wollen.

    Wenngleich der junge Nigerianer ins Anforderungsprofil der Bayern passen würde und in der abgelaufenen Saison 18 Tore in 32 Spielen für die Partenopei erzielte, ist die Summe für einen guten, aber noch keinen Weltklasse-Spieler schlichtweg viel zu hoch.

    Für den Rekordmeister ist Osimhen, der einst auch beim VfL Wolfsburg spielte, laut Sky deshalb auch keine Option, eine Rückkehr in die Bundesliga in diesem Sommer ist ausgeschlossen.

  • JONATHAN DAVID LILLEGetty Images

    JONATHAN DAVID (22, OSC Lille, Vertrag bis 2025)

    Auch Jonathan David von der OSC Lille wurde als möglicher Nachfolger von Lewandowski bei den Bayern gehandelt. Und der Kanadier und Kumpel von Alphonso Davies ist in einer Statistik sogar effektiver als der zu Barca abgewanderte Superstürmer.

    Davids Stärken liegen aber eher in schnellen Umschaltmomenten, ob er als klassischer Zielspieler wie Lewandowski taugt, lässt sich nur schwer beurteilen. Zudem soll Lille eine Ablöse in Höhe von 50 Millionen Euro fordern - zu viel für einen Spieler, der wohl auch eher eine Investition in die Zukunft wäre.

    Es gibt viele positive Aspekte, die einen Transfer auch für die Bayern reizvoll machen würden. Doch der Anpassungsprozess könnte für beide Seiten zu lang dauern. David ist trotz guter Physis nicht der Typ, den man an weniger guten Tagen mit den berühmten Brechstangen-Flanken füttern kann.

  • Joao FelixGetty Images

    JOAO FELIX (22, Atletico Madrid, Vertrag bis 2026)

    Konkreter wurde es da schon mit Joao Felix, wobei die Bayern im Juni laut Sport1 sogar Kontakt mit Atletico Madrid bezüglich eines möglichen Transfers aufnahmen. Die Antwort der Rojiblancos war aber eindeutig: Der 22-jährige Portugiese steht nicht zum Verkauf.

    Auch ein mögliches Angebot in Höhe von 80 Millionen Euro hätte Atletico nicht zum Umdenken bewegt, zudem wurde angeblich auch Benjamin Pavard erfolglos als Tauschobjekt angeboten, um den Preis zu drücken.

    Felix sei zwar ein interessanter Spieler, hängt seinen Erwartungen bei Atletico seit seinem Wechsel für mehr als 120 Millionen Euro im Sommer 2019 aber auch deutlich hinterher und erzielte in 109 Spielen lediglich 28 Tore.

  • Timo Werner Chelsea 2021-22Getty Images

    TIMO WERNER (26, FC Chelsea, Vertrag bis 2025)

    Der Name Timo Werner geistert beim FC Bayern seit Jahren umher, Trainer Hansi Flick galt einst als großer Fan des DFB-Stürmers - doch der wechselte lieber für 53 Millionen Euro zum FC Chelsea. Eine Liaison, die weder Spieler noch Verein glücklich machen.

    Die Blues würden einem Verkauf von Werner demnach offen gegenüberstehen, es steht eine Ablöse in Höhe von 40 Millionen Euro für den 26-Jährigen im Raum. Ein Wechsel im Sommer ist deshalb durchaus denkbar, wohl aber nicht zum FC Bayern.

    Das Interesse war zuletzt erkaltet, und obwohl Werner unter Nagelsmann bei Leipzig 2019/20 die bislang beste Saison seiner Karriere spielte, ist er nicht unumstritten - auch nicht bei den Bossen der Bayern, wobei Salihamidzic einst sogar ein Veto bei Werner eingelegt haben soll.

  • GER ONLY Sadio Mane Serge GnabryImago Images

    Wird Lewandowski intern ersetzt?

    Gut möglich, dass der FC Bayern München überhaupt niemanden als klassischen Lewandowski-Nachfolger verpflichtet - was nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch taktische hätte. Denn während mit Lewandowski das Spiel komplett auf den Polen zugschnitten war, hätte Nagelsmann die Möglichkeit, künftig nach dem Vorbild des FC Liverpool unter Jürgen Klopp in der Offensive flexibler spielen zu lassen.

    Mit Sadio Mane, Leroy Sane, Kingsley Coman, Thomas Müller und Serge Gnabry sind die Bayern auch ohne Lewandowski exzellent besetzt, wobei Nagelsmann auf ein 3-5-2-System bauen könnte, mit Mane und Gnabry, der seinen Vertrag verlängert hat, als Doppelspitze.

    Dass beide diese Position spielen können, haben sie in der Vergangenheit in Liverpool (Mane) und unter Nagelsmann selbst in Hoffenheim (Gnabry) nachgewiesen. Tel, die wahrscheinlichste Verpflichtung der oben genannten Kandidaten, könnte die Offensivreihe dann mit Jamal Musiala zusätzlich noch verstärken.

    Eric Maxim Choupo-Moting stünde zudem weiter als Back-Up bereit, ebenso wie Joshua Zirkzee. Ein Verbleib des niederländischen Youngsters bei den Bayern ist aber eher unwahrscheinlich, zuletzt zeigte Ajax Interesse.

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