Olympia 2021 - Power Ranking zum Fußballturnier der Männer: Zwei Top-Favoriten und deutsche Medaillen-Träume


HINTERGRUND

Nach der EM ist vor Olympia: Am Donnerstag (22. Juli) beginnt das Fußballturnier der Männer bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. Bekanntlich auch mit dabei: Deutschland mit einer von Stefan Kuntz trainierten Auswahl.

Aber wie sehen die Chancen des DFB-Teams aus, sich diesmal vielleicht sogar die Gold-Medaille zu sichern? Vor fünf Jahren in Rio de Janeiro schaffte es Deutschland bis ins Finale, verlor jenes dann gegen Gastgeber Brasilien und holte Silber.

Brasilien ist diesmal nun der erste Gruppengegner der deutschen Jungs und zählt wieder zu den Top-Favoriten auf den Titel. Goal verschafft Euch in diesem Artikel einen Überblick, welche Nationen sonst noch zum engeren Favoritenkreis gehören: Das Power Ranking zu Olympia 2021. (Hinweis: Die Platzierungen hier beziehen sich auf die Qualität im Kader, Turnierkonstellationen werden außer Acht gelassen).

Platz 16: Honduras

  • Gegner in Gruppe B: Rumänien (22. Juli), Neuseeland (25. Juli), Südkorea (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Platz 2 beim Nordamerikanischen Quali-Turnier
  • Trainer: Miguel Falero

Stars im Kader:

  • Rigoberto Rivas (Reggina), Douglas Martinez (Real Salt Lake City)

Dem gewöhnlichen Fußball-Fan bekannte Namen sucht man im Olympia-Kader von Honduras vergeblich. Fast alle Akteure der jungen Mannschaft spielen in der heimischen Liga, der wohl talentierteste Spieler ist Rigoberto Rivas vom italienischen Zweitligisten Reggina.

Der 22-jährige Spielmacher wechselte einst mit 18 sogar in den Nachwuchs von Inter Mailand und stand bis vor kurzem offiziell beim italienischen Meister unter Vertrag. Er wurde jedoch stets verliehen, vergangene Saison gelangen ihm immerhin fünf Tore in 27 Serie-B-Einsätzen für Reggina, das ihn für 550.000 Euro nun fest verpflichtet hat.

Der zweitwertvollste Spieler im Aufgebot ist Mittelstürmer Douglas Martinez, der bei Real Salt Lake City in den USA unter Vertrag steht. Dort kam er dieses Jahr bisher immerhin auf sechs Einsätze in der MLS.

Prognose:

Trotz der durchaus spannenden Personalie Rigoberto Rivas und einer nicht allzu schweren Gruppe ist Honduras der wohl größte Außenseiter dieses Olympa-Turniers. Die Mannschaft von Trainer Miguel Falero wird die Vorrunde nicht überstehen.

Platz 15: Australien

  • Gegner in Gruppe C: Argentinien (22. Juli), Spanien (25. Juli), Ägypten (28. Juli)
  • Qualifikation für Olympia durch: Platz 3 bei der U23-Asienmeisterschaft 2020
  • Trainer: Graham Arnold

Stars im Kader:

  • Harry Souttar (Stoke City), Daniel Arzani (Manchester City)

Der Großteil des australischen Aufgebots spielt in der heimischen A-League und ist in Europa daher kaum bekannt. Zu den wenigen Spielern, die in Englands 2. Liga kicken, zählt mit Harry Souttar der wertvollste Akteur im Kader. Der 24-jährige Innenverteidiger, der in bisher fünf A-Länderspielen für Australien erstaunliche sechs Tore erzielt hat, war vergangene Saison absolute Stammkraft bei Stoke City und absolvierte 38 Partien in der Championship.

Daniel Arzani Socceroos

Der bekannteste Name ist derweil wohl Daniel Arzani. Der 22-jährige Flügelspieler sorgte bei der WM 2018 für Aufsehen, als er bei seinen Kurzeinsätzen in der Gruppenphase überzeugte. Nach der WM wechselte der damals erst 19-Jährige dann zu Manchester City, hat für den englischen Meister bis dato aber noch kein Pflichtspiel absolviert. Arzani war stets verliehen, konnte sich aber weder bei Celtic Glasgow (Schottland) noch bei Utrecht (Niederlande) oder zuletzt Aarhus (Dänemark) in den Vordergrund spielen. 

Prognose:

Australien hat auf dem Papier keine Chance, sich in einer Gruppe mit Argentinien und Spanien durchzusetzen. Das Team aus Down Under wird vermutlich als Tabellenletzter ausscheiden.

Platz 14: Südafrika

  • Gegner in Gruppe A: Japan (22. Juli), Frankreich (25. Juli), Mexiko (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Platz 3 beim U23-Afrika-Cup 2019
  • Trainer: David Notoane

Stars im Kader:

  • Luther Singh (Sporting Braga), Lyle Foster (KVC Westerlo)

Südafrikas Hoffnungen bei Olympia ruhen allen voran auf Luther Singh. Der Offensivmann ist der beste Spieler im Kader, vergangene Saison gelangen ihm für Pacos de Ferreira fünf Tore und fünf Vorlagen in der ersten portugiesischen Liga. Offiziell gehört der 23-Jährige Sporting Braga, wo er 2017 anheuerte, bis dato jedoch nur ein Pflichtspiel für den Verein absolvierte.

Singh soll gemeinsam mit seinem Cousin Lyle Foster für Tore sorgen. Der Mittelstürmer wechselte Anfang 2019 mit 18 Jahren für 1,2 Millionen Euro von den Orlando Pirates zur AS Monaco, ist aktuell wohl das größte Talent Südafrikas. Der Durchbruch in Europa gelang dem nun 20-Jährigen allerdings noch nicht, weder in Monaco noch bei Cercle Brügge (Belgien) oder Vitoria Guimaraes (Portugal). Kommende Saison wird er auf Leihbasis beim belgischen Zweitligisten Westerlo spielen.

Prognose:

Talent ist im Kader Südafrikas durchaus vorhanden. In der sehr schwierigen Gruppe A mit Gastgeber Japan, Frankreich und Mexiko dürften Singh und Co. allerdings keine Chance auf das Weiterkommen haben.

Platz 13: Neuseeland

  • Gegner in Gruppe B: Südkorea (22. Juli), Honduras (25. Juli), Rumänien (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Sieg bei der U23-Ozeanienmeisterschaft
  • Trainer: Danny Hay

Stars im Kader:

  • Winston Reid (West Ham United), Chris Wood (FC Burnley)

Der neuseeländische Kader für Olympia ist eine bunte Mischung: Spielern, die in der Heimat oder der australischen A-League ihr Geld verdienen, stehen etwa ebenso viele gegenüber, die bei kleineren europäischen Klubs wie zum Beispiel Zweitligisten aus Dänemark, Schweden oder Schottland spielen.

Die beiden bekanntesten Namen sind die von zwei jener Akteure, die vor dem 1. Januar 1997 geboren sein dürfen: Innenverteidiger Winston Reid, der in den U-Nationalmannschaften auch noch für Dänemark spielte, soll die Abwehr organisieren. Der mittlerweile 33-Jährige war bereits 2010 bei der WM in Südafrika dabei, erzielte beim überraschend starken Auftritt Neuseelands damals mit Unentschieden gegen Italien (1:1), Paraguay (0:0) und die Slowakei (1:1) sogar ein Tor. Vergangene Saison war Reid von West Ham an Brentford in die zweite englische Liga verliehen, absolvierte elf Pflichtspiele für den Aufsteiger.

Der zweite Spieler, der auch einer etwas breiteren Masse bekannt sein könnte, ist Chris Wood. Der Mittelstürmer spielt seit mittlerweile 13 Jahren in England, im Sommer 2017 war er dem FC Burnley gut 16 Millionen Euro wert. Auch Wood, der in bisher 56 A-Länderspielen 24-mal getroffen hat, war 2010 bei der WM dabei. Vergangene Saison gelangen dem 29-Jährigen für Burnley zwölf Premier-League-Tore.

Prognose:

Mit Reid und Wood hat Neuseeland zwar zwei sehr erfahrene Akteure dabei, die in ihren Klubs ständig auf hohem Niveau gefordert sind. Insgesamt wird es aber wohl knapp nicht für den Sprung ins Viertelfinale reichen.

Platz 12: Ägypten

  • Gegner in Gruppe C: Spanien (22. Juli), Argentinien (25. Juli), Australien (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Sieg beim U23-Afrika-Cup 2019
  • Trainer: Shawky Gharib

Stars im Kader:

  • Ahmed Hegazy (Al-Ittihad Dschidda), Ramadan Sobhi (Pyramids FC)

Superstar Mohamed Salah ist leider nicht dabei und kein einziger Spieler im Aufgebot steht in Europa unter Vertrag. Der namhafteste Akteur ist Innenverteidiger Ahmed Hegazy, der das junge Team mit seiner Erfahrung führen soll. Der 30-Jährige hat 62 A-Länderspiele für Ägypten absolviert, lief zudem 39-mal in der Premier League für West Bromwich auf. Seit Oktober 2020 steht er nun bei Al-Ittihad Dschidda in Saudi-Arabien unter Vertrag.

Ramadan Sobhi Egypt 06062018
Getty

Der vermutlich talentierteste Spieler Ägyptens bei Olympia ist derweil Ramadan Sobhi. Der inzwischen 24-jährige Offensivspieler galt vor Jahren mal als kommender kongenialer Partner von Salah, wechselte 2016 mit 19 Jahren für fünf Millionen Euro zu Stoke City. Spielte dann immerhin relativ regelmäßig in der englischen Premier League, nachhaltig durchsetzen konnte er sich jedoch nicht. Dennoch kann Sobhi, der seit Anfang 2019 wieder in Ägypten spielt, bei Olympia mit seinen Dribblings und seiner Geschwindigkeit für spektakuläre Momente sorgen.

Prognose:

Ägypten ist zwar stärker einzuschätzen als Australien, hat mit Spanien und Argentinien aber zwei schier übermächtige Gegner erwischt. Für die Nordafrikaner wird also nach der Vorrunde Schluss sein.

Platz 11: Saudi-Arabien

  • Gegner in Gruppe D: Elfenbeinküste (22. Juli), Deutschland (25. Juli), Brasilien (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Platz 2 bei der U23-Asienmeisterschaft 2020
  • Trainer: Saad Al-Shehri

Stars im Kader:

  • Salman Al-Faraj (Al-Hilal Riad), Salem Al-Dawsari (Al-Hilal Riad)

Auch bei Saudi-Arabien spielt kein Akteur in Europa, die meisten Spieler stellen die größten Klubs der heimischen Liga. Der bekannteste Name ist Salem Al-Dawsari, 38-maliger A-Nationalspieler und bei der WM 2018 Siegtorschütze beim 2:1-Erfolg gegen Ägypten. Der 29-jährige Flügelspieler spielt für Top-Klub Al-Hilal, war 2018 mal ein halbes Jahr bei Villarreal und absolvierte eine Partie in LaLiga.

Das zweite Tor beim Sieg gegen Ägypten in der WM-Gruppenphase erzielte Salman Al-Faraj. Der 31-jährige Mittelfeldspieler ist Kapitän der Olympia-Auswahl und kann auf die Erfahrung aus 42 A-Länderspielen setzen.

Prognose:

Saudi-Arabien kann an einem guten Tag zwar durchaus Qualität auf den Platz bringen, hat in der wohl stärksten Vorrundengruppe um Brasilien, Deutschland und die Elfenbeinküste aber nur sehr geringe Chancen auf ein Weiterkommen.

Platz 10: Rumänien

  • Gegner in Gruppe B: Honduras (22. Juli), Südkorea (25. Juli), Neuseeland (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Platz 3 bei der U21-EM 2019
  • Trainer: Mirel Radoi

Stars im Kader:

  • Tudor Baluta (Brighton & Hove Albion), Andrei Ciobanu (FC Farul)

Bei der U21-EM 2019 wurde Rumänien mit begeisternden Leistungen Dritter, verlor im Halbfinale nur sehr unglücklich gegen die deutsche Auswahl. Das Problem: Mit Ianis Hagi, George Puscas, Florinel Coman oder Keeper Ionut Radu sind die überragenden Akteure von damals bei Olympia allesamt nicht dabei.

Rumäniens Kader kommt daher eher durchschnittlich daher, der bekannteste Name ist Mittelfeldorganisator Tudor Baluta. Der 22-Jährige hat allerdings eine Saison voller Verletzungen hinter sich und kam bei seiner Leihe von Brighton an Dynamo Kiew kaum zum Einsatz. Ein weiterer Spieler, den man im Auge haben sollte, ist Spielmacher Andrei Ciobanu. Der 23-Jährige machte bei der U21-EM vor einigen Monaten mit starken Leistungen auf sich aufmerksam.

Prognose: 

Die großen Namen fehlen Rumänien zwar, ob der relativ leichten Vorrundengruppe ist ein Einzug in die K.-o.-Phase dennoch wahrscheinlich. Im Viertelfinale dürfte dann aber Endstation sein.

Platz 9: Südkorea

  • Gegner in Gruppe B: Neuseeland (22. Juli), Rumänien (25. Juli), Honduras (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Sieg bei der U23-Asienmeisterschaft 2020
  • Trainer: Hak-bum Kim

Stars im Kader:

  • Kang-in Lee (FC Valencia), Ui-jo Hwang (Girondins Bordeaux)

Die Südkoreaner reisen mit einem sehr homogen besetzten Kader nach Japan, aus dem die meisten Spieler in der heimischen K League 1 aktiv sind.

Zwei Akteure stechen dabei hervor: Da wäre zum einen Supertalent Kang-in Lee vom FC Valencia. Der 20-jährige Offensivspieler gilt als hochveranlagt, wechselte bereits als Zehnjähriger nach Spanien und wurde fortan in Valencias Nachwuchs ausgebildet. Für Los Che absolvierte er vergangene Saison 24 Spiele in LaLiga, immerhin vier Torvorlagen gelangen ihm dabei.

Ebenfalls in Europa unterwegs ist Ui-jo Hwang. Der 28-jährige Mittelstürmer spielt seit 2019 für den französischen Erstligisten Girondins Bordeaux, in der zurückliegenden Ligue-1-Spielzeit kam er auf starke zwölf Tore.

Prognose:

Südkorea wird sich in einer relativ leichten Vorrundengruppe vermutlich sogar als Erster durchsetzen. Im Viertelfinale dürfte es dann je nach Gegner zu einem engen Spiel kommen, mehr als das Halbfinale und anschließend Platz 4 ist wahrscheinlich nicht drin.

Platz 8: Mexiko

  • Gegner in Gruppe A: Frankreich (22. Juli), Japan (25. Juli), Südafrika (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Sieger des Nordamerikanischen Quali-Turniers
  • Trainer: Jaime Lozano

Stars im Kader:

  • Guillermo Ochoa (CF America), Diego Lainez (Real Betis)

Mexiko hat zwar kaum einen ganz großen Namen mit dabei, dafür aber einen sehr ausgeglichen besetzten Kader mit vielen jungen Qualitätsspielern aus der immer stärker werdenden heimischen Liga.

Diego Lainez Mexico 2021
Getty Images

Die schillerndste Figur ist sicherlich Torwart-Routinier Guillermo Ochoa. Der 36-Jährige, einst unter anderem in Frankreich, Spanien und Belgien aktiv, hat 110 A-Länderspiele auf dem Buckel und vier WM-Teilnahmen vorzuweisen. Vor allem seine starken Leistungen bei der Weltmeisterschaft 2014 sind unvergessen.

Von den Feldspielern hat indes Diego Lainez das größte Potenzial. Der 21-jährige Flügelspieler ist eines der größten Talente des Landes, wechselte 2019 für 14 Millionen Euro von CF America zu Real Betis. Für die Spanier vergangene Saison mit 21 Einsätzen in LaLiga.

Prognose:

Eigentlich sollte Mexiko ein Kandidat für das Viertelfinale sein. Allerdings geht Platz eins in Gruppe A wahrscheinlich an Frankreich - und das sehr knappe Rennen um Platz zwei dürfte Japan für sich entscheiden. Die Mexikaner scheiden also schon in der Vorrunde aus.

Platz 7: Elfenbeinküste

  • Gegner in Gruppe D: Saudi-Arabien (22. Juli), Brasilien (25. Juli), Deutschland (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Platz 2 beim U23-Afrika-Cup 2019
  • Trainer: Soualiho Haidara

Stars im Kader:

  • Eric Bailly (Manchester United), Franck Kessie (AC Milan), Amad Diallo (Manchester United)

Die Elfenbeinküste tritt mit einem starken Kader bei Olympia an. Den Kern der Mannschaft bildet eine Achse aus drei Spielern, die bei europäischen Top-Klubs ihr Geld verdienen.

Eric Bailly, seit 2016 bei Manchester United aktiv, soll die Abwehr organisieren. Davor zieht Milan-Star Franck Kessie im Mittelfeld die Fäden und im Angriff richten sich alle Augen auf Top-Talent Amad Diallo. Der 19-Jährige wechselte Anfang des Jahres von Atalanta zu Manchester United, hat für die Red Devils bereits einige Einsätze absolviert.

Hinzu kommen mit Wilfried Singo (Rechtsverteidiger vom FC Turin) und Christian Kouame (Stürmer von Florenz) zwei Spieler, die vergangene Saison jeweils rund 30 Einsätze in der Serie A hatten.

Prognose:

In einer anderen Gruppe wäre die Elfenbeinküste ein sicherer Kandidat für das Viertelfinale. Allerdings meinte es das Losglück nicht gut mit den Afrikanern, die in der Vorrunde hinter Brasilien und Deutschland wohl nur auf Platz drei landen werden.

Platz 6: Japan

  • Gegner in Gruppe A: Südafrika (22. Juli), Mexiko (25. Juli), Frankreich (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Gastgeber
  • Trainer: Hajime Moriyasu

Stars im Kader:

  • Takehiro Tomiyasu (FC Bologna), Maya Yoshida (Sampdoria Genua), Wataru Endo (VfB Stuttgart), Takefusa Kubo (Real Madrid), Ritsu Doan (PSV Eindhoven)

Der Gastgeber geht logischerweise mit großen Hoffnungen ins Turnier - und diese sind auch durchaus berechtigt. In der Abwehr verfügen die Japaner mit dem jungen Takehiro Tomiyasu (Bologna) und dem sehr erfahrenen Maya Yoshida (Sampdoria) über zwei Innenverteidiger, die europäisches Top-Niveau gewohnt sind.

Im Mittelfeld organisiert mit Stuttgarts Wataru Endo einer der Shootingstars der vergangenen Bundesliga-Saison das Spiel und in der Offensive darf man sich auf zwei hochveranlagte Youngsters freuen: Takefusa Kubo (20), der einst schon mit 15 im Profibereich debütierte, steht bekanntlich beim großen Real Madrid unter Vertrag und kann an guten Tagen ganze Abwehrreihen schwindelig spielen. Ähnliches gilt für Ritsu Doan (23), den Eindhoven in der abgelaufenen Spielzeit an Arminia Bielefeld verliehen hatte - und dort bewies er, dass er auch auf höchstem Niveau den Unterschied machen kann.

Prognose: 

Für Japan wird es wohl ein 50:50-Duell mit Mexiko um Gruppenplatz zwei hinter Frankreich. Auch aufgrund des Heimvorteils dürften die Asiaten das Rennen machen und dann ist ob des machbaren Viertelfinal-Gegners aus Gruppe B (Südkorea, Rumänien, Neuseeland oder Honduras) sogar das Halbfinale wahrscheinlich. Mit etwas Glück könnte Japan also die Bronze-Medaille holen.

Platz 5: Argentinien

  • Gegner in Gruppe C: Australien (22. Juli), Ägypten (25. Juli), Spanien (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Sieg beim Südamerikanischen Qualifikationsturnier
  • Trainer: Fernando Batista

Stars im Kader:

  • Thiago Almada (Velez Sarsfield), Alexis Mac Allister (Brighton & Hove Albion), Ezequiel Barco (Atlanta United)

Argentinien wartet mit einem Kader voller interessanter junger Spieler auf, die vornehmlich in der heimischen Liga kicken. Am meisten freuen darf man sich dabei wohl auf Thiago Almada: Der 20-Jährige ist bereits Spielmacher bei Velez Sarsfield und sorgt regelmäßig auch in der Copa Libertadores für Furore. Vor allem Inter Mailand soll an ihm dran sein.

Unterstützt wird Almada in Argentiniens Mittelfeld von Alex Mac Allister, vergangene Saison mit 21 Premier-League-Einsätzen für Brighton. Ezequiel Barco galt indes vor einigen Jahren mal als eines der größten Talente der Welt, mittlerweile ist der 22-Jährige immerhin Stammspieler bei Atlanta United in der MLS.

Prognose:

Argentinien wird in seiner Gruppe souverän weiterkommen, wahrscheinlich als Zweiter hinter Spanien. Im Viertelfinale, in dem dann zum Beispiel Brasilien warten könnte, dürfte allerdings schon Endstation sein für die Südamerikaner.

Platz 4: Frankreich

  • Gegner in Gruppe A: Mexiko (22. Juli), Südafrika (25. Juli), Japan (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Platz 3 bei der U21-EM 2019
  • Trainer: Sylvain Ripoll

Stars im Kader:

  • Pierre Kalulu (AC Milan), Lucas Tousart (Hertha BSC), Florian Thauvin (Tigres), Andre-Pierre Gignac (Tigres)

Frankreichs Kader ist gespickt mit Top-Talenten aus der Ligue 1 wie Timothee Pembele (PSG), Melvin Bard (Nizza), Nathanael Mbuku (Reims) oder Isaac Lihadji (Lille). 

Andre-Pierre Gignac France 2021
Getty Images

Hinzu kommen bereits etwas erfahrenere Akteure wie Herthas Lucas Tousart oder Teji Savanier von Montpellier. Mit Florian Thauvin, gerade aus Marseille nach Mexiko zu Tigres gewechselt, ist auch ein Weltmeister von 2018 mit dabei - und angeführt wird das Team von Sturm-Routinier Andre-Pierre Gignac, der mit 35 Jahren immer noch torhungring ist und bereits seit 2015 bei Tigres spielt.

Prognose:

Frankreich kommt sicher bis ins Halbfinale, dann wird es jedoch sehr schwer. Wahrscheinlich verpassen Les Bleus das Endspiel und kämpfen "nur" um Bronze.

Platz 3: Deutschland

  • Gegner in Gruppe D: Brasilien (22. Juli), Saudi-Arabien (25. Juli), Elfenbeinküste (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Platz 2 bei der U21-EM 2019
  • Trainer: Stefan Kuntz

Stars im Kader:

  • Benjamin Henrichs (RB Leipzig), Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg), Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen), Max Kruse (Union Berlin)

Die größten deutschen Hoffnungen für Olympia ruhen auf Max Kruse. Der Stürmer von Union Berlin ist der Star des Teams und soll in der Offensive unter anderem gemeinsam mit Leverkusens Nadiem Amiri wirbeln.

Torwart Florian Müller ist derweil der hintere Teil einer Achse, zu der in der Abwehr Augsburgs Felix Uduokhai und im Mittelfeld Wolfsburgs Maximilian Arnold zählen sollen. Ein weiterer sehr bekannter Name im deutschen Olympia-Aufgebot ist der Leipziger Benjamin Henrichs.

Prognose:

Deutschland wird sich in der Gruppe durchsetzen und das Rennen um Platz 2 hinter Brasilien gegen die Elfenbeinküste für sich entscheiden. Im Viertelfinale dürfte dann mit Spanien ein echter Härtetest und ein 50:50-Duell warten. Setzt sich das Team von Stefan Kuntz hier durch, dürfte es mindestens die Bronze-Medaille werden.

Platz 2: Brasilien

  • Gegner in Gruppe D: Deutschland (22. Juli), Elfenbeinküste (25. Juli), Saudi-Arabien (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Platz 2 beim Südamerikanischen Quali-Turnier
  • Trainer: Andre Jardine

Stars im Kader:

  • Diego Carlos (FC Sevilla), Dani Alves (FC Sao Paulo), Gabriel Martinelli (FC Arsenal), Richarlison (FC Everton), Matheus Cunha (Hertha BSC)

Angeführt von Routinier und Abwehrlegende Dani Alves schickt Brasilien einen hochtalentierten Kader ins Olympia-Rennen.

Auf Aston Villas Douglas Luiz und Lyons Bruno Guimaraes darf man sich im Mittelfeld freuen, vor allem in der Offensive ist das Talent im brasilianischen Kader überbordend: So ist Arsenal-Juwel Gabriel Martinelli ebenso dabei wie Everton-Star Richarlison oder Herthas Matheus Cunha.

Hinzu kommen Ex-Barca-Akteur Malcom, Leverkusens Paulinho oder der 21-jährige Antony, der sich bei Ajax Amsterdam einen Namen gemacht hat.

Prognose:

Das Halbfinale erreicht Brasilien sicher. Dort wartet dann vermutlich ein Duell mit den noch einen Tick stärker einzuschätzenden Spaniern - gelingt die Überraschung, sollten die Brasilianer auch das Finale gewinnen und Olympiasieger werden, ansonsten dürfte man zumindest die Bronze-Medaille mit nach Hause bringen.

Platz 1: Spanien

  • Gegner in Gruppe C: Ägypten (22. Juli), Australien (25. Juli), Argentinien (28. Juli)
  • Olympia-Qualifikation durch: Sieg bei der U21-EM 2019
  • Trainer: Luis de la Fuente

Stars im Kader:

  • Pau Torres (FC Villarreal), Eric Garcia (FC Barcelona), Pedri (FC Barcelona), Dani Ceballos (Real Madrid), Dani Olmo (RB Leipzig), Marco Asensio (Real Madrid)

Spanien tritt mit einem erstklassigen Aufgebot bei Olympia in Tokio an. Mit Torwart Unai Simon (Bilbao), den Innenverteidigern Pau Torres (Villarreal) und Eric Garcia (Barca) sowie den hochveranlagten Mittelfeldspielern Pedri (Barca), Dani Olmo (Leipzig) und Mikel Oyarzabal (Real Sociedad) sind gleich sechs Akteure dabei, die auch beim Halbfinal-Einzug Spaniens bei der EM mit von der Partie waren und teilweise wichtige Rollen einnahmen.

PEDRI SPAIN
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Hinzu kommen zum Beispiel Real-Star Marco Asensio, Valencias Carlos Soler oder Sevilla-Juwel Bryan Gil.

Prognose:

Spanien gewinnt seine Vorrundengruppe vor Argentinien und muss im Viertelfinale vermutlich gegen Deutschland bestehen. Entscheiden die Iberer das enge Duell für sich und schlagen im Halbfinale dann auch die Brasilianer, werden sie Olympiasieger.