Manchester United beschäftigt sich auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer wohl unter anderem mit Portugals aktuellem Nationalcoach Roberto Martinez.
Getty Images SportCristiano Ronaldo bewundert ihn! Wechselt ein Nationaltrainer nach der WM zu Manchester United?
Portugal-Coach Roberto Martinez soll bei Manchester United diskutiert werden
Wie der renommierte Sportjournalist Ben Jacobs beim YouTube-Kanal The United Stand berichtet, wird die mögliche Verpflichtung von Martinez bei den Red Devils derzeit intern diskutiert. Der Vertrag des Spaniers als portugiesischer Nationaltrainer läuft nach der WM im Sommer aus und Martinez tendiert aktuell dem Vernehmen nach dazu, seine Zelte in Portugal dann nach dreieinhalb Jahren abzubrechen.
Mit Cristiano Ronaldo hat Martinez jedenfalls einen berühmten Namen mit United-Vergangenheit als großen Fürsprecher. CR7, von 2003 bis 2009 und von 2021 bis 2022 im Old Trafford, hat in der Nationalmannschaft gute Erfahrungen mit dem 52-Jährigen gemacht. Bei O Jogo verteidigte Ronaldo Martinez im vergangenen Sommer, nachdem jener in Portugal mitunter in der Kritik stand. "Jemanden, der eine großartige Bilanz mit der Nationalmannschaft hat, in Frage zu stellen, verwundert mich", betonte der 41-Jährige, der unter Martinez im portugiesischen Angriff weiterhin gesetzt ist und auch bei der WM eine wichtige Rolle spielen will. Seinem Coach bescheinigte er, "einen außergewöhnlichen Job" zu machen.
Getty Bald bei Manchester United? Roberto Martinez arbeitet seit zehn Jahren nicht mehr als Vereinstrainer
Je nach dem, wie weit Martinez mit Portugal bei der WM kommt, könnte sich bei einem Wechsel zu United ein erstes kleines Problemchen ergeben, da er in der Vorbereitung auf die kommende Saison möglicherweise erst verspätet zum Team stoßen könnte. Zudem kann Martinez als Ex-Trainer von Wigan Athletic (2009 bis 2013) und dem FC Everton (2013 bis 2016) zwar auf reichlich Erfahrung in der Premier League zurückblicken, ist aber nun schon seit rund zehn Jahren raus aus der Arbeit als Vereinstrainer.
Von 2016 bis Ende 2022 hatte Martinez die belgische Nationalmannschaft gecoacht und unter anderem zu Platz drei bei der WM 2018 geführt. Anfang 2023 wechselte er nach Portugal, wo er einen starken Punkteschnitt von 2,33 aufweisen kann. Größter Erfolg war der Nations-League-Titel im Sommer vergangenen Jahres, als Portugal im Finale Europameister Spanien bezwingen konnte. Bei der EM 2024 war Martinez' Mannschaft im Viertelfinale an Frankreich gescheitert.
Denkt Manchester United bei Michael Carrick um?
Ob sich United konkret um Martinez bemüht, hängt derweil auch von der weiteren Entwicklung unter Interimstrainer Michael Carrick ab. Der ehemalige United-Profi hatte im Old Trafford Mitte Januar vom kurz zuvor entlassenen Ruben Amorim übernommen. Dabei wurde vereinbart, dass Carrick lediglich bis Saisonende bleibt, die sehr erfolgreichen ersten Wochen unter dem 44-Jährigen könnten aber zu einem Umdenken führen.
So hat United von den sechs Spielen seit Carricks Amtsübernahme fünf gewonnen und keines verloren, gleich zum Start gelangen beeindruckende Siege im Stadtderby gegen Manchester City (2:0) und danach auch gegen Tabellenführer FC Arsenal (3:2). Uniteds Ausgangsposition im Kampf um einen Champions-League-Platz hat sich dadurch deutlich verbessert - und gleiches gilt jüngsten Medienberichten zufolge für Carricks Hoffnung, über den Sommer hinaus bleiben zu dürfen.
Das hat auch damit zu tun, dass angebliche Wunschkandidaten wie Luis Enrique (sieht sich wohl weiterhin bei PSG), Thomas Tuchel (hat Vertrag bei der englischen Nationalmannschaft verlängert) und Carlo Ancelotti (verlängert voraussichtlich als Brasilien-Trainer) nicht zu bekommen sein werden. Weitere Optionen wie der kürzlich bei Olympique Marseille entlassene Roberto De Zerbi oder Oliver Glasner, der Crystal Palace am Saisonende verlasst, sollen indes bei United nicht mehr ganz so hoch im Kurs stehen.
Die Trainerstationen von Roberto Martinez in der Übersicht
Zeitraum Mannschaft 2007 bis 2009 Swansea City 2009 bis 2013 Wigan Athletic 2013 bis 2016 FC Everton 2016 bis 2022 Belgien seit 2023 Portugal

