Was ist Abseits? Die Abseitsregel im Fußball in der Definition

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Kaum eine Regel im Fußball ist so verwirrend und vielschichtig, wird so heftig diskutiert wie die Abseitsregel. Goal erklärt deshalb, was Abseits ist.

Ein kurzer Pass in den Lauf des Stürmers, der bereit ist, den Ball im Tor zu versenken. Doch im Augenwinkel erkennt er: Der Linienrichter hebt seine Fahne, zeigt Abseits an. Doch warum hat der Linienrichter seine Fahne gehoben, was ist Abseits eigentlich? 

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Goal hat die wohl bekannteste aller Fußballregeln zusammengefasst und leicht erklärt aufbereitet.


Was ist Abseits?


Im Regelwerk des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) ist unter Punkt 11 festgehalten, was Abseits ist. Ein Spieler befindet sich demnach "in einer Abseitsstellung, wenn er der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte Gegenspieler (inklusive des Torwartes)."

Es wird beim Abseits also kein Unterschied zwischen dem Torwart und den restlichen Feldspielern gemacht. Wichtig ist dabei zu beachten: Beim Abseits zählt der Zeitpunkt der Ballabgabe und nicht der Zeitpunkt, wenn der sich im Abseits befindende Spieler den Ball erhält.

Grafik Abseits

Ebenfalls ein wichtiger Punkt, der oft vergessen wird: Bei der Abseitsregel zählen alle elf auf dem Platz befindlichen Spieler, auch wenn sie z.B. hinter dem eigenen Tor liegen. Ausgenommen sind davon Spieler, die vom Schiedsrichter für z.B. eine Behandlungsphase hinausgewiesen wurden.

Abseits gibt es zudem nur, wenn der Ball von einem Mitspieler, und nicht vom Gegner kommt.

  • Ein Beispiel: Will ein Verteidiger den Ball zu seinem Torwart zurückspielen, übersieht jedoch einen im Abseits stehenden Stürmer, der an den Ball kommt und ein Tor schießt, so ist es kein Abseits, da der Ball ja von einem Gegner kam.

In diesen Fällen wird kein Abseits gepfiffen


Ein Spieler ist nicht im Abseits, wenn er sich "in seiner eigenen Spielfeldhälfte oder auf gleicher Höhe mit dem vorletzten Gegenspieler oder auf gleicher Höhe mit den beiden letzten Gegenspielern" befindet. Entscheidend sind dabei alle Körperteile, mit denen ein Tor erzielt werden kann. Ist die Hand und der Arm in der verbotenen Zone, wird das also nicht geahndet. Selbst, wenn sich der Stürmer nur mit seiner Nasenspitze näher zur gegnerischen Torlinie als der Verteidiger befindet, ist es Abseits.

Die Abseitsregel gilt nicht: 

  • bei Einwürfen
  • Abstößen
  • Eckbällen

In der Real-Geschwindigkeit ist dies für den Schiedsrichter jedoch oft schwer zu erkennen, weshalb es auch so viele Diskussionen um die Regel gibt.

Grafik Abseits 2


Aktives und passives Abseits im Fußball


Die Abseitsstellung eines Spielers stellt an sich noch kein Vergehen dar. Erst das sogenannte aktive Eingreifen in eine Spielsituation lässt die Regel gültig werden. Damit die Abseitsregel also wirksam wird, muss der Spieler "zum Zeitpunkt, zu dem der Ball von einem Mitspieler berührt oder gespielt wird, aktiv am Spiel teilnehmen, indem er ins Spiel eingreift oder einen Gegner beeinflusst oder aus seiner Position einen Vorteil zieht."

Ins Spiel eingreifen bedeutet in diesem Fall, dass der sich im Abseits befindende Spieler den Ball von seinem Mitspieler bekommt und diesen berührt.

Ebenfalls Abseits ist es, wenn der sich im Abseits befindende Spieler den Gegner beeinflusst. Der DFB beschreibt das so: "'Einen Gegner beeinflussen' heißt, dass der Spieler seinen Gegenspieler daran hindert, den Ball zu spielen oder spielen zu können, indem er eindeutig die Sicht des Gegners versperrt oder den Gegner angreift, um den Ball spielen zu können." Darunter fällt z.B. folgende Aktion: Ein Spieler befindet sich beim Schuss seines Mitspielers im Abseits, berührt den Ball zwar nicht, schränkt aber das Sichtfeld des Torwartes - damit ist Abseits zu pfeifen. Oder auch: Ein sich im Abseits befindender Spieler greift den Verteidiger an, um an den Ball zu kommen - ebenfalls strafbar.

Arsenal Nottingham Mertesacker Welbeck Moss 07012018

Zuletzt bleibt noch "aus seiner Position einen Vorteil ziehen". Darunter ist zu verstehen, dass der sich im Abseits befindende Spieler durch seine "Abseitsstellung einen Vorteil erlangt, indem er den Ball spielt, der vom Pfosten, der Latte oder von einem gegnerischen Spieler zurück prallt oder zu ihm abgelenkt wird." Auch hier soll ein Beispiel weiterhelfen: Bekommt ein sich im Abseits befindender Spieler nach dem Pfostenschuss seines Mitspielers den Ball, so ist auf Abseits zu entscheiden. Auch hier gilt: Es zählt der Zeitpunkt, in dem der Ball den Fuß des schießenden Mitspielers verlässt, nicht der Zeitpunkt, wenn der Ball vom Pfosten zurück prallt.

Eine schwer zu entscheidende Situation ist es, wenn der Ball von einem Verteidiger abgefälscht wird. Denn wie generell gilt: Abseits ist es nur dann, wenn der Ball von einem Mitspieler kommt und nicht vom Gegner gespielt wird. Hier ist es vor allem die Art der Abwehraktion des Verteidigers, die den Ausschlag gibt. Bekommt dieser z.B. den Ball nach einem Schuss zufällig ans Bein und das Spielgerät geht in Folge dessen zu einem angreifenden Spieler, der sich im Abseits befindet, so ist auch auf Abseits zu entscheiden. Entscheidend ist hier die Intention: Möchte der Verteidiger den Ball dorthin spielen oder nicht? Ist eine Absicht erkennbar, so ist auch kein Abseits, passiert die Aktion zufällig, so ist es in der Tat Abseits.


Wer beurteilt, ob es Abseits ist?


Im Allgemeinen obliegt es dem Schiedsrichter, auf Abseits oder nicht zu entscheiden. Entscheidet er sich dafür, dass es Abseits ist, lässt er einen Pfiff ertönen und hebt einen Arm senkrecht in die Luft. Danach geht es mit Freistoß für die verteidigende Mannschaft weiter, wobei der Ball auf die gedachte Linie gelegt wird, auf der der Spieler im Abseits stand. Eine Verwarnung für diesen Spieler gibt es nicht.

Benjamin Cortus Schiedsrichter 15042016

Da ein strafbares Abseits von der Position des Hauptschiedsrichters jedoch schwer zu erkennen ist, stehen ihm zwei Linienrichter zur Seite. Diese befinden sich an den Spielfeldseiten und haben jeweils eine Hälfte im Blick. Sollte sich ein Spieler ihrer Meinung nach im Abseits befinden, heben sie eine Fahne und signalisieren dem Schiedsrichter damit, dass sich der Angreifer zu nah an der gegnerischen Torlinie befunden hat.

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