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Schalke-04-Neuzugang Rabbi Matondo: Der 2,62-Sekunden-Mann und die Hoffnung auf den königsblauen Jadon Sancho

10:06 MEZ 31.01.19
FC Schalke 04 Rabbi Matondo 2019
Er ist schneller als Leroy Sane und seine Vita erinnert stark an BVB-Star Jadon Sancho. Schalke-Neuzugang Rabbi Matondo im Porträt.


HINTERGRUND

Seit Tagen spricht man auch in Gelsenkirchen über diese ominösen 2,62 Sekunden. Eine Zeit, die bei weitem nicht ausreicht, um über alle Sorgen nachzudenken, die aktuell beim kriselnden FC Schalke 04  herrschen. Abseits der vielen Verletzungen, der prekären Tabellensituation und der schlechten Stimmung haben diese 2,62 Sekunden allerdings einen positiven Hintergrund, denn sie beziehen sich auf den vielleicht größten Hoffnungsträger bei Königsblau: Neuzugang Rabbi Matondo .

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Exakt diese Zeit benötigte der S04-Neuankömmling vom englischen Meister Manchester City vor der Saison beim Leistungscheck für einen 20-Meter-Sprint. Ein herausragender Wert. Nicht einmal Super-Sprinter wie Leroy Sane, Raheem Sterling oder Kyle Walker kamen an diese Zeit heran.

"Wir haben uns sehr lange um Rabbi bemüht, weil wir von seinem Potenzial überzeugt sind: Er ist extrem schnell und technisch gut", erklärte Schalkes Trainer Domenico Tedesco am Mittwoch. Mit Blick auf das Profil des 18-jährigen Briten, der in der City-Akademie ausgebildet wurde, fällt auf, dass es durchaus Parallelen zwischen Matondo und einem gewissen Jadon Sancho gibt - dem Flügelflitzer von Schalkes Erzrivalen Borussia Dortmund.

Wechsel zu Schalke 04 mit Rückkaufklausel: Manchester City kann Matondo für 55 Millionen Euro zurückholen

Ausgerechnet der Spieler, der die Bundesliga mit seinen Tempodribblings im Sturm eroberte und auch im Revierderby mit eben dieser besonderen Qualität für den Unterschied sorgte. Denn Sancho war es, der den 2:1-Siegtreffer für den BVB erzielte und Königsblau somit noch tiefer in die Krise schoss. "Man darf dem 18-Jährigen nicht gleich einen solchen Rucksack aufsetzen, nur weil sich Sancho auf diese Art und Weise durchgesetzt hat.", war Heidel beim SPOBIS 19 gegenüber Goal und SPOX bemüht, die Erwartungen zu dämpfen.

Solch besondere Qualitäten wie sie etwa Sancho regelmäßig unter Beweis stellt, suchte man bei Schalke in der Hinrunde vergeblich. Zu ausrechenbar und statisch war das Spiel des Teams von Trainer Tedesco – nicht zuletzt ein Grund, warum man nach 19 Spieltagen lediglich auf dem zwölften Tabellenplatz steht und sich plötzlich eher mit dem Abstiegskampf als mit dem Kampf um die Champions-League-Ränge befassen muss.

Dass Matondo aus der Akademie von ManCity stammt und dort mit dem Gütesiegel von niemand geringerem als Trainer-Ikone Pep Guardiola ausgezeichnet worden ist, lässt das emotionale Umfeld am Schalker Markt schon wieder von Größerem träumen. Die kolportierte Ablösesumme von rund zehn Millionen Euro und die 55-Millionen Euro-Rückkaufklausel, die sich Manchester City offenbar im Zuge des Transfers gesichert hat, tun ihr Übriges, um aus dem gebürtigen Liverpooler den großen Hoffnungsträger der Gelsenkirchener zu machen, ohne dass er das königsblaue Trikot je getragen hat. Oder noch drastischer ausgedrückt: ohne, dass er überhaupt ein Profi-Pflichtspiel bestritten hat.

Jetzt bei Schalke 04: Rabbi Matondo schaffte es unter Pep Guardiola nie in den Profikader

Denn obwohl der Rechtsaußen zuletzt regelmäßig mit den City-Stars trainiert hat, hat er es nie in den Pflichtspielkader des Premier-League-Champions geschafft. Selbst als der Coach im Carabao Cup vereinzelnd Youngster in den Kader berief, blieb Matondo nur der Platz auf der Tribüne.

Anders als bei Sancho oder auch Brahim Diaz, der Anfang Januar aus Manchester zu Real Madrid gewechselt war, gab es medial keinen Hype um Matondo, wie Sam Lee, Manchester-City-Korrespondent von Goal bestätigt: "Guardiola hat ihn fast nie erwähnt. Matondo hatte noch nicht die Qualität, um bei den Profis mitzuhalten."

Statt in der Premier League unter Guardiola aufzulaufen, zeigte er seine Qualitäten bislang ausschließlich in der U19 und der Premier League 2, in der die U23-Mannschaften der englischen Spitzenteams gegeneinander antreten. Dort gelangen ihm beachtliche neun Treffer und sechs Assists in 21 Saisoneinsätzen, was ihn zum Top-Scorer der Zweitvertretung macht.

Ex-Schalke04-Star Leroy Sane gab Rabbi Matondo wertvolle Tipps

"Wir dürfen nicht vergessen, dass er noch sehr jung ist. Deshalb werden wir ihm die Zeit geben, die er benötigt, um auf Schalke und in der Bundesliga Fuß zu fassen", mahnte Tedesco im Zuge der Bekanntgabe des Transfers zur Geduld. Etwas offensiver äußerte sich Sportvorstand Heidel beim SPOBIS 19: "Er ist jetzt erst einen Tag da, aber natürlich wird er auch sehr kurzfristig eine Option für die erste Mannschaft sein. Wir haben ihn sehr, sehr lange beobachtet, gerade in der Youth League, und waren vom ersten Tag an begeistert von ihm."

Bei seinem Bundesliga-Abenteuer könnten ihm auch die Ratschläge von Ex-Schalker Sane helfen, der speziell im vergangenen Sommer viel zusammen mit Matondo trainiert hat und ihm dabei einige wertvolle Tipps mit auf den Weg gab, wie der junge walisische Nationalspieler im Interview mit dem Manchester Evening News verraten hat: "Er hat viele Dinge mit mir besprochen, mir gesagt, was ich besser machen kann und wie ich mich in den verschiedenen Situationen bewegen muss."

Gemeinsamer Nenner Schalke 04: Der Traum von einer Karriere wie Mesut Özil, Ivan Rakitic und Co.

Seine Qualitäten will Matondo nun in der Bundesliga schnellstmöglich unter Beweis stellen. "Es ist der nächste Schritt in meiner Karriere", sagte er kurz nach Bekanntgabe des Transfers in einem Video auf den Social-Media-Kanälen der Schalker.

"Ich wusste bereits vor dem Angebot einiges über Schalke 04", erklärte der Neuzugang weiter und nannte Namen, an die man sich im Ruhrgebiet mit Blick auf die triste Gegenwart besonders gern erinnert: "Hier haben Mesut Özil, Ivan Rakitic oder Leroy Sane wichtige Schritte in ihren Karrieren gemacht."

Weder das Schalker Umfeld noch Matondo selbst hätten wohl etwas dagegen, wenn sich seine Karriere in den kommenden Jahren in eine ähnliche Richtung entwickelt und der 2,62-Sekunden-Mann schon bald für ähnliche Schlagzeilen sorgt, wie es Sancho in der Hinrunde getan hat.

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