Es ist wieder Zeit für die Handball-EM! Zwei Jahre nach der letzten Ausgabe geben sich 24 Nationen wieder die Ehre. Beginn des Turniers ist am 13. Januar.
Die Handball-EM LIVE auf DAZN: So werden die DHB-Spiele übertragen!
Die letzten Turniere liefen für die deutsche Auswahl eher wenig erfolgreich: Nach dem enttäuschenden 12. Platz bei der WM 2021 und dem 6. Platz bei Olympia will man in diesem Winter wieder besser abschneiden.
Dabei ist es die letzte Europameisterschaft vor der besonderen Ausgabe im Januar 2024: Dann ist es nämlich endlich so weit - Deutschland wird erstmals die Europameisterschaft im eigenen Land austragen!
Ihr wollt Johannes Golla, Patrick Wiencek und Co. LIVE im TV sehen? GOAL erklärt in diesem Artikel, wie die Handball-EM live im TV und LIVE-STREAM übertragen / gezeigt wird!
Handball-EM 2022: Der Wettbewerb im Überblick
Turnier | Men's European Handball Championship |
Anzahl teilnehmender Nationen | 24 |
Datum | 13. Januar bis 30. Januar |
Austragungsorte | Veszprem, Szeged, Debrecen, Budapest (Ungarn) Kosice, Bratislava (Slowakei) |
Titelträger | Spanien |
Rekordsieger | Schweden |
Getty ImagesDeutschland bei der Handball-EM 2022: Die DHB-Spiele live im Fernsehen!
Deutschland ist mehr als nur Fußball-Nation - das ist altbekannt. Auch die Handballnationalmannschaft muss sich im internationalen Vergleich der letzten Jahrzehnte nicht verstecken!
Zwischen Flensburg und Zugspitze gehört der Sport mit dem Harzball zu den beliebtesten - gerade im Winter: Ob Schnee, Hagel oder Regen - das Wetter kann dem Hallensport wenig anhaben. Dabei schaut man sich den Sport auch gerne im Fernsehen an - GOAL erklärt, wie das geht!
Deutschland bei der Handball-EM heute: Free-TV, LIVE-STREAM, Termine - die Übertragung der DHB-Spiele
Datum | Anwurf | Begegnung | Übertragung / Ergebnis |
Freitag, 14. Januar 2022 | 18 Uhr | Deutschland - Belarus | 33:29 |
Sonntag, 16. Januar 2022 | 18 Uhr | Deutschland - Österreich | 34:29 |
Dienstag, 18. Januar 2022 | 18 Uhr | 23:30 | |
Donnerstag, 20. Januar 2022 | 18 Uhr | 23:29 | |
Freitag, 21. Januar 2022 | 20.30 Uhr | 23:28 | |
Sonntag, 23. Januar 2022 | 18 Uhr | ARD / ard.de / sportdeutschland.tv | |
Dienstag, 25. Januar 2022 | 18 Uhr | Deutschland - Russland | ZDF / zdf.de / sportdeutschland.tv |
Fünf Anbieter! GOAL bringt Klarheit in das Sender-Wirrwarr der Handball-EM
Die Handball-EM 2022 wird nämlich durch mehrere Anbieter im TV und LIVE-STREAM übertragen - dementsprechend ist es wichtig, zu wissen, welche sich die Rechte gesichert haben. Insgesamt reden wir nämlich von fünf Sendern!
DAZN, ARD, ZDF, Eurosport und sportdeutschland.tv - fünf Anbieter klingt nach einer Menge, es ist aber am Ende doch übersichtlicher, als man denkt! Fangen wir bei den öffentlich-rechtlichen Sendern an.
Deutschland-Spiele kostenlos: ZDF und ARD übertragen DHB!
ZDF und ARD wechseln sich auch in diesem Winter dabei ab, wenn es darum geht, die Spiele der deutschen Nationalmannschaft live zu übertragen. Jedes Spiel der DHB-Auswahl ist LIVE im Ersten oder Zweiten zu sehen!
Da diese beiden Sender öffentlich-rechtlich sind, also durch den Staat unterstützt, muss man dafür nichts bezahlen und die Menge an Werbung hält sich im Vergleich zur Konkurrenz in Grenzen.
Auch Eurosport überträgt: So wird die Handball-EM gezeigt
Kommen wir zum nächsten Anbieter, ZDF und ARD haben schließlich nicht jedes Spiel im Programm: Eurosport überträgt nämlich ausgewählte Spiele ohne deutsche Beteiligung! Die DHB-Spiele kann man ja bei ZDF und ARD sehen, Eurosport hübscht das Ganze nochmal auf.
Damit nicht genug: Der Sender ist nicht nur kostenlos im TV zu sehen! Der Fernsehsender hat nämlich mit dem Streamingdienst DAZN einen Deal, weshalb dieser das gesamte Eurosport-Programm übertragen darf. Die Handball-EM läuft also teilweise auch live auf DAZN!
DAZN und Sportdeutschland: So seht ihr die Spiele der Handball-EM
Nicht nur Eurosport hat einen solchen Deal mit DAZN, auch das Programm von NBA TV, NFL Network oder Sportdigital (wo aktuell der Afrika-Cup läuft) kann man dadurch empfangen! Mehr zu DAZN schreiben wir weiter unten in diesem Artikel.
Kommen wir zum letzten Anbieter: Sportdeutschland.tv. Hier werden alle Spiele der Handball-EM übertragen - ohne Ausnahme! Das Problem: Sportdeutschland.tv ist nicht kostenlos. Für die Handball-EM gibt es allerdings einen exklusiven Turnierpass für insgesamt zwölf Euro!
Getty ImagesHandball-EM im LIVE-STREAM: So werden die Deutschland-Spiele im kostenlosen Internet übertragen
Eurosport und Sportdeutschland.tv übertragen zwar auch die Handball-EM - wir wollen uns aber mit den beliebtesten Sportsendern in Deutschland beschäftigen: Wie sieht es für Fans aus, die keinen Fernseher zuhause haben?
ARD und ZDF: So seht ihr die DHB-Auswahl kostenlos im Internet!
Fangen wir wieder bei ARD und ZDF an: Im Internet gelten ähnliche Regeln wie im Fernsehen - jedenfalls ist das Programm von öffentlich-rechtlichen Anstalten hier ebenfalls kostenlos!
Natürlich kann man einfach die Internetseiten aufrufen (daserste.de oder zdf.de) - man kann den ganzen Spaß rund um die DHB-Auswahl aber natürlich auch auf anderen Geräten als dem Computer verfolgen! Mit den unterschiedlichen Apps ist Handball auf Handy oder Tablet kein Problem!
LIVE-STREAM der Länderspiele: DAZN überträgt Handball-EM 2022 live!
Auch DAZN kann man hervorragend via Internet empfangen - es wäre auch ein wenig merkwürdig, wenn dem bei der Handball-EM nicht so wäre. Schließlich ist DAZN eine Streamingplattform und hat sich somit auf die LIVE-STREAMS von Sportarten spezialisiert - seit dem vergangenen Sommer kamen die beiden linearen TV-Sender DAZN 1 und DAZN 2 hinzu.
Das Tolle an DAZN: Hier gibt es viel mehr als nur das Eurosport-, Sportdigital- und NBA-TV-Programm zu sehen: Fußball, American Football, Tennis, Darts, Motorsport, Kampfsport, Leichtathletik, Wintersport: Hier wird jeder Sportfan auf der ganzen Welt glücklich. Hinzu kommt, dass die Preise mehr als human sind - aber seht selbst:
- Monatsabo: 14,99 Euro pro Monat | monatlich kündbar | monatliche Abbuchung
- Jahresabo: 149,99 Euro pro Jahr (12,50 Euro pro Monat) | jährlich kündbar | jährliche Abbuchung
Handball-EM 2022 im TV und LIVE-STREAM: Die wichtigsten Links
- DasErste
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- Eurosport
- Sportdeutschland.tv
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Deutschland bei der Handball-EM heute: DHB-Auswahl unterliegt Norwegen
Alfred Gislason ließ sich nach der Schlusssirene auf einen schwarzen Stuhl fallen. Lange harrte der Bundestrainer trotz des nächsten EM-Dämpfers aber nicht aus. "Wir haben ein bisschen Lehrgeld gezahlt", sagte der DHB-Coach nach dem 23:28 (12:14) der deutschen Handballer gegen Norwegen. "Ich bin trotzdem stolz auf meine Jungs, sie haben alles gegeben und nie aufgegeben."
Nach der zweiten Niederlage binnen 26 Stunden musste jedoch auch Gislason erkennen, dass sein Team das Halbfinale allmählich aus den Augen verliert. Im Kampf um die Teilnahme an der Finalrunde in Budapest steht Deutschland nun mächtig unter Zugzwang. "Es ist schade, aber wir können uns keinen Vorwurf machen", sagte Spielmacher Philipp Weber.
Das sah auch der in der ersten Hälfte starke Torhüter Johannes Bitter so. Der 2007er-Weltmeister zog sich nach Spielende für wenige Augenblicke seinen Pulli über das Gesicht, tröstete seine Mitspieler und winkte den deutschen Fans zu. "Das tut kurz weh, ich bin aber einverstanden mit dem, was wir gezeigt haben. Wir haben nicht aufgegeben, sondern weitergemacht", sagte der Hamburger.
Unter dem Strich war die unerfahrene deutsche Mannschaft gegen den EM-Dritten wie schon am Vortag gegen Europameister Spanien (23:29) trotz einer starken kämpferischen Leistung recht deutlich unterlegen. Eine zu schwache Offensive kostete dem von elf coronabedingten Ausfällen gebeutelten DHB-Team die Chance auf eine Überraschung.
Die Schwergewichte der Handball-Welt sind momentan einfach eine Nummer zu groß für das völlig neu formierte DHB-Team, auch wenn Linksaußen Patrick Zieker nach dem "zweiten Nackenschlag" befand: "Es war heute sicherlich mehr drin." Kapitän Johannes Golla, mit vier Toren bester Werfer für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), schmerzte die Niederlage "auf jeden Fall".
Um das Halbfinale noch zu erreichen, braucht das deutsche Team nun dringend zwei Siege - und ist auf Schützenhilfe angewiesen. Verliert die deutsche Mannschaft auch die nächste Partie gegen Vizeweltmeister Schweden am Sonntag (18.00 Uhr/ARD), ist der Medaillentraum schon vorzeitig ausgeträumt.
Zum Abschluss der Hauptrunde geht es am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) gegen Russland. Die besten beiden Mannschaften der Sechsergruppe ziehen ins Halbfinale ein.
Gegen Norwegen konnte Gislason erstmals in diesem Turnier zwei Mal hintereinander die gleiche Mannschaft aufbieten. Wie schon am Vortag gab es keine neuen Coronafälle zu beklagen. Das Comeback von Julius Kühn, der als erster DHB-Spieler während der EM positiv getestet worden war, platzte hingegen, weil der PCR-Test "nicht den Voraussetzungen für eine Rückkehr ins Turnier" entsprach.
Die deutsche Deckung mit einem starken Bitter als Rückhalt ließ in den ersten acht Minuten nur zwei Gegentore zu. Vorne funktionierte das Kreisspiel vor 2026 Zuschauern in der Ondreja Nepelu Arena in Bratislava zunächst sehr ordentlich, Golla traf gleich doppelt. Auch im Gegenstoß präsentierte sich Deutschland sehr effektiv.
Die Norweger mussten für jedes ihrer Tore hart kämpfen. Der Kieler Starspieler Sander Sagosen wurde von Simon Ernst in der deutschen Abwehr gut bearbeitet, zudem parierte Bitter einen Ball nach dem anderen. Das Problem: In der Offensive fand der Rückraum nur selten Lücken.
Als David Schmidt eine neun Minuten lange Durststrecke ohne deutschen Treffer beendete, war aus einer 6:5-Führung (17.) längst ein Rückstand geworden. "Die Abwehr ist super, vorne machen wir zu viele Fehler", brüllte Gislason in einer Auszeit. Den Isländer frustrierte sichtbar, dass sich seine Mannschaft für ihr starkes Abwehrspiel nicht belohnte.
Quelle: SID
Deutschland bei der Handball-EM live sehen: Der Bericht zur aktuellen Lage
Weitere Entspannung der Coronalage beim DHB-Team: Bei den deutschen Handballern hat es am Freitag erneut keine weiteren positiven Testergebnisse gegeben. Dies teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Freitag mit. Die aktuellen PCR-Befunde sind allesamt negativ, damit kann Bundestrainer Alfred Gislason für das zweite EM-Hauptrundenspiel gegen Norwegen am Freitagabend (20.30 Uhr/ZDF) auf alle 17 einsatzfähigen Spieler zurückgreifen.
"Es ergibt sich ein aktuell erfreuliches Bild", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer: "Schritt für Schritt möchten wir jetzt mit aller Vorsicht wieder etwas mehr Normalität schaffen."
Mit Julius Kühn könnte für das Norwegen-Spiel womöglich der erste jener elf Spieler zurückkehren, die wegen positiver Ergebnisse zuletzt aussetzen mussten. Die Quarantänezeit von fünf Tagen ist abgelaufen, das Ergebnis beim ersten von zwei verpflichtenden PCR-Tests am Donnerstag war negativ. Das Resultat vom zweiten Test am Freitag kommunizierte der DHB zunächst nicht. Sollte auch dies negativ sein, wäre Kühn wieder spielberechtigt.
Damit blieb die von insgesamt elf coronabedingten Ausfällen geplagte DHB-Auswahl am zweiten Tag nacheinander von neuen Fällen verschont. Am Donnerstag hatte es in der deutschen Mannschaft erstmals seit Sonntag keinen positiven Fall gegeben.
Zurzeit fallen beim DHB-Team 10 der ursprünglich 17 für die EM nominierten Spieler aus - dazu noch der nachträglich berufene Hendrik Wagner. Inklusive der positiv getesteten Spieler befinden sich momentan 28 DHB-Spieler in Bratislava.
Quelle: SID
Deutschland bei der Handball-EM: Sieg im Gruppenfinale gegen Polen
Erst die Schocknachrichten, dann eine Gala-Vorstellung: Die deutschen Handballer haben nach heftigen Corona-Einschlägen die EM-Vorrunde mit drei Siegen beendet. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason schlug Polen mit 30:23 (15:12) und zog als souveräner Gruppensieger in die Hauptrunde ein - allerdings wurde der imponierende Auftritt des DHB-Teams von den Coronafällen acht und neun überschattet.
Umso beachtlicher war die sportliche Leistung gegen die bis dato ungeschlagenen Polen. Christoph Steinert avancierte an seinem 32. Geburtstag mit neun Treffern zum besten Werfer der DHB-Auswahl, und auch der 21 Jahre Team-Youngster Julian Köster (sechs Tore) wuchs am Dienstagabend über sich hinaus.
"Grundsätzlich habe ich uns das zugetraut, aber die Vorzeichen standen natürlich nicht gut", sagte Kapitän Johannes Golla, der ebenfalls sechs Treffer erzielte, im ZDF: "Das Spiel war extrem wichtig heute, denn die Gegner in der Hauptrunde werden Hochkaräter. Jetzt hoffen wir, dass wir dann auch in dieser Besetzung bleiben können."
Neben den Toptorschützen machte der 39 Jahre alte Nachrücker Johannes Bitter einen richtig guten Job. Der wie vier weitere Akteure erst am Spieltag eingeflogene Keeper gab seinem unerfahrenen Team enorm viel Sicherheit und machte das coronabedingte Fehlen des etatmäßigen Torwart-Duos Andreas Wolff und Till Klimpke vergessen - die Defensivleistung war phasenweise weltklasse.
Die deutschen Spieler waren von Beginn an wild entschlossen, die Corona-Turbulenzen schienen Golla und Co. nur noch mehr zu motivieren. "Das waren gnadenlose Emotionen. Es ist begeisternd, was die Jungs bis hier gezeigt haben", schwärmte DHB-Sportvorstand Axel Kromer schon zur Pause. Spätestens beim Stand von 23:17 (50.) war das Spiel entschieden.
Und so startet Deutschland am Donnerstag gegen Europameister Spanien mit 2:0 Punkten in die Hauptrunde in Bratislava. Die weiteren Gegner in der nächsten Turnierphase sind Norwegen (Freitag), Vizeweltmeister Schweden (Sonntag) und Russland (Dienstag). Die zwei besten Nationen der beiden Sechsergruppen qualifizieren sich für das Halbfinale in Budapest.
Bis zum Duell gegen Spanien hofft das deutsche Team nun, dass weitere Coronafälle ausbleiben. Nur drei Stunden vor dem Spiel gegen die Polen hatte der Deutsche Handballbund (DHB) schließlich auch noch die Infektionen von Torhüter Till Klimpke und Linksaußen Marcel Schiller vermelden müssen. Für das infizierte Duo werden Torhüter Daniel Rebmann (Frisch Auf Göppingen) und Linksaußen Patrick Zieker (TVB Stuttgart) nachnominiert.
Wer beim Hauptrunden-Auftakt gegen den spanischen Titelverteidiger auflaufen kann, ist angesichts der aktuellen Infektionswelle aber fraglich. Das Warten auf die PCR-Ergebnisse dürfte für das deutsche Team in den kommenden Tagen zu einer ähnlich spannenden Angelegenheit wie das sportliche Kräftemessen auf dem Feld werden.
Ein möglicher EM-Rückzug, den Klubvertreter aus der Heimat zumindest nicht mehr ausschließen wollten, war im Team kein Thema. "Wir erleben hier eine große Euphorie. Die Mannschaft ist Feuer und Flamme, hier weiter Handball spielen zu können", sagte Kromer.
Das zeigte sie gegen Polen von Beginn an. Zwar habe sich sein Team "gar nicht" auf das Spiel vorbereiten können, sagte Gislason im ZDF. Anders als bei den bisherigen Partien gegen Belarus (33:29) und Österreich (34:29) fand Deutschland aber gut in die Begegnung. Steinert stach im Angriff hervor - mit großer Sicherheit bei den Siebenmetern und auch beim Abschluss aus dem gebundenen Spiel.
Auch die aggressive Deckung vor Bitter, der nach Klimpkes kurzfristigen Ausfalls der einzige Torwart im DHB-Kader war, stand diesmal besser. "Ey Jungs, sehr, sehr gut", lobte Gislason in seiner ersten Auszeit. Philipp Weber markierte kurz vor der Pause das 15:12 - sein Jubelschrei war vor 1076 Zuschauern in der Ondreja Nepelu Arena deutlich zu hören.
Quelle: SID
Deutschland bei der Handball-EM 2022 live: Der Bericht zur aktuellen Lage beim DHB-Team
Johannes Bitter war gerade gelandet, doch die Ankunft des 2007-Weltmeisters wurde von den schweren Corona-Turbulenzen bei den deutschen Handballern überlagert. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason befindet sich bei der EM im Würgegriff des Virus, nach sieben Fällen binnen 48 Stunden scheinen die nächsten positiven Befunde programmiert.
"Wir können nicht ausschließen, dass es zu weiteren Fällen kommt", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer dem SID am Dienstag in Bratislava. Im Angesicht der grassierenden hoch ansteckenden Omikron-Variante wisse man, "dass es auch uns jederzeit erwischen kann".
So wie am Montagabend, als die Schocknachricht von den positiven Befunden bei Torhüter Andreas Wolff, Rückraumspieler Kai Häfner, Rechtsaußen Timo Kastening, Linksaußen Lukas Mertens und Spielmacher Luca Witzke im deutschen EM-Quartier eintraf. Zuvor hatten sich bereits Hendrik Wagner und Julius Kühn mit dem Virus infiziert.
Der frühere Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer nannte die Situation ein "Worst-Case-Szenario. Es tut mir unheimlich leid für die Mannschaft und alle Betroffenen. Ich weiß, dass sehr viel Aufwand betrieben wurde im Vorfeld", sagte er bei DHB-Spotlight. Immerhin konnten neben Bitter auf die Schnelle noch vier weitere Spieler nachnominiert werden.
Das letzte Vorrundenspiel gegen Polen rückte angesichts der Ungewissheit über einen möglicherweise noch größeren Ausbruch im deutschen Lager aber erst einmal komplett in den Hintergrund. "Wir haben mit den Spielern zwei Teams-Meetings anberaumt und sie darin ganz offen nach ihrer Meinung gefragt", berichtete Kromer: "Sie waren durchweg motiviert, hier weiterhin alles zu geben."
Als Sofortmaßnahme beschloss die deutsche Teamleitung in der slowakischen Hauptstadt noch strengere Kontaktbeschränkungen. Jede freie Minute müssen die verbliebenen elf Spieler plus die fünf Nachzügler ab sofort in ihren Einzelzimmern verbringen. "Wir müssen uns alle hier vor Ort jetzt noch mehr gängeln und die Kontakte untereinander auf ein Minimum reduzieren", sagte Kromer: "Es gibt einen festen Zeitplan, wann jemand sich etwas zu essen an unserem teameigenen Büffet holen darf. Das ist alles nicht schön, aber notwendig."
Notwendig waren am späten Montagabend auch die fünf Nachnominierungen geworden. Neben dem Hamburger Bitter reisten am Dienstag Linksaußen Rune Dahmke (THW Kiel), Kreisläufer Sebastian Firnhaber (HC Erlangen) sowie die Berliner Rückraumspieler Paul Drux und Fabian Wiede in die Slowakei. Zusammen bringt es das Quintett auf die geballte Erfahrung von 397 Länderspielen.
Kromer zeigte sich "begeistert über die Hilfsbereitschaft der Vereine". Es sei "saustark, dass auch diejenigen, die aus gut nachvollziehbaren Gründen abgesagt hatten, keine Sekunde gezögert haben, in dieser schwierigen Situation für unsere Nationalmannschaft zu spielen".
Quelle: SID
Deutschland bei der Handball-EM: So lief das Spiel gegen Belarus
Nach ihrem perfekten EM-Start klatschten sich die deutschen Handballer mit strahlenden Gesichtern ab. "Wir sind sehr, sehr glücklich. Der Sieg tut gut und stimmt uns positiv", sagte der überragende Kai Häfner nach dem 33:29 (17:18) gegen Belarus. Und Bundestrainer Alfred Gislason atmete nach einem wilden Vorrundenspiel "tief" durch: "Es war ein sehr gelungener Start, auch wenn nicht alles großartig war."
Dank einer Leistungssteigerung entschied die DHB-Auswahl das lange spannende Duell in Bratislava für sich und nahm dank des geglückten Auftakts bereits den Einzug in die Hauptrunde ins Visier. Ausschlaggebend waren vor 1291 Zuschauern in der Ondreja Nepelu Arena die erfahrenen Spieler um Häfner, Julius Kühn und Marcel Schiller, die insbesondere nach der Pause vorangingen.
"Kai war überragend", schwärmte Gislason. "Das war das beste Spiel, das ich überhaupt von ihm gesehen habe. Nicht nur, weil er so viele Tore geworfen hat. Er hat auch viele Assists gegeben. Julius kam ebenfalls sehr gut rein, auch beide Außen waren stark."
Häfner hielt sich mit Eigenlob zurück. "Ich bin gut ins Spiel gekommen", analysierte der Linkshänder am ARD-Mikrofon bescheiden: "Wir haben es geschafft, nach der Halbzeit den Turn-over hinzulegen." Der 2016er-Europameister war mit acht Toren gemeinsam mit Schiller bester Werfer für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).
Trotz eines Fehlstarts machte die starke deutsche Offensive einen Fünf-Tore-Rückstand zu Spielbeginn wett und eine insgesamt schwache Torhüter-Leistung so vergessen, zahlreiche deutsche Fans spendeten nach dem Spiel begeistert Applaus. Schiller sprach von einem "schwierigen Spiel", an dem das Team gewachsen sei: "Wir sind in diesem Spiel einen Schritt weitergekommen."
Am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) können Johannes Golla und Co. gegen Österreich bereits einen großen Schritt in Richtung der heißen Turnierphase machen. Im letzten Spiel seiner Vorrundengruppe D trifft Deutschland am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) auf Polen. Die ersten beiden Teams jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein.
Im Tor setzte Gislason zu Beginn etwas überraschend nicht auf 2016er-Europameister Andreas Wolff, sondern auf Turnierdebütant Till Klimpke. Allerdings waren Wolffs Joker-Qualitäten deutlich früher als erhofft gefragt. "Hinterher ist man immer schlauer", sagte der DHB-Coach nach dem Spiel dazu.
Nach einem völlig verkorksten Start nahm Gislason beim 2:7 (10.) die erste Auszeit und tauschte zugleich den glücklosen Klimpke gegen Wolff aus. Auch dieser kam in der Folge wie die deutsche Deckung jedoch nicht ins Spiel.
Dank guter Angriffsaktionen und Überzahlsituationen verkürzte die DHB-Auswahl in der Folge dennoch den Rückstand. Linkshänder Häfner, neben Wolff einer von vier verbliebenen EM-Helden von 2016 im deutschen Kader, fand in der Offensive immer wieder Lücken, schloss selbst ab oder setzte Mitspieler in Szene.
Beim 11:10 (21.) ging Deutschland erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung, in der Folge entwickelte sich ein offenes Spiel mit vielen Toren. "Es ist ein Riesenkampf", analysierte DHB-Sportvorstand Axel Kromer in der Halbzeitpause.
Dieser setzte sich auch nach der Pause fort, allerdings schwanden bei den Belarussen allmählich die Kräfte. Der deutsche Offensivmotor lief hingegen nun immer flüssiger - vor allem dank der Erfahrenen. Beim 23:20 (39.) durch Häfner ging Deutschland erstmals mit drei Treffern in Führung. Eine beruhigende Führung sorgte für eine vergleichsweise entspannte Schlussphase.
Quelle: SID
Spiele des DHB: So wird die Handball-EM 2022 im TV und LIVE-STREAM gezeigt
TV | DAZN via Smart-TV / Eurosport ARD / ZDF |
LIVE-STREAM | DAZN / Eurosport Player ARD / ZDF Sportdeutschland.tv |
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