Beim Finale des Afrika-Cups zwischen Marokko und Senegal geriet die Situation kurzzeitig völlig außer Kontrolle. Wegen eines umstrittenen Elfmeterpfiffes in der Nachspielzeit verließen die senegalesischen Spieler sogar das Feld - doch dann brachte Sadio Mane seine Mannschaft dazu, weiterzuspielen.
getty"Ich hätte lieber verloren, als so zu enden": Wie Sadio Mane Senegal beim Finale des Afrika Cups gegen Marokko wieder zum Weiterspielen brachte
AFPEine große Rolle dabei spielte Claude Le Roy, Kommentator für Canal+ Afrique und ehemaliger Nationaltrainer Senegals (1988-1992), der an der Seitenlinie stand. Als die Situation nach der Platzflucht völlig zu eskalieren drohte, ging Mane zu Le Roy und bat ihn um Rat. "Sadio kam zu mir und fragte mich, was ich an seiner Stelle tun würde. Ich sagte ihm: 'Ich würde deine Mannschaftskameraden bitten, zurückzukommen', ganz einfach", verriet Le Roy gegenüber der AFP.
Dies bestätigte Mane selbst gegenüber Canal+ Afrique. "Alle wollten rausgehen. Als ich Claude sah, dachte ich mir, dass er der ideale Ansprechpartner war. Ich fragte ihn: 'Was denkst du?' Er antwortete: 'Wir müssen bleiben, wir müssen spielen.' Ich habe auch Mamadou (Niang) gefragt, der mir dasselbe gesagt hat, und El-Hadji (Diouf) ebenfalls, also habe ich alle mitgenommen. Ich sagte: 'Egal, was passiert, wir müssen spielen. Ob sie nun treffen oder nicht, wir spielen.' Wir mussten spielen und wurden am Ende dafür belohnt", sagte der 33-Jährige.
Das Finale des Afrika-Cups zwischen Marokko und Senegal in Rabat spitzte sich in den finalen Minuten der regulären Spielzeit dramatisch zu. Zunächst war ein Tor der Senegalesen wegen eines äußerst umstrittenen Fouls aberkannt worden, wenig später erhielten die Gastgeber aus Marokko einen Elfmeter in der Nachspielzeit.
Die Entscheidung brachte die senegalesische Bank völlig aus der Fassung: Trainer Pape Thiaw forderte seine Spieler auf, den Platz zu verlassen und in die Kabine zurückzukehren. Mehrere Führungsspieler gehorchten - das Finale versank im Chaos.
AFPSadio Mane: "Ich hätte lieber verloren, als so zu enden"
Mane rannte daraufhin in die Umkleidekabine, holte seine Mitspieler zurück, und das Spiel wurde fortgesetzt. Edouard Mendy parierte in der letzten Minute der Nachspielzeit den schwach geschossenen Panenka-Versuch von Brahim Diaz, der dafür nachher von seinem Coach Walid Regragui kritisiert wurde. In der Verlängerung erzielte Pape Gueye in der 94. Minute das entscheidende Tor für den Senegal, der sich am Ende den zweiten Afrika-Cup-Titel seiner Geschichte holte.
"Ehrlich gesagt, ich finde, es wäre wirklich traurig und schade gewesen, wenn das Finale so geendet hätte", sagte Mane über den Fast-Abbruch. "Es ist unmöglich, ein solches Bild in die ganze Welt hinauszutragen. Wissen Sie, der afrikanische Fußball wird derzeit verfolgt, der afrikanische Fußball hat sich unglaublich entwickelt. Ich hätte lieber verloren, als so zu enden. Das hat mich dazu bewogen, den Jungs zu sagen, sie sollen zurück auf den Platz gehen und unseren Fußball spielen", erklärte er.
Senegals Weg zum Afrika-Cup-Titel 2026
- Senegal vs. Botswana 3:0 (Gruppenphase)
- Senegal vs. DR Kongo 1:1 (Gruppenphase)
- Senegal vs. Benin 3:0 (Gruppenphase)
- Senegal vs. Sudan 3:1 (Achtelfinale)
- Senegal vs. Mali 1:0 (Viertelfinale)
- Senegal vs. Ägypten 1:0 (Halbfinale)
- Senegal vs. Marokko 1:0 n.V. (Finale)