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Er weinte nach dem Elfmeter-Albtraum auf der Bank: Marokkos Trainer übt deutliche Kritik an Real Madrids Brahim Diaz

Marokkos Trainer Walid Regragui hat seinen Mittelfeldspieler Brahim Diaz für dessen vergebenen Elfmeter im Afrika-Cup-Finale gegen Senegal am Sonntagabend (0:1 nach Verlängerung) kritisiert.

  • Marokko-Trainer verteidigt Brahim Diaz zunächst

    "Es verging sehr viel Zeit im Vorfeld des Elfmeters, das muss ihn gestört haben", äußerte Regragui nach dem verlorenen Endspiel zunächst Verständnis für den Star von Real Madrid.

    Beinahe hätte das Afrika-Cup-Finale einen Abbruch erlebt, da sich Senegal nach dem sehr umstrittenen Elfmeterpfiff zugunsten der Marokkaner kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit zunächst weigerte, weiterzuspielen. Der Ärger der Westafrikaner war auch deshalb derart groß, da der Schiedsrichter wenige Minuten zuvor ihrem vermeintlichen Führungstor wegen eines sehr fragwürdigen Foulspiels im Vorfeld die Anerkennung verweigert hatte.

    Auf Anweisung von Trainer Pape Thiaw verzog sich ein Großteil von Senegals Mannschaft tatsächlich vorübergehend in die Kabine. Kapitän Sadio Mane gelang es jedoch irgendwann, seine Mitspieler doch zum Weiterspielen zu überreden. Dennoch vergingen zwischen Elfmeterpfiff und Ausführung rund 20 Minuten voller Chaos.

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    Brahim Diaz vergibt Elfmeter im Afrika-Cup-Finale: "Er hat sich nun mal entschieden, so zu schießen"

    In der extremen Drucksituation übernahm Diaz dann die Verantwortung und trat zum Strafstoß an. Die frenetischen Anhänger von Gastgeber Marokko hofften in Rabat beim Stand von 0:0 auf den wahrscheinlich titelbringenden Treffer - und Diaz probierte es tatsächlich per Panenka. Das Glück war dabei jedoch nicht auf der Seite des 26-Jährigen, denn Senegals Keeper Edouard Mendy - um dessen Handtuch während des Endspiels ein regelrechter Eklat wütete - spekulierte, blieb stehen und konnte den Elfmeter so mühelos parieren.

    Die lange Unterbrechung, für die Regragui seinen senegalesischen Trainerkollegen Thiaw verurteilte, sei "keine Entschuldigung dafür, wie Brahim den Elfmeter geschossen hat", betonte Marokkos Coach. Er konnte nicht nachvollziehen, warum der Torschützenkönig des Turniers zum Panenka griff. "Er hat eben so geschossen und wir müssen damit klar kommen. Wir müssen nach vorne schauen und akzeptieren, dass Brahim verschossen hat", so Regragui. "Wir können nicht ändern, was passiert ist. Er hat sich nun mal dazu entschieden, so zu schießen."

  • Brahim Diaz wird Torschützenkönig beim Afrika-Cup

    Die reguläre Spielzeit wurde unmittelbar nach Diaz' Fehlschuss abgepfiffen und es ging in die Verlängerung. Schon in der kurzen Pause vor der Extra Time redete Regragui sauer auf Diaz ein, während einige Mitspieler den tragischen Helden trösteten und aufbauten.

    Das marokkanische Drama vor heimischer Kulisse nahm dann seinen Lauf, in der Anfangsphase der Verlängerung erzielte Pape Gueye per Traumtor den 1:0-Siegtreffer für Senegal. Diaz erarbeitete sich kurz darauf eine gute Ausgleichschance, wurde wenig später aber ausgewechselt. Schon auf der Ersatzbank und auch nach Spielschluss, als er mit versteinerter Miene die Auszeichnung für den besten Torschützen des Afrika-Cups entgegen nahm, liefen Tränen über Diaz' Gesicht. Später soll er sich in der Kabine bei der Mannschaft entschuldigt und bitterlich geweint haben.

    Bis zum Endspiel war das Turnier für den Madrilenen gut gelaufen, fünf der neun marokkanischen Turniertore gingen auf sein Konto. Unter anderem erzielte Diaz beim 2:0-Auftaktsieg gegen die Komoren den ersten Treffer des Afrika-Cups, sorgte im Achtelfinale gegen Tansania für das 1:0-Siegtor und brachte Marokko beim 2:0 im Viertelfinale gegen Kamerun in Führung.

  • Senegal Morocco Africa Cup of Nations 2026Getty

    Senegals Trainer entschuldigt sich nach Afrika-Cup-Chaos: "Wir hätten nicht so reagieren sollen"

    Regragui nannte den verrückten Verlauf des Finals "eher beschämend. Ein Spiel mehr als zehn Minuten lang unterbrechen zu müssen, während die ganze Welt zuschaut, ist nicht sehr stilvoll", monierte der 50-Jährige, der sein Heimatland seit August 2022 trainiert und bei der WM 2022 in Katar sensationell zu Platz 4 führte. Als Spieler hatte Regragui übrigens beim bis Sonntag letzten Afrika-Cup-Finale Marokkos selbst auf dem Platz gestanden und musste auch seinerzeit eine Niederlage hinnehmen. 2004 unterlagen Regragui und Co. Tunesien im Endspiel mit 1:2.

    Senegal-Coach Thiaw entschuldigte sich derweil inzwischen dafür, seine Spieler kurzzeitig zum Spielabbruch aufgefordert zu haben. "Manchmal reagiert man in der Hitze des Gefechts. Wir akzeptieren die Fehler des Schiedsrichters, das kann passieren. Wir hätten nicht so reagieren sollen, aber das ist nun Vergangenheit. Wir entschuldigen uns beim Fußball", so Thiaw.

  • Brahim Diaz: Seine Zahlen beim Afrika-Cup

    • Einsätze: 7
    • Tore: 5
    • Assists: 0
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