Jesse Marsch wurde für die schwere Knieverletzung von Alphonso Davies mitverantwortlich gemacht. Nun meldet sich der Trainer der kanadischen Nationalmannschaft selbst zu Wort.
Getty Images"Falsch interpretiert und überbewertet": Kanadischer Nationaltrainer Jesse Marsch wehrt sich nach Kritik wegen der Verletzung von Bayern Münchens Alphonso Davies
WAS WURDE GESAGT?
"Ich denke, dass einige Kommentare (von Nedal Huoseh, Anm. d. Red.) falsch interpretiert und überbewertet wurden", sagte Marsch gegenüber The Athletic. Househ habe letztlich versucht, "Alphonso zu schützen und ihn in dieser Situation zu unterstützen".
WAS IST DER HINTERGRUND?
Davies hatte sich am 23. März im Spiel um Platz drei in der CONCAF-Nations-League mit der kanadischen Nationalmannschaft gegen die USA das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Nedal Huoseh, Berater des 24-Jährigen, hatte daraufhin Trainer Marsch die Schuld für die Verletzung seines Klienten gegeben und stellte klar, dass Davies gar nicht erst hätte spielen dürfen, da er bereits vor dem Duell gegen die USA verletzt gewesen war. "Ich habe des Gefühl, er wurde als Kapitän vom Trainer unter Druck gesetzt. Alphonso ist nicht der Typ, der in solchen Momenten Nein sagt. Am Ende hat er gespielt und Sie sehen, was passiert ist", meinte Househ.
Der FC Bayern München hatte wegen der "grob fahrlässigen" Entscheidung dem kanadischen Verband sogar mit einer Klage gedroht.
(C)Getty ImagesWAS IST NOCH WICHTIG?
Marsch selbst gab zu, von Davies' Verletzungsproblemen im Vorfeld gewusst zu haben. "Davies hat seit November, Dezember letzten Jahres an seinem Oberschenkel gearbeitet. Wir waren uns bewusst, dass es dabei Empfindlichkeiten gibt."
Der 51-Jährige ist sich jedoch sicher, dass der Linksverteidiger besser als zuvor zurückkommen werde. "Er wird sich von dieser Verletzung besser erholen als jeder andere, den ich bisher trainiert habe, weil sein Körper wie eine Maschine ist und seine Mentalität, sein Bestes zu geben, so stark ist."
WIE GEHT ES WEITER?
Davies wird auf jeden Fall mehrere Monate ausfallen - und damit auch die entscheidende Phase in der laufenden Saison verpassen. Während den Bayern in der Bundesliga der 34. Meistertitel winkt, droht den Bayern in der Champions League gegen Inter Mailand das Aus und damit das Verpassen des Endspiels in der heimischen Allianz Arena. Am kommenden Mittwoch müssen die Münchner ein 1:2 in Mailand aufholen.