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Wieder "kein Schönheitspreis": Schalkes eigenartige Zufriedenheit mit der Flaute

12:21 MEZ 29.10.18
Nabil Bentaleb Schalke 04
Schalke 04 tritt in der Bundesliga auf der Stelle. Verantwortlich für die sportliche Misere ist vor allem die schlechte Torausbeute.


HINTERGRUND
Christian Heidel vermittelte ein eigenartiges Gefühl der Zufriedenheit. Beim trostlosen 0:0 bei RB Leipzig hatte der Sportvorstand von Schalke 04 erneut vergeblich auf einen eigenen Treffer gewartet, wieder hatte das Offensivspiel der schwächelnden Königsblauen durch Harmlosigkeit bestochen.

Zu allzu kritischen Worten konnte sich Heidel trotz der anhaltenden Tor-Flaute und Platz 15 in der Bundesliga aber nicht durchringen. Trainer Domenico Tedesco nahm der 55-Jährige nach dem spielerischen Offenbarungseid in Schutz, Sturm-Sorgenkind Breel Embolo erhielt trotz vergebener Großchance ein Sonderlob. Heidel gab sich fürs Erste mit dem wenig Erreichten zufrieden.

Heidel: Schalke 04 gewann gegen RB Leipzig "keinen Schönheitspreis"

"Wir sind froh, dass wir den Punkt mitnehmen", sagte Heidel, der gestand, dass Schalke "keinen Schönheitspreis" gewonnen habe. Aber "das war aber auch nicht unser Hauptanliegen. Die Mannschaft hat umgesetzt, was der Trainer wollte. Leipzig hatte selten so wenige klare Torchancen wie gegen uns".

Das Problem: Eigene Chancen hatten ebenfalls Seltenheitswert. Mit nur fünf erzielten Treffern stellt Schalke gemeinsam mit dem FSV Mainz 05 nach neun Spieltagen die schwächste Offensive der Liga. So harmlos war der königsblaue Angriff zuletzt vor 51 Jahren in der Bundesliga. Die Ansprüche des Vizemeisters sind andere.

Zweimal nach Standards verpasste Schalke in Leipzig durch Embolo (28.) und Weston McKennie (51.) per Kopf die Führung nur knapp. Aus dem Spiel heraus kamen die Gäste dagegen zu keiner gefährlichen Torchance. Lediglich 56 Prozent der Pässe erreichten den Mitspieler.

Tedescos Plan, RB mit langen Bällen vor Probleme zu stellen, ging nicht auf. Der Coach wehrte sich gegen die aufkommende Kritik. "Die Zahlen spiegeln nicht das wider, was wir vorhatten. Wenn wir auf den zweiten Ball gehen und den ersten Ball absichtlich auf den Gegner spielen, ist es klar, dass die Quote nach unten geht", betonte Tedesco bei Sky .

Schalke 04: Zuspruch für Breel Embolo und Co.

Die Tor-Flaute sei "sehr, sehr schade", sagte Tedesco und wies auf die vielen Chancen beim Gastspiel bei Galatasaray Istanbul (0:0) oder die "sieben Hochkarätigen" gegen Werder Bremen (0:2) hin: "Die Anzahl und die Qualität der Chancen sind ein gutes Zeichen. Wenn wir die nicht hätten, würde ich mir Sorgen machen."

Sorgen um seinen Posten muss sich der im Vorjahr noch gefeierte Tedesco auch nicht machen. Heidel stärkte dem 33-Jährigen demonstrativ den Rücken. "Es gibt so Phasen, da kann kein Trainer der Welt was dafür. Niemand", sagte Heidel, der auch Embolo und Co. verteidigte: "Wir müssen doch keinem erklären, dass das Tor 7,32 m breit ist und wenn man köpft, dass man auch reinköpfen kann. Das wissen die alle." 

Das sollten die Schalker Stürmer zeitnah wieder beweisen. Weitere Rückschläge in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Köln am Mittwoch (18.30 Uhr) und am kommenden Samstag in der Bundesliga gegen den Tabellennachbarn Hannover 96 (15.30 Uhr, beide im LIVE-TICKER) kann sich Schalke nicht erlauben.

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