"Wir haben einen Fehler gemacht, den wir auf diesem Level nicht hätten machen dürfen", sagte Mancini, nachdem Bonucci bereits früh die Gelb-Rote Karte (42.) gesehen hatte: "Er hätte keine der beiden Verwarnungen kassieren sollen." Ohne Bonucci, überragender Anführer der Azzurri beim EM-Triumph im Sommer, musste Italien noch vor der Pause das vorentscheidende 0:2 durch den Doppeltorschützen Ferran Torres (17./45.+2) hinnehmen. Der Anschlusstreffer von Lorenzo Pellegrini (83.) war für Italien zu wenig.
Donnarumma: Pfiffe wegen Wechsel von Milan zu PSG
Doch nicht nur die ungewohnten Aussetzer von Bonucci regten Mancini auf, auch die eigenen Fans sorgten bei dem 56-Jährigen für Unmut. Denn die Anhänger im San-Siro-Stadion pfiffen Keeper Donnarumma bei dessen Rückkehr nach Mailand bei jedem Ballkontakt nieder, den Wechsel im Sommer zu Paris Saint-Germain haben die Fans des AC Mailand offenbar noch nicht verkraftet. "Italien hat gespielt, es war kein Vereinsspiel", sagte Mancini: "Man hätte die Pfiffe für ein mögliches Spiel zwischen Milan und PSG aufbewahren können. Italien ist Italien, die Nationalelf steht über allem."
Wie sich eine Niederlage anfühlt, hatte diese Squadra Azzurra schon fast vergessen. Schließlich lag die zuvor letzte Pleite über drei Jahre zurück, es war ein 0:1 gegen Portugal im September 2018. Und so sprach Spaniens Koke auch von einer "historischen Nacht" und einem "unvergesslichen" Sieg.
Sein Trainer Luis Enrique hielt den Ball verbal vor dem Finale am Sonntag gegen Belgien oder Frankreich hingegen etwas flacher. "Ein schöner Sieg" sei das gegen Italien in der Revanche für das verlorene EM-Halbfinale, sagte Enrique: "Aber für uns ist das nur ein Spiel, kein Sieg, der eine Generation prägt."
Der Europameister wird die Pleite hingegen nicht so schnell abhaken können. "Italien verliert seine Unbesiegbarkeit", beklagte die Gazzetta dello Sport. Der Corriere dello Sport schrieb sogar von einer "Blamage", mit der sich Italien noch eine Zeit beschäftigen muss. "Mancini wird lange über die Ursachen dieser Pleite nachdenken müssen", hieß es in der Tuttosport.
