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"Weder ein Attentäter noch ein schlechter Mensch": Luis Enrique verteidigt Brahim Diaz nach Panenka-Fehlschuss - und zieht einen Vergleich zu Zinedine Zidane

Luis Enrique, Trainer von Paris Saint-Germain und Vereinslegende des FC Barcelona, hat Real Madrids Brahim Diaz in Schutz genommen. Der Marokkaner hatte am Sonntag im Finale des Afrika-Cups gegen Senegal (0:1 nach Verlängerung) in letzter Minute der regulären Spielzeit einen möglicherweise titelbringenden Elfmeter per Panenka vergeben. Anschließend hagelte es Spott und Kritik. Enrique unterstrich, dass Diaz "weder ein Attentäter noch ein schlechter Mensch" sei.

  • Enrique zeigt Empathie trotz "bizarrem" Fehlschuss

    Auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Duell bei Sporting Lissabon am 7. Ligaspieltag äußerte sich auch Enrique zu dem Vorfall. Der Spanier verstehe zwar, dass der verschossene Panenka-Elfmeter für die marokkanischen Fans "bizarr" und "schwer zu akzeptieren" gewesen sei - doch er forderte auch einen empathischeren Umgang mit dem Schützen.

    "Das ist Sport, nichts anderes. Nichts passiert, egal ob man gewinnt oder verliert", erklärte der 55-Jährige philosophisch. "Wichtig sind die Werte, die man jungen Menschen vermitteln kann, ohne zu übertreiben. Er ist weder ein Attentäter noch ein schlechter Mensch. Man muss respektieren, wie schwer es ist, ein junger Spieler zu sein. Es ist eine schwierige Zeit. Der Druck ist groß."

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    Vergleiche mit Zidane und Ramos: Der schmale Grat zwischen Genialität und Versagen

    Enrique suchte in der Fußball-Geschichte nach Spielern, die sich in großen Spielen ebenfalls einen Panenka-Elfmeter zutrauten - womöglich, um aufzuzeigen, dass Diaz' Idee nicht allzu abwegig war und er den Versuch nicht mit Absicht vergab.

    "Ich erinnere mich, dass Zinedine Zidane, der ein Fußballgott ist, während einer Weltmeisterschaft einen Panenka gemacht hat", erinnerte sich Enrique und verwies auf das Tor der französischen Legende im Finale der WM 2006 gegen Italien in Berlin. "Ich erinnere mich auch an Sergio Ramos, der während eines sehr wichtigen Spiels einen Panenka gemacht hat. Viele Spieler haben das schon gemacht."

    Der ehemalige Trainer des FC Barcelona fügte hinzu: "Wenn man einen solchen Elfmeter trifft, sagt niemand etwas und alle applaudieren. Aber wenn man ihn verschießt, gibt es viele negative Meinungen über diesen Spieler, und das ist ein großartiger Spieler."

  • Unterstützung erhielt der noch während des Finals deutlich gezeichnete Diaz auch von weiteren Akteuren. Auch Ramos wandte sich öffentlich an seinen ehemaligen Klubkameraden, um ihn zu trösten. 

    Der ehemalige Verteidiger Real Madrids, der einst in der Champions League gegen Bayern München einen Elfmeter verschoss, sich aber bei der EM 2012 gegen Portugal mit einem Panenka-Elfmeter rehabilitierte, schrieb in den sozialen Medien: "Kopf hoch, Bruder. Der Fußball bietet immer eine Chance auf Revanche, und du hast uns so viel mehr gegeben als das, was dir heute entgangen ist ..."

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    Enrique und Diaz haben eine besondere Verbindung: Der einstige spanische Nationaltrainer verhalf Diaz 2021 in einem Freundschaftsspiel gegen Litauen zu seinem Debüt bei der Roja. 

    Für Marokkos Nationalmannschaft lief der in Malaga geborene Diaz im März 2024 erstmals auf. Beim Afrika-Cup erzielte er von der Gruppenphase bis zum Viertelfinale in jedem Spiel einen Treffer und wurde Totschützenkönig.

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