Zwischen der Ligue 1 und DAZN stehen die Zeichen auf Trennung. Frankreichs höchste Spielklasse will den Vertrag mit dem Streaminganbieter im Sommer vorzeitig kündigen.
ImagoWAS IST PASSIERT?
Laut L'Équipe haben die Chefs der 18 Vereine der Ligue 1 diese Entscheidung in einem Meeting gemeinsam gefällt. Der Verwaltungsrat habe diese bereits ratifiziert, nun müsse eine Einigung mit DAZN gefunden werden. Die LFP erklärte in einer Mitteilung, "dass die im letzten Monat begonnene Vermittlung zwischen den Parteien keine Lösung für ihre Differenzen gefunden hat", man jedoch weiterhin erwarte, dass der Übertragungspartner alle seine Verpflichtungen erfülle.
Das Verhältnis zwischen dem Streamingunternehmen und der Ligue 1 ist bereits seit Monaten zerrüttet. Grund dafür ist ein Verfahren, dass DAZN vor dem Pariser Handelsgericht gegen die Liga angestrebt hat.RMC Sport berichtete bereits im im Februar darüber.
WAS IST DER HINTERGRUND?
DAZN hatte sich 2024 in einem Deal über 400 Millionen Euro pro Jahr die Übertragungsrechte an acht von neun Ligue-1-Partien pro Spieltag gesichert, sei jedoch mit dem erhaltenen Produkt nicht zufrieden. DAZN fordere deshalb Schadenersatz - 309 Millionen Euro wegen irreführender Angaben zum Produkt und weitere 264 Millionen Euro wegen Pflichtverletzungen seitens der Ligue 1. Insgesamt also 573 Millionen Euro.
Mit den angeblich irreführenden Angaben bezieht sich DAZN auf die Abo-Zahlen sowie die generierten Einnahmen der Liga, die laut dem Unternehmen nicht der Wahrheit entsprächen. Der Bericht von RMC Sport zählte jedoch weitere Kritikpunkte auf. Zum einen sei die Ligue 1 ihrem Versprechen nicht nachgekommen, DAZN Zugang zu Spielern und Teams zu verschaffen. Zum anderen bemängelte DAZN auch das Vorgehen gegen illegale Streams, das der Streamingdienst als ungenügend einstufe.
gettyWAS WURDE GESAGT?
Brice Daumin, Geschäftsführer von DAZN Frankreich, sprach das Thema in der Zeitung Le Figaro an: "Die Bemühungen reichen nicht aus. In Italien werden 18.000 Links in zwei Tagen blockiert. In Frankreich 5.000 pro Jahr. Wenn man einen Topf kauft, erwartet man kein Sieb."
WIE GEHT ES WEITER?
Nach Infos der Presseagentur AFP hat die Liga zugestimmt, DAZN für die Kündigung des Vertrags am Ende dieser Saison ein finanzielles Entschädigungspaket in Höhe von 139 Millionen Euro sowie für die nächste Spielzeit zwischen 110 und 125 Millionen Dollar zu zahlen. Diesen Vorschlag habe DAZN jedoch abgelehnt.
Eine Mediation soll die festgefahrene Situation lösen.