Wesley Sneijder, niederländische Mittelfeldlegende und ehemaliger Real-Madrid-Star, hat Benfica-Verteidiger Nicolas Otamendi für dessen Provokationen in Richtung Vinicius Junior scharf kritisiert.
Getty Images Sport"Nicht ganz richtig im Kopf": Legende zerlegt Benfica-Star, weil er Real Madrids Vinicius Junior provozierte
Vinicius war von Benficas Prestianni rassistisch beleidigt worden
Zur Vorgeschichte: Vinicius hatte Real im Playoff-Hinspiel der Champions League bei Benfica am Dienstagabend mit einem absoluten Traumtor zu Beginn der zweiten Halbzeit in Führung gebracht. Nachdem der Brasilianer den Treffer ausgelassen provokant vor den heimischen Fans gefeiert hatte, war es zu einem rassistischen Vorfall gekommen, der eine Spielunterbrechung zur Folge hatte.
Benficas Gianluca Prestianni hatte Vinicius rassistisch beleidigt, dabei jedoch das Trikot vor seinen Mund gehalten. "Der Spieler mit der Nummer 25 hat Vini fünfmal als Affen bezeichnet. Das habe ich selbst gesehen", schimpfte Real-Stürmer Kylian Mbappe spanischen Medienberichten zufolge nach Spielschluss. Schiedsrichter Francois Letexier hatte nach den Geschehnissen das Anti-Rassismus-Protokoll ausgelöst, die Partie war daraufhin für knapp zehn Minuten unterbrochen.
gettySneijder kritisiert Otamendi für Vinicius-Stichelei: "Diese WM hast nicht du gewonnen, sondern Messi"
Von Benficas Anhängern wurde Vinicius nach Spielfortsetzung lautstark ausgepfiffen, die Atmosphäre blieb bis zum Schluss enorm aufgeheizt. Inmitten dessen kam es auch zu Otamendis Provokation in Richtung Vinicius.
Der argentinische Nationalspieler zog sein Trikot hoch und zeigte dem Brasilianer seinen Bauch, auf den er unter anderem den WM-Pokal tätowiert hat, den er 2022 mit Argentinien gewann. Auch die Trophäe des Copa-America-Triumphes 2021 und vom Gewinn der Finalissima (Duell zwischen Europameister und Copa-America-Sieger, d. Red.) 2022 hat Otamendi als Tattoos auf seinem Körper verewigt.
"Und das machst du bei einem 0:1-Rückstand? Dann bist du doch nicht ganz richtig im Kopf, oder?", wunderte sich Sneijder als TV-Experte beim niederländischen Sender Ziggo Sport über Otamendis wohl überlegte Stichelei gegen Vinicius, der mit Argentiniens südamerikanischem Erzrivalen Brasilien bisher noch keinen Titel gewinnen konnte.
Sneijder, der von 2007 bis 2009 für Real spielte, mutmaßte indes, dass Otamendi die Trophäen ohne Argentiniens Superstar Lionel Messi niemals gewonnen hätte. "Das ist wirklich kindisches Verhalten. Wenn ich Vinicius wäre, hätte ich gesagt: 'Freundchen: Diese WM hast nicht du gewonnen, sondern Messi. Du kannst froh sein, dass Messi das für dich erledigt hat'."
Auch die Tatsache, dass Otamendi ausgerechnet gegen Rekord-Champions-League-Sieger Real Madrid zu dieser Titel-Stichelei ansetzte, störte Sneijder: "Das macht er bei den Falschen! Das kannst du bei anderen machen, aber nicht bei Vinicius." Der 25-jährige Offensivspieler hat die Königsklasse mit Real bisher zweimal gewonnen (2022 und 2024).
Vinicius äußert sich: "Rassisten sind vor allem Feiglinge"
Real brachte die 1:0-Führung über die Zeit und verschaffte sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel, das kommende Woche in Madrid steigt. Der Vorfall rund um Vinicius erhitzte auch nach Abpfiff weiterhin die Gemüter.
"Es ist eine Schande, dass die Kameras das nicht aufgezeichnet haben", polterte Reals Mittelfeldspieler Fede Valverde. "Wenn du deinen Mund bedeckst, bevor du etwas sagst, dann ist doch klar, dass da etwas nicht stimmt. Das ist eine Schande und ich bin stolz auf meine Mitspieler, die Vini verteidigt haben und auf Vini, dass er weitergemacht hat."
Mbappe knöpfte sich indes explizit Prestianni vor: "Wir können nicht akzeptieren, dass sich ein Spieler, der in Europas wichtigstem Wettbewerb spielt, so verhält", sagte der Franzose bei Movistar in Richtung des argentinischen Offensivspielers von Benfica. "Dieser Junge hat es nicht mehr verdient, in der Champions League zu spielen", wütete er und forderte die UEFA zu Konsequenzen auf.
Vinicius selbst schrieb derweil in seiner Instagram-Story: "Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Hemd über den Mund ziehen, um zu zeigen, wie schwach sie sind."
AFPDie nächsten Spiele von Real Madrid
- Samstag, 21. Februar (18.30 Uhr): CA Osasuna vs. Real Madrid (LaLiga)
- Mittwoch, 25. Februar (21 Uhr): Real Madrid vs. Benfica (Champions League)
- Montag, 2. März (21 Uhr): Real Madrid vs. FC Getafe (LaLiga)
- Samstag, 7. März (21 Uhr): Celta Vigo vs. Real Madrid (LaLiga)



