Trotz einer weitestgehend enttäuschenden Saison ist Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac weiterhin von Julian Brandts Qualitäten überzeugt. Er verglich ihn ein weiteres Mal mit Florian Wirtz und Jamal Musiala.
Getty"Gehört auf seiner Position zu den Top drei Spielern in der Bundesliga": BVB-Trainer Niko Kovac vergleicht Julian Brandt erneut mit Florian Wirtz und Jamal Musiala
Getty ImagesWAS WURDE GESAGT?
"Wenn er das spielt, was er kann, dann schießt er Tore und bereitet noch mehr Tore vor. Dann ist Jule von seinem Wert her für uns der Wirtz, dann ist er der Musiala", sagte Kovac im Interview mit der Welt am Sonntag und ergänzte: "Natürlich stehen die beiden anderen derzeit in der Wertigkeit über ihm. Aber Julian gehört auf seiner Position für mich zu den Top drei Spielern in der Bundesliga. Dazu stehe ich weiter."
WAS IST DER HINTERGRUND?
Schon während der abgelaufenen Saison hatte Kovac den 29-Jährigen mit den beiden Star-Offensivspielern der deutschen Nationalmannschaft verglichen - und damit für Stirnrunzeln bei Fans und in der Experten-Landschaft gesorgt. "Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass er mit Florian Wirtz und Jamal Musiala Jule in eine Range gehört", sagte er im Februar vor dem Bundesligaspiel gegen den VfL Bochum.
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Dabei galt Brandt schon damals als eines der Gesichter der schwachen BVB-Saison, die dank einer spektakulären Aufholjagd unter Nuri Sahins Nachfolger Kovac noch mit der Qualifikation für die Champions League gerettet wurde. Der einstige Leverkusener kam in der Bundesliga schließlich auf fünf Tore und zehn Assists, dabei überzeugt er vor allem beim Endspurt mit zwei Treffern und vier Torvorlagen in den letzten vier Partien.
Wirtz zog es im Sommer für weit über 100 Millionen Euro zum FC Liverpool, Musiala ist inzwischen zum Topverdiener des FC Bayern München aufgestiegen. Bei der Klub-WM verletzte sich der Spielmacher des deutschen Rekordmeisters jedoch schwer, weshalb er frühestens zum Ende der Hinrunde zurückkehren wird.
WIE GEHT ES WEITER?
An der Turnier-Premiere in den USA hatte auch der BVB teilgenommen. Angesichts der zusätzlichen Belastung hatte DFB-Sportdirektor Rudi Völler prophezeit, dass Dortmund und Bayern mit fünf Punkten Rückstand in die neue Saison gehen werden. "Das ist eine Hypothese, die wir zu widerlegen versuchen", erklärte Kovac dahingehend.
Dass der BVB dem FC Bayern die Titelverteidigung streitig machen kann, glaubt Kovac aber nicht: "Ich kann den Traum nachvollziehen. Aber ich muss realistisch sein. Und realistisch betrachtet haben wir die vergangene Saison mit 25 Punkten Rückstand auf die Bayern und mit 12 Punkten Rückstand auf Leverkusen beendet. Es geht für uns darum, den Abstand zu verkleinern. Die Bayern hatten einen Schnitt von 2,41 Punkten – wir von 1,67. Das sind Welten. Natürlich würden wir uns nicht dagegen wehren, oben mitzumischen. Aber wir sind aktuell kein Topfavorit auf die Meisterschaft. Ein realistischeres Ziel wäre da schon der Gewinn des DFB-Pokals – und ein lohnenswertes dazu."
Vor dem Erstrundenspiel im Pokal gegen RW Essen in über einer Woche bestreitet der BVB am Sonntag noch ein Testspiel gegen Juventus Turin. Beim Bundesliga-Auftakt in zwei Wochen gastiert die Borussia beim FC St. Pauli.

