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"Er hat mein Gehirn gewaschen": Ehemaliger Spieler spricht über seine Zeit unter Pep Guardiola

Pep Guardiola hat die Karrieren zahlreicher Fußballprofis entscheidend geprägt. Der Brasilianer Danilo hat nun gegenüber The Guardian Einblicke in die Arbeit des ManCity-Trainers gegeben. Außerdem sprach Danilo über die mentale Gesundheit von Profi-Fußballern.

  • WAS WURDE GESAGT?

    "Pep Guardiola erzieht seine Spieler. Das ist das Wichtigste an seiner Arbeit. Er lässt alle Spieler genau gleich über Fußball denken. Über Zeit, Raum, Bewegung, Ballbesitz und Ballbehandlung", sagte der ehemalige ManCity-Spieler.

    Danilo weiter: "Guardiola hat mein Gehirn gewaschen, aber in einem positiven Sinn. Es hat sich angefühlt wie an der Universität."

    Die Zeit bei ManCity habe ihn als Spieler enorm weitergebracht, davon profitiere er bis heute: "Ich war davor zwar kein Idiot, aber ich habe gemerkt, dass ich völlig falsch Fußball gespielt hatte. Wenn ich ihn früher getroffen hätte, hätte es mir das Leben viel leichter gemacht."

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    WAS IST DER HINTERGRUND?

    Danilo wechselte 2017 von Real Madrid zu Manchester City und spielte zwei Jahre lang unter Guardiola. In seiner ersten Saison holte City über 100 Punkte und wurde mit 19 Zählern Vorsprung vor Manchester United englischer Meister. 2019 wechselte er als Teil eines Transfer-Deals mit Joao Cancelo zum italienischen Rekordmeister Juventus nach Turin. Dort wurde er zum Kapitän und Führungsspieler, verließ den Verein aber im Winter-Transferfenster nach Unstimmigkeiten mit dem inzwischen entlassenen Trainer Thiago Motta. Seit Januar spielt Danilo wieder in Brasilien bei Flamengo.

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    WAS WURDE NOCH GESAGT?

    In dem Gespräch äußerte sich der Brasilianer auch zu weiteren Aspekten wie der mentalen Gesundheit von Fußballern. Er selbst habe nach seinem Transfer vom FC Porto zu Real eine schwierige Zeit erlebt, da ihn die hohe Ablösesumme unter Druck gesetzt habe. Damals habe er angefangen, mit einem Sportpsychologen zusammenzuarbeiten. Insgesamt sei es nicht einfach, im Fußball-Business zurechtzukommen, sagte er: "Wenn du verlierst, hast du das Gefühl, dass alles falsch gelaufen ist und du weniger wert und unfähig bist. Es ist schwierig, mit diesen Gefühlen umzugehen."

    Dass viele Top-Spieler ihre Karrieren mit um die 33 Jahren beenden, hänge nicht nur mit der körperlichen, sondern auch der mentalen Belastung zusammen: "Es hat mit der Erfahrung zu tun, so lange unter so großem Druck zu stehen, dem Druck immer gewinnen zu müssen."

    Man müsse jungen Spielern besser zur Seite stehen. Danilo: "Wenn du es zu den Profis schaffst, hast du viel Geld, Ruhm und da sind viele Frauen. Wie sollst du damit umgehen?" Die Vereine müssten merken, dass ihnen viele gute Spieler aus emotionalen und psychologischen Gründen verloren gingen: "Die Klubs werden nur etwas tun, wenn sie merken, was sie dadurch für einen finanziellen Schaden haben."

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    WIE GEHT ES WEITER?

    Danilo selbst will, anders als etwa Cristiano Ronaldo, nicht spielen, bis er 40 Jahre alt ist. Er hofft aber auf die Teilnahme an der WM 2026.

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