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"Dann hätte PSG nie die Champions League gewinnen dürfen": Matthias Sammer stört sich an Kritik an Star des FC Bayern München

Vier Spiele bei einer Weltmeisterschaft bestritt Matthias Sammer in seiner ruhmreichen Karriere als Spieler. Heute äußert sich der 58-Jährige als Experte im TV regelmäßig über den Zustand des deutschen Fußballs. Diesmal an der Reihe: Die deutsche Nationalelf mit Blick auf die WM 2026 und insbesondere die Rolle von Bayern Münchens Joshua Kimmich dabei.

  • Gegenüber der Sport Bild sagte Sammer, dass die DFB-Elf seiner Meinung nach ein Kandidat für den WM-Sieg im kommenden Sommer ist. Allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen.

    "Ich glaube, dass zu dem Zeitpunkt der WM die Qualität - ohne neue Verletzungen und mit den Rückkehrern - sehr groß sein kann. Wenn es die Verantwortlichen um Julian Nagelsmann und Rudi Völler schaffen, die Mannschaft in der bestmöglichen körperlichen Verfassung dorthin zu organisieren, dann verfügen wir in jedem Mannschaftsteil über genug individuelle Qualität. Wir können über die Spiele und die Gegner einen Flow entwickeln, eine WM-Euphorie kann dann in der Mannschaft und in ganz Deutschland entstehen."

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  • FC Bayern München v Sporting Clube de Portugal - UEFA Champions League 2025/26 League Phase MD6Getty Images Sport

    Kimmich für Sammer "fast zu lieb"

    Als zentrale Figur im deutschen WM-Kader sieht Sammer Bayerns Kimmich, den Bundestrainer Julian Nagelsmann voraussichtlich als Rechtsverteidiger und nicht im zentralen Mittelfeld einplant. Für Sammer ist Kimmich hin und wieder jedoch noch zu brav. 

    "Jo Kimmich ist ein feiner Mensch, ein sauberer Charakter. Manchmal ist er fast zu lieb. Als er nicht lieb war, haben einige auf ihn draufgehauen, es gab plötzlich sportliche Kritik: Er sei kein echter Sechser. Das habe ich nie verstanden. Denn dann hätte z. B. PSG nie die Champions League gewinnen dürfen. Die haben nämlich auch keinen klassischen Sechser", sagte er.

    Der externe Berater von Borussia Dortmund riet Kimmich daher: "Jo ist ein Leader. Ein Leader ist für mich im Zentrum besser positioniert. Ich möchte Jo ermutigen, dass er nicht auf die Kritiker hören soll. Er darf ruhig noch unbequemer werden. Und wenn's dann mal um ihn herum einsam wird, dann kann er mich anrufen. Ich werde ihn immer unterstützen."

  • Tuchel sah Kimmich nicht als klassischen Sechser

    Im Zuge der Debatte um einen neuen Sechser beim FC Bayern im September 2023 unter Trainer Thomas Tuchel hatte der Ruf von Kimmich im Verein zwischenzeitlich angeblich gelitten. Damals sei es bei der Vereinsführung nicht gut angekommen, dass sich der Nationalspieler öffentlich dazu geäußert habe, sich auf der Position vor der Abwehrzentrale äußerst wohl zu fühlen und sich eindeutig als Sechser zu sehen.

    Zuvor hatte Tuchel betont, dass alle vier zentralen Mittelfeldspieler im Verein, also Kimmich, Leon Goretzka, Konrad Laimer und der mittlerweile abgewanderte Ryan Gravenberch allesamt keine klassischen Sechser seien. Der FCB-Trainer machte sich deshalb vor der Schließung des Transferfensters für eine Verpflichtung eines Spielers auf dieser Position stark.

    So standen die Münchner eigentlich unmittelbar vor der Verpflichtung von Joao Palhinha vom FC Fulham, der Portugiese bekam aber kurzfristig keine Freigabe für einen Transfer und musste in London bleiben.

  • Die Leistungsdaten von Joshua Kimmich in der Nationalmannschaft

    • Spiele: 106
    • Tore: 10

    • Vorlagen: 28
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