Thiago Silva, Innenverteidiger von Paris Saint-Germain und der brasilianischen Nationalelf, hat mit Goal exklusiv über ein dramatisches Erlebnis aus seiner Kindheit gesprochen. Nach einem Sturm stand sein Elternhaus in Rio de Janeiro plötzlich ohne Dach da.
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"Wir hatten einige harte Zeiten, als ich jung war", sagte Silva und führte aus: "Aber ich glaube, die schwerste Zeit war, als ich während eines stürmischen Tages - ich war sieben oder acht Jahre alt - in unser Haus ging und es sich anfühlte, als wären wir immer noch draußen, weil das Dach vom Regen weggespült worden war."
Thiago Silva: "Alles war verloren"
Der heute 33-Jährige, der bei der WM 2018 in Russland wohl gemeinsam mit Miranda Brasiliens Innenverteidiger-Duo bilden wird, wuchs in einer Favela der Millionen-Metropole Rio auf - und musste früh mit ansehen, wie er und seine Familie alles verloren.
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"Alles, was wir uns mit so harter Arbeit aufgebaut hatten, war verloren", erinnerte sich der 68-fache A-Nationalspieler Brasiliens. "Der Wasserpegel in unserem Haus war sehr, sehr hoch. Diese Flut nahm uns praktisch alles, was wir hatten."
Trotz aller Widrigkeiten kämpfte sich Silva nach oben, kann seiner Familie längst ein besseres Leben ermöglichen. Auch auf dem Weg zu einem der besten Verteidiger der Welt musste er allerdings so manch hohe Hürde nehmen.
Thiago Silva: "Ein Arzt sagte, ich könne nie wieder spielen"
Mit 20 verließ er die brasilianische Heimat in Richtung Europa, heuerte beim FC Porto an - mit einer heftigen Tuberkulose-Erkrankung im Gepäck. "Während dieser Krankheit war mein Glaube an Gott besonders groß", sagt er heute. "Ein Arzt sagte, dass eine meiner Lungen operiert werden müsse und ich nie wieder Fußball spielen könne."
Er kehrte zunächst nach Brasilien zurück, ging dann aber wieder nach Portugal, um eine weitere ärztliche Meinung einzuholen. "Dieser Arzt sagte mir dann, dass ich wieder spielen könne. Ich musste eine sehr harte Zeit überstehen, voller Medikamente und Reha-Maßnahmen - aber ich wusste, dass alles wieder gut werden würde."
2005 verließ er Portugal jedoch, wurde an Dynamo Moskau verkauft und erholte sich dort nur sehr schleppend von der Tuberkulose-Erkrankung, musste sogar mehrere Wochen in Quarantäne verbringen. Nach nur einem halben Jahr in Moskau ging er zurück nach Rio, fand bei Fluminense eine Heimat, entwickelte sich zu einem gestandenen Verteidiger und wechselte 2009 schließlich zum AC Mailand. 2012 folgte dann für 42 Millionen Euro der Wechsel zu PSG, wo Silva noch bis 2020 unter Vertrag steht.


