Rodrigo verlässt Atletico Madrid: Das Problem des FC Bayern heißt Pep Guardiola

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Rodrigo wird Atletico Madrid wohl im Sommer verlassen. Mit im Rennen ist auch der FC Bayern München, doch da gibt es auch noch Pep Guardiola.

HINTERGRUND

Von einem entspannten Sommer können Miguel Angel Gil Marin und Enrique Cerezo nur träumen. Ihre Telefone sind nahezu im Minutentakt besetzt, auf Nachfragen per SMS geben sie keine Antwort. Der Geschäftsführer und der Präsident von Atletico Madrid haben offensichtlich alle Hände voll zu tun. Kein Wunder, stehen sie doch vor der Mammutaufgabe, einen unfreiwilligen Umbruch schadenfrei zu moderieren.

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Nach den bereits sicheren Abgängen der Verteidiger Lucas Hernandez (für 80 Millionen Euro zum FC Bayern), Diego Godin und Juanfran (beide noch ohne neuen Verein) sowie der überraschenden Wechselankündigung von Torjäger Antoine Griezmann, droht mit Rodrigo der nächste Leistungsträger von dannen zu ziehen.

"Rodri", so wird der defensive Mittelfeldspieler in Spanien genannt, war erst im vergangenen Sommer vom FC Villarreal zu seinem Jugendverein Atletico zurückgekehrt. Er fühle sich wohl bei den "Colchoneros", und genieße es, unter Diego Simeone zu spielen, sagte der siebenfache spanische Nationalspieler erst vor kurzem.

Allerdings spielt er als ballsicherer Stratege vor Simeones Abwehr so gut und ist mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von 70 Millionen Euro vergleichsweise so günstig, dass er in der neuen Saison womöglich für einen größeren und ambitionierteren Klub auflaufen wird.

FC Bayern: Hasan Salihamidzic verspricht weitere Transfers

Er brauche noch etwas Zeit, um eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft zu fällen, meinte Rodrigo Anfang Juni. Gut unterrichteten Quellen aus Madrid zufolge stellt sich mittlerweile aber nicht mehr die Frage, ob der 22-Jährige wechselt, sondern wohin. Mit vorne im Rennen: der FC Bayern.

Nach Informationen von Goal und SPOX traf sich Hasan Salihamidzic im Mai mit Rodrigos Berater Pablo Barquero, um einen möglichen Wechsel auszuloten. Der Sportdirektor des Rekordmeisters ist wie beim Hernandez-Deal die treibende Kraft, während sich die Chefetage zumindest in der Öffentlichkeit bedeckt hält und in Person von Präsident Uli Hoeneß vorgibt, nicht einmal zu wissen, wer Rodrigo überhaupt ist.

"Wir wollen noch einiges tun, haben dafür aber noch zwei Monate Zeit", sagte Salihamidzic am vergangenen Wochenende bei einem Sportevent auf Sardinien: "Wir müssen entspannt sein, Geduld haben und schauen, was möglich ist."

FC Bayern: Rodrigo eine heiß gehandelte Personalie

Worte, die nicht nur das Werben um Leroy Sane betreffen. Rodrigo, das schreibt auch der kicker, ist eine heiß gehandelte Personalie an der Säbener Straße. Und sie könnte noch heißer werden, sollte Mats Hummels tatsächlich zu Borussia Dortmund zurückkehren und Jerome Boateng wie erwartet den Verein verlassen.

Dann wären hinter den gesetzten Niklas Süle und Hernandez nämlich zwei Innenverteidiger-Posten frei, die der Verein laut Bild nicht neu besetzen würde. Zum einen kommt mit Benjamin Pavard ein flexibel einsetzbares Defensiv-Talent, zum anderen kann auch Javi Martinez als Innenverteidiger agieren.

In diesem Fall bräuchten die Bayern einen neuen starken Sechser, der Martinez als Chef im defensiven Mittelfeld entlastet und sukzessive ablöst. Da unklar ist, wie Corentin Tolisso sich nach seiner schweren Knieverletzung präsentiert, wäre Rodrigo der geeignete Mann dafür.

Rodrigos Berater traf sich auch mit Manchester City

Der 1,91 Meter große, von seiner Statur her schlaksig daher kommende Atletico-Profi interpretiert den Fußball ähnlich schnörkellos wie sein acht Jahre älterer Landsmann. Er spielt sicher und sauber, strahlt Ruhe und Stabilität im Spiel mit und Robustheit im Spiel ohne Ball aus. Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique verglich ihn bereits mit Sergio Busquets, dem intelligenten Strippenzieher im Mittelfeld des FC Barcelona. "Ich traue ihm zu, auf Busquets' Level zu kommen. Er kann es sogar übertreffen", sagte Enrique im vergangenen November.

Eine ähnliche Meinung von Rodrigo machte sich zuletzt offenbar auch Pep Guardiola. Der englische Meister Manchester City, bei dem der spanische Trainer seit seinem Abschied aus München im Sommer 2016 arbeitet, ist Bayerns ärgster Konlurrent im Poker um den gebürtigen Madrilenen.

Wie Goal und SPOX wissen, traf sich Rodrigos Berater im Frühjahr auch mit Txiki Begiristain, dem Sportlichen Leiter der Citizens, zu Verhandlungen. Nach der gescheiterten Verpflichtung von Frenkie de Jong, der sich für Barca entschied, sucht Guardiola händeringend nach einem Sechser, der das Erbe von Routinier Fernandinho (34) antritt.

Pep Guardiola & Fernandinho

Guardiola? Rodrigo offenbar nicht abgeneigt

Rodrigo soll angetan von der Idee sein, mit dem Ex-Barca-Coach zusammenzuarbeiten. Gleichwohl soll er City nach dem Treffen mit Begiristain aber noch nicht fest zugesagt haben, was den Bayern wiederum Hoffnung machen dürfte. In München hätte er nicht nur mit Martinez, sondern auch mit Thiago und Hernandez Kollegen, die Spanisch sprechen und ihm die Eingewöhnung auf deutschem Boden erleichtern könnten.

Mit einer endgültigen Entscheidung ist übereinstimmenden Berichten aus Spanien zufolge noch in diesem Monat zu rechnen. Die Atletico-Bosse Gil Marin und Cerezo hätten wohl nichts dagegen, ihren Fans nach all den Rückschlägen auf dem Transfermarkt zunächst die eine oder andere positive Nachricht zu übermitteln, bevor sie den wohl kaum noch zu vermeidenden Abschied eines weiteren Leistungsträgers bekannt geben.

Marcos Llorente (24) könnte als Rodrigo-Nachfolger von Stadtrivale Real Madrid kommen. Außerdem verhandeln die "Rojiblancos" mit dem portugiesischen Shootingstar Joao Felix über einen Wechsel. Der 19-jährige Angreifer von Benfica Lissabon wäre wie Rodrigo für eine festgeschriebene Ablösesumme zu haben. Allerdings liegt diese Summe nicht bei 70, sondern 120 Millionen Euro.

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