GER ONLY Marash KumbullaImago Images / Sven Simon / Gribaudi / ImagePhoto

Der Messi-Fan, der einen Ex-Bayern-Star verehrt: Das ist Hellas Veronas Albanien-Juwel Marash Kumbulla


HINTERGRUND

Marash Kumbulla erinnert sich genau. "Ich war früher Balljunge im Stadio Bentegodi (Stadion von Hellas Verona, d. Red.)", sagte er im April in einem Instagram Live und führte aus: "Ich werde nie den Tag vergessen, als ich den Doppelpack von Luca Toni beim 3:0 gegen Genua von der Seitenlinie aus erlebt habe. Es ist großartig, das Trikot von dem Team zu tragen, das ich schon immer geliebt habe."

Kumbulla, inzwischen eines der spannendsten Innenverteidiger-Talente Europas, war damals 14 Jahre alt. Und träumte davon, wie der seinerzeit, im Frühjahr 2014, bereits 36-jährige Ex-Bayern-Star Toni die Fans von Hellas zur Ekstase zu bringen.

Kumbulla wurde in Italien geboren, seine Eltern sind Albaner. In einem kleinen Ort am Südostufer des Gardasees, unweit von Verona, wuchs er auf. Schon früh zog es ihn in den Nachwuchs von Hellas, wo er eine erstklassige Ausbildung genoss.

Marash Kumbulla: BVB, Bayern und Inter interessiert

Nun für die erste Mannschaft des Traditionsklubs aus Norditalien zu spielen, sei für ihn ein Traum, betont er immer wieder. Dass er überhaupt noch bei Hellas unter Vertrag steht - sein aktuelles Arbeitspapier läuft bis Sommer 2022 -, grenzt indes an ein Wunder: Schließlich wurden bereits etliche Topklubs mit dem 20-Jährigen in Verbindung gebracht, von Borussia Dortmund über den FC Bayern bis hin zu Inter Mailand.

Der Kontakt zu den Nerazzurri war und ist wohl am heißesten. Sie konnten sich in der Serie A hautnah davon überzeugen, wie rasant sich Kumbulla in den Fokus spielte. Mit 18 hatte er noch in der Serie B sein Profi-Debüt gefeiert - und war nach dem Aufstieg vergangene Saison eine Liga höher zum Stammspieler avanciert.

Marash Kumbulla VeronaGettyBild: Getty Images

Kumbulla ist so etwas wie der Prototyp des modernen Innenverteidigers. Seine vielleicht größte Stärke ist seine Antizipationsgabe: Schon bevor der Pass auf den Stürmer gespielt wird, ahnt er den Weg des Balles voraus, ist so oft schon vor seinem Gegenspieler an der Kugel und beendet den Angriff abrupt. So ist er auch prädestiniert dafür, nach vorne zu verteidigen.

Außerdem ist Kumbulla extrem stark in der Luft, hat zudem eine gute Technik. Vor allem weite Diagonalbälle, wie sie zum Beispiel Bayern-Verteidiger Jerome Boateng gerne spielt, hat auch Kumbulla extrem gut drauf.

Marash Kumbulla? "Er ist bereit für ein großes Team"

Für ihn war es ein Glücksfall, dass Ivan Juric Hellas im Sommer 2019 als neuer Trainer übernahm. Unter dem Kroaten war Kumbulla von Beginn der Saison 2019/20 an gesetzt in der Dreierkette, meist bildete er diese mit dem kosovarischen Nationalspieler Amir Rrahmani und dem früheren Dortmunder Koray Günter.

"Er ist bereit für ein großes Team", sagte Juric vor einigen Wochen der Gazzetta dello Sport über Kumbulla. "Trotzdem hätte ich natürlich gerne, dass er noch ein weiteres Jahr bei uns bleibt." Kumbulla weiß derweil, wie wichtig Juric für seinen schnellen Aufstieg war, dankt auch Hellas' Sportdirektor Tony D'Amico: "Er hat mich immer unterstützt und an mich geglaubt."

25 Serie-A-Spiele machte Kumbulla letzte Saison, hatte hohen Anteil daran, dass Hellas diese als Aufsteiger auf einem starken neunten Platz beendete - und er überzeugte auch gegen die großen Namen wie Juventus. Paulo Dybala sei der härteste Offensivspieler gewesen, dem er bisher gegenüberstand, seine drei Idole als Verteidiger sind Virgil van Dijk, Giorgio Chiellini und Sergio Ramos. Und was sagt er zur alles entscheidenden Frage? "Zwischen Messi und Cristiano Ronaldo habe ich schon immer Messi bevorzugt", stellt Kumbulla klar.

Auf Nationalmannschaftsebene hat Kumbulla derweil bisher stets das albanische Trikot getragen. Obwohl er in Italien aufgewachsen ist und daher auch für die Squadra Azzurra spielberechtigt wäre, läuft er seit der U17 für das Land seiner Eltern auf. Mittlerweile ist Kumbulla A-Nationalspieler, debütierte im Oktober 2019 mit einem Kurzeinsatz gegen Moldawien. Heute Abend (20.45 Uhr live auf DAZN) in der Nations League gegen Weißrussland könnte er dann auch erstmals von Beginn an für Albanien spielen.

Werbung
0